Donnerstag, 17. Juli 2008
Stay classy, Jesse
Manche lernen halt auf die harte Tour, dass flüstern nicht wirklich hilft, wenn man ein Mikro auf der Brust hat…
Manche lernen halt auf die harte Tour, dass flüstern nicht wirklich hilft, wenn man ein Mikro auf der Brust hat…
Welchen Teil des Titels verstehen die Google-Nörgler nicht?
Dass in Thailand Google sich nach dem König richten muss, ist nicht nur unglücklich, sondern durchaus kritikwürdig frei nach Googles »Don’t be evil«-Motto. Aber genau deshalb ist es wunderbar, dass sich Google in einer Demokratie den Wünschen eines Regierungmitgliedes nicht beugen muss – so sehr ich in diesem Fall das betreffende Regierungsmitglied schätze und ihm eigentlich zustimme. Solange keine Aufrufe zur Gewalt in den nicht-gelöschten Videos sind ist dies »Freedom of speech«. Auch wenn diese Speech uns nicht passt.
Wo war eigentlich das Problem? Ich höre Leute immer sagen, es hat die Leute zum denken gebracht, hat darauf hingewiesen, dass er eventuell nicht bereit ist, Präsident zu sein…
Ist dies nicht eine gerechtfertigte Frage? Und wenn das Obama-Camp jetzt schon heult, wie würden sie dann erst in einer nationalen Kampagne heulen?
Die einzige Möglichkeit, die Herr Obama hatte, zu zeigen, er könne einen richtigen Entscheid fällen war die Wahl seines Priesters. Viel mehr hat er ja nicht geleistet. Und er hat einen gewählt, der an irrationalem Hass das meiste bisher da gewesene (in politischen Kampagnen) übersteigt. Dieser Mann war es, den Obama für vernünftig und wichtig genug hielt, Obamas Bund für das Leben mit seiner Frau zu schliessen und seine Kinder taufen zu lassen.
Darauf angesprochen meinte ein ohne Schlittschuhe auf Eis tanzender Obama vieles undurchsichtiges, abgeschossen von dieser Aussage:
And while Rev. Wright’s statements have pained and angered me, I believe that Americans will judge me not on the basis of what someone else said, but on the basis of who I am and what I believe in; on my values, judgment and experience to be President of the United States.
Mal sehen…
Values? Ein Hassprediger anscheinend. Dass ein Vollhonk erster Güte wie Farrakhan ihm seine Stimme gibt, da kann Obama nicht viel für. Aber nicht zu wissen, was sein eigener Priester erzählt? Come on…
Experience? Das Obama diese nicht besitzt, hat Obamas Kampagne ganz ganz klar gestellt, als sie sagten, Clinton hätte auch keine Erfahrung.
Judgment? Es wäre gutes Urteilsvermögen gewesen diese Rede vor dem ganzen Theater zu halten.
At last Friday’s noon prayers (and in a subsequent statement on his website), Shi’ite cleric Muqtada al-Sadr admitted that his influence over Iraqis is on the wane.
Viele ihm nahe stehende Leute wenden sich von ihm ab, um unabhängig zu sein. Die Al-Queda heult noch mehr rum als die demokratische Partei Amerikas. Junge Iraki wenden sich von den Hasspredigern ab und die New York Times muss es berichten.
Ist dies der Moment zu gehen?
Senator Clinton’s Claims of Foreign Policy Experience Are Exaggerated
Your point is?
Schade, dabei wäre der Mann doch sympatisch.
…and that man is the next president of the United States of America, John McCain.
Wieso? Deshalb.
Johnnie has finally got it! Now let’s get those two clowns on the other side!
A Thin Record For a Bridge Builder. David Ignatius über Obamas nicht vorhandenes »reaching out«.
Es gibt genau einen bi-partisan candidate. John McCain.
Filmemacher, Regisseur und Oscargewinner Steven Spielberg tritt als künstlerischer Berater für die olympischen Sommerspiele in Peking zurück. Seine Gründe: Die Sudan-Politik Chinas und die Rolle im Darfur-Konflikt.
“Mein Gewissen erlaubt es mir nicht, einfach weiterzumachen,” sagte Spielberg in seine Erklärung. “An diesem Punkt, darf meine Zeit und Energie nicht für Olympische Zeremonien aufgewendet werden. Es geht darum alles dafür zu tun, dass den unbeschreiblichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit die weiter in Dafur passieren endlich Einhalt geboten wird,” fügt er hinzu.
Einerseits durchaus begrüssenswert, aber war denn zur Zeit der Jobannahme vor ein paar Jahren alles schön und begrüssenswert in Chinas Politik? Vielleicht konnte er es aber früher auch nicht wissen, weil damals Widerstand gegen brutale Regime nicht auf Hollywoods carte du jour standen und Google noch nicht evil war.
McCain könnte vielleicht doch nicht nur inhaltliche, sondern auch rhetorische Kreischen um Obama reden.
Dass Pazifisten kaum über ihre eigene Nase schauen können, beweist Monsieur Dominik ganz grossartig indem er die erstbeste Gelegenheit ergreift, John McCain durch den Kakao zu ziehen.
So wird der Unterschied zwischen einem Helden (Superman, Asterix, Monsieur Dominik, nehm’ ich ‘mal an) und einem Kriegshelden, eben John McCain (pöhse!), erklärt. So heisst es, er hätte zivile Infrastruktur angegriffen, genauer ein Elektrizitätswerk. Nur war Hanoi mit der besten Luftabwehr der Welt ausgestattet und so etwas muss genährt werden… Aber dies ist nicht einmal das Süsse. Es kommt besser: John McCain griff ein Land an, das ihm nichts angetan hatte. Mit dieser Logik hätten die Amerikaner nie in der Normandie landen dürfen; ist es überhaupt nicht verwerflich, dass die Franzosen und Engländer keinen Finger gerührt haben als Hitler in Polen einfiel; dürfen wir im Sudan ruhig zusehen ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen; you fucking name it.
Und ja, ich weiss, Monsieur Dominik verlinkt nur auf den Vergleich. Genau dies macht ihn eben noch erbärmlicher.
Auch schön: Gejubel über Ron Paul. Ich zitiere:
Sensationelle 21 Prozent der Wähler im Bundesstaat Washington im Nordwesten der Vereinigten Staaten gaben Ron Paul ihre Stimme. Damit wird klar, daß die eindrucksvollen 21 Prozent in North Dakota und erst recht die erdrutschartigen 25 Prozent, auf die er am “Super-Tuesday” im Bundesstaat Montana katapultiert wurde, keineswegs eine Abnormität darstellen.
Nein, keine Abnormität. 3 Staaten sind also die Regel und der Rest die (nicht bat-shit-insane) Ausnahme. Und wenn 25% erdrutschartig sind, was sind McCain’s 51% in New York. Übersuperdupermegagigagalaktisch?
Aber ja, natürlich, Ron Paul wird Präsident. Ich bin mir sicher die amerikanische Verfassung schreibt dies vor.