Too Cool for Internet Explorer

Mittwoch, 13. Februar 2008

Hollywood und sein Gewissen…

Filmemacher, Regisseur und Oscargewinner Steven Spielberg tritt als künstlerischer Berater für die olympischen Sommerspiele in Peking zurück. Seine Gründe: Die Sudan-Politik Chinas und die Rolle im Darfur-Konflikt.

“Mein Gewissen erlaubt es mir nicht, einfach weiterzumachen,” sagte Spielberg in seine Erklärung. “An diesem Punkt, darf meine Zeit und Energie nicht für Olympische Zeremonien aufgewendet werden. Es geht darum alles dafür zu tun, dass den unbeschreiblichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit die weiter in Dafur passieren endlich Einhalt geboten wird,” fügt er hinzu.

Einerseits durchaus begrüssenswert, aber war denn zur Zeit der Jobannahme vor ein paar Jahren alles schön und begrüssenswert in Chinas Politik? Vielleicht konnte er es aber früher auch nicht wissen, weil damals Widerstand gegen brutale Regime nicht auf Hollywoods carte du jour standen und Google noch nicht evil war.

Dienstag, 9. Oktober 2007

Neues vom dümmsten Baptisten

If you read the law textbooks … you’ll see very clearly that it’s not genocide and to call it genocide falsely just to exaggerate a horrible situation I don’t think it helps.”

Natürlich muss Carter dies behaupten. Denn wenn dem nicht so wäre, könnte man ihn ohne Bedenken als eine senile Dummbatze bezeichnen.

Aber der erste Satz seiner Aussage bringt mich zu folgendem: Was ist ein Jurist, der am Baum hängt?

Ein guter Anfang.

Sonntag, 30. April 2006

Ein Genozid, den wir stoppen können.



Mehr bei der Liberalen Stimme

Samstag, 22. April 2006

UN Licence To Kill…

…besitzt der Sudan:

The humanitarian situation in Sudan’s Darfur region is as bad now as when the conflict came to the world’s attention in 2004, the top UN aid official says.
Jan Egeland told the BBC that aid workers in Darfur were “in retreat” from attacks by armed groups, a funding shortfall and government obstacles.

He said that 500,000 people of the 3m who needed help were “out of reach”.

The US says a genocide is being committed against Darfur’s black African population.

Und die US tut nichts. Was aber immer noch nicht so schlimm ist wie dies:

The two powers [China und Russland --gbg], joined by Qatar [Allah weiss warum --gbg], used their position on a UN sanctions committee to block the imposition of a UN travel ban and asset freeze on four unnamed Sudanese, including one government official, proposed by Britain.

Und das ist ja die Spitze des Eisberges, den die UN dort unterhält.

Montag, 27. März 2006

You Go Girl!

Deeply concerned by the continuing genocide in Darfur, Senator Hillary Rodham Clinton has sent a letter to President Bush, urging him to take steps to protect civilians and address the crisis in Darfur. Senator Clinton’s letter emphasized her concern regarding continued violence against civilians and aid workers in Darfur, recent accounts of sexual violence against children, and escalating tensions between Sudan and Chad. Her letter reiterated the importance of a durable peace agreement between the conflicting parties, but emphasized that peace talks should not forestall efforts to ensure the safety of the people of Darfur.

Earlier this month, Senator Clinton co-sponsored a resolution that passed the Senate, which called on President Bush to arrange for increased NATO assistance in Darfur. In January, Senator Clinton joined a bipartisan group of Senators in sending a letter to President Bush calling his attention to the crisis in Darfur.

Und da ihr Mann bekanntlich einer von George W. Bushs Vaters »most favorite people« (folgt man dem Link bekommt man diese Aussage Bush’ zu sehen inklusive dem allerbesten One-Liner von Jon Stewart ever!) ist, sollte dieser auch bitte darauf eingehen.

Auch wenn seine rechte Anhängerschaft glaubt, sie sei die Einzige, die Militäreingriffe fordern dürfte.

Freitag, 9. Dezember 2005

Schweigen ist nicht Gold

China has become the top supplier of fighter-bombers to Sudan’s Muslim regime, whose attacks on Christian rebels in the south have made Khartoum notorious.
Sudan’s air force recently bought $100 million worth of Shenyang fighter planes, including a dozen supersonic F-7 jets, and also purchased 34 other fighter-bombers from Beijing, Middle East Newsline reported Thursday.
In exchange, Chinese oil companies have become big stakeholders in Sudan’s oil and natural gas fields.
The state-owned China National Petroleum Corp., for example, owns 40 percent of Sudan’s largest oil field.
“China rarely attaches any political strings to its assistance to Africa,” said a report from the Washington-based Jamestown Foundation.
“This has opened up space for China to deal quite profitably with some of the more heinous regimes on the continent. It is no coincidence, for example, that Sudan and Zimbabwe now play host to a very large Chinese economic presence.”

Und da versammelten sich Pazifisten aller Länder und marschierten – »No Blood For Oil« brüllend – auf chinesische Botschaften zu. Nicht? Warum gehen sie denn nur auf die Strassen wenn es gegen Amerika geht? Sie sind doch nicht etwa Anti-Amerikaner? Nicht doch!

Samstag, 26. November 2005

WWF for United States Army. Now!

Die US Army hat also auch ein Herz für Tiere.

US-Soldaten [auf einem humanitären Einsatz --gbg] sind am Horn von Afrika zwei wenige Wochen alten Geparden zu Hilfe gekommen. Die Tiere waren vom Besitzer gequält und scharf gemacht worden, so dass sie zur Belustigung der Dörfler aufeinander losgingen.

Und jetzt gebt es zu, hätte ich diese Meldung nicht erwähnt, wärt ihr enttäuscht gewesen. Oder?

Freitag, 25. November 2005

Nicht-helfende Hilfe

Ich weiss, es ist ja gut gemeint, aber in der Praxis ist es meistens ein Desaster für die Betroffenen, immer ein gutes Gefühl, für jene, die sich sowieso schon gut fühlen. Es geht um Entwicklungshilfe.

Einmal beim Spiegel:

Die ständige Verfügbarkeit von Almosen macht im ärmsten Land der Welt alle Initiativen platt. Ein gut geölter Samariterapparat trainiert den Äthiopiern die Fähigkeit ab, sich selbst zu ernähren. Regierung und Hilfsorganisationen profitieren von der Situation.

Und einmal in der Weltwoche:

Es gilt nach wie vor das, was der britische Entwicklungsökonom Peter Thomas Bauer schon vor Jahren formuliert hat: «Entwicklungshilfe besteht darin, das Geld armer Menschen in reichen Ländern an reiche Menschen in armen Ländern zu transferieren.»

Entwicklungshilfe gleicht weniger einem Automaten als viel mehr einem Strom, der aus einer stets sprudelnden Geldquelle in den Industrieländern versorgt wird, aber bei den Adressaten nur noch als dünnes Rinnsal ankommt, da er auf dem langen Weg dorthin irgendwo versickert. Und in manchen Fällen merken die Armen auch gar nichts von den für sie gedachten Zahlungsströmen, da kreative Politiker und Funktionäre diese schon vorher vollständig auf ihre eigenen Konten umgelenkt haben.

Mittwoch, 12. Oktober 2005

UNlogisch

Die UN werde ich wohl nie verstehen. Das kann ich noch so hart versuchen, es geht einfach nicht.

The top United Nations envoy for the prevention of genocide charged Monday that Arab militias have escalated their campaign of violence against civilians in the Darfur region of Sudan, mounting an unprecedented pair of attacks against camps for displaced families.

Was ich im besonderen nicht verstehe ist, warum sie so gewaltgeil sind. Man könnte mit dem Material dieser Envoys wahrscheinlich die weltbesten Snuff-Movies drehen. Das Problem ist aber, dass dies nicht wirklich der Sinn und Zweck der UN ist, doch man fragt sich, ob die das auch wirklich verstanden hat. Denn wer Jahre nach dem Beginn eines Genozids, der mittlerweile Hundertausenden von Menschen das Leben gekostet hat, eine Preventions-Team hinschickt, hat einen Reflex, gegen den selbst ein Berner als schnell durchgehen würde. Wirklich, die UN muss Nerven aus Stahl haben: Immer Leute zur Beobachtung von Massenmorden zu schicken.

Juan Mendez, special adviser to U.N. Secretary General Kofi Annan, said Khartoum has not abided by a long-standing Security Council order to establish a “plan to disarm” the Sudanese-backed Arab militiamen, who stand accused of driving more than 2 million tribal Africans from their homes since 2003.

Wie jetzt, Massenmörder folgen nicht den Anweisungen des Sicherheitsrates? Schockierend!

“I found the situation much more dangerous and worrisome than I expected it to be,” said Mendez, who just completed his second visit to the region in the past year.

Ein Massenmord ist besorgniserregend und gefährlich! Was würden wir bloss ohne die UN machen?

“Until last week, there have never been concerted, massive attacks of an indiscriminate nature against civilians” in camps in Darfur.

Ganz genau. Die Frauen haben sich selbst vergewaltigt und verstümmelt, während die Männer suizid einfach geil finden.

Ein Vernünftiger sitzt in dem Laden aber noch. Nur mag ihn keiner…

U.S. Ambassador John R. Bolton said the Security Council, which received a briefing about Darfur from a senior U.N. peacekeeping official Monday, has sufficient evidence of abuse to take action. He said another briefing on the matter would distract the 15-nation council from making decisions needed to halt the violence.

“We should talk about next steps, not about how to arrange the furniture in the Security Council,” Bolton said.

Aber optimal wäre es, wenn der gute Mann noch der UN eine konkrete Idee präsentieren würde, was zu tun ist. Ein Ansatz ist es auf jeden Fall.

In an unrelated action, the Congo Republic, Ghana, Peru, Qatar and Slovakia were elected to two-year seats on the Security Council.

Es ist drei Uhr morgens. Das habe ich sicherlich falsch verstanden. Dort steht nicht Kongo. Qatar, der die UN-Frauen-Konvention nicht unterschrieb, auch nicht. Nein.

Dienstag, 5. Juli 2005

»Money, so they say is the root of all evil today.«¹

Die legendäre britische Rockband Pink Floyd, die beim “Live 8″-Konzert am Wochenende zum ersten Mal seit einem Vierteljahrhundert wieder gemeinsam mit ihrem ehemaligen Mastermind und Bassist Roger Waters aufgetreten ist, will alle aus dem Konzert resultierenden Einnahmenzuwächse karitativen Organisationen zukommen lassen. Die Verkäufe ihres Best-Of-Albums “Echoes” hatten nach dem Konzert im Hyde Park um mehr als 1.300 Prozent zugenommen.

“Ich will nicht von dem Konzert profitieren”, sagte Gitarrist David Gilmore am Dienstag, “auch wenn das Hauptziel des Konzerts war, Bewusstsein zu bilden und die Chefs der G-8-Staaten unter Druck zu setzen”. “Dieses Geld soll verwendet werden, um Leben zu retten”.

Die mit Abstand besten Musiker des Konzertes haben auch die grösste Klasse. Alle anderen sind noch still, owbohl sie auch nicht schlecht mitverdient haben:

Die Zuwächse waren nach dem Konzert am Samstag im Londoner Hyde Park, das eines von zehn internationalen Konzerten der “Live 8″-Serie war, bei allen dort aufgetretenen Künstlern zu bemerken. Die Verkäufe von “Then and Now” von The Who stiegen um 863 Prozent, das Best-Of-Album der Eurythmics um 500 Prozent, und “Life For Rent” von Dido um 412 Prozent. Ebenfalls deutlich stärker verkauften sich die “Greatest Hits” von Robbie Williams (plus 320 Prozent), “The Very Best of” Sting (plus 300 Prozent), Madonnas “Immaculate conception” (plus 200 Prozent), und auch “Best of 1990-2000″ von U2 (plus 116 Prozent).

Ob die Herren um Oberbessermensch Bono plötzlich die afrikanischen Experten erhören werden, welche verzweifelt den Stopp aller Hilfen für Afrika fordern? Wundern würde es mich nicht…

¹ Für alle weniger Musik-interessierten: Diese Zeile stammt aus Pink Floyds Money.

Montag, 13. Juni 2005

Es war einmal eine Menschenrechtsorganisation

Amnesty International scheint ihr Ziel zu erreicht haben. Nach dem mittlerweile berühmten Gulag-Vergleich wurden die neuen Mitgliederschaften bei der Organisation verdoppelt und man erhielt fünfmal mehr Spenden als üblich. Wie überraschend. Der Direktor von Amnesty USA, William Schulz, bestätigte dies auch indrekt bei Fox News, wo er erklärte, dass er nie dieses Interview geben dürfte, hätte Irene Zubaida Khan nie die Gleichstellung von Guantanamo und den Gulags geäussert. Auch sie selbst meinte, man wollte einfach eine »starke Message« senden, fügt aber im gleichen Atemzug dann doch nach, dass Guantanamo die grössten Menschenrechtsskandale wachruft.

Guantanamo soll also ein Gulag unserer Zeit sein. Dann leben wir in ausserodrendlich guten Zeiten, denn ich bin bereit, mein letztes Hemd darauf zu verwetten, dass jeder einzelne der 25 Millionen Häftlinge der Soviet-Gulags, ohne zu zögern Guantanamo gewählt hätte, wenn sie denn bloss die Möglichkeit gehabt hätten. Doch diese Gelgenheit gab ihnen leider niemand und so wurden sie systematisch geschlagen, bei inhumanen Bedingungen irgendwo in Sybiren arbeiten gelassen und in den Tod getrieben. Grösstenteils waren es politische Gefangene, Autoren, Dissidenten. Unschludige also, welche zudem noch dem Soviet-System als Arbeitssklaven dienen mussten.

Dagegen sitzen in Guantanamo ungefähr 600 Häftlinge, von welchen die meisten im Kampf, auf Grund von engen Kontakten zur Al-Quida oder weil sie Mitglieder von der Terror-Organisation waren festgenommen wurden. Also ganz und gar nicht unschuldig. Auch zum Arbeiten zwingt sie niemand. Die Haftbedingungen sind so abartig wie sie oft beschrieben werden nicht. In seinem Buch Inside the Wire über die sechs Monate in Guantanamo, welche er als Unteroffizier der US-Armee dort verbrachte, beschreibt er unter anderem die Zellen. Jede hatte ein auf geringer Höhe installiertes Abwaschbecken um es den Häftlingen leichter zu machen, sich vor dem Gebet die Füsse zu waschen. Fünfmal am Tag wurde zu ebenjenem gerufen, die Biblothek(!) in Guantanamo beass unzähle Jihad-Bücher und in jeder Zelle befand sich ein auf Mekka zeigender Pfeil. Leuten, die aktiv gegen die USA kämpften und auch vor hatten, amerikanische Bürger umzubringen, solches zu gewähren, zeugt von allem möglichem und unmöglichem, aber nicht von religiöser Intoleranz oder Respektlosigkeit gegenüber dem Glauben der Insassen.

Da hilft all das Geschrei um die Fälle der Koran-Misshandlung nichts. Vier Fälle, weit entfernt von dem Herunterspülen eines Buches in einer Toilette. Bei 1600 heiligen moslemischen Büchern, welche nicht-moslemische Soldaten übrigens nur mit Handschuhen anfassten und für welche ein Netz in jeder Zelle montiert wurde, damit diese nicht auf dem Boden liegen mussten, gibt dies nicht genug Stoff für einen Skandal her. Dennoch fordern viele, wie zum Beispiel der ägyptische Aussenminister und der demokratische Senator Joseph Biden, drastische Konsequenzen für Soldaten, welche den Koran misshandelt haben, obwohl dies nicht mit Absicht geschah. Gegen die Häftlinge, ganze 15, welche Seiten aus dem Koran herausrissen und versuchten den Koran herunterzuspülen, wird kein Vorgehen gefordert, auch erklärt man gegen diese keinen Jihad. Dies ist ja noch verständlich, es ist bloss ein Buch, aber nichts ist entlarvender, als dass aus nicht mehr als einem misshandeltem Koran pro Jahr durch die USA, ein grösserer Skandal gemacht wird, als um – sagen wir einmal – die Zerstörung einer Moschee in Zimbabwe (das hat Robert Mugabe tatsächlich gemacht; Nebenbei zerstöre er aber auch das ganze Dorf) oder die Selbstmordattentäter welche sich in Moscheen und Muslime in die Luft jagen.

Deshalb sind die Stimmen, welche Guantanamo ganz schliessen wollen, absurd. Natürlich, Gitmo ist nicht Shangri-La, aber das ist nicht der Zweck der Sache: Es ist eine Tatsache, dass durch die Verhöre auf Kuba Terroranschläge verhindert hat und wichtige Informationen für die weitere Bekämpfung der Terroristen gewonnen hat. Diese Stimmen, welche von New York Times-Koluminst Thomas L. Friedman bis zum Ex-Präsidenten Jimmy Carter reichen, meinen, das negative Bild der USA im Ausland würde sich schlagartig verbessern, wenn man bloss Guantanamo schliessen würde. Ich habe nun relativ lange darüber nachgedacht, aber etwas naiveres fiel mir beim besten Willen nicht ein. Antiamerikanismus ist – und eigentlich müssten diese Herren dies wissen – ungefähr gleich alt wie Amerika selbst. Die Rekrutierer der Jihadis finden immer einen Grund. Die Menschenrechte sind aber ganz sicher keiner davon, schon alleine weil sie diese selbst ignorieren. Und dies ist nicht bloss eine Behaputung: Als die Berichte über Misshandlungen von Menschen in amerikanischen Militärgefängnissen auftauchten, rührte die arabische Welt nicht einmal mit dem kleinen Finger, denn sie sind – so traurig es auch ist – von ihren Länder viel schlimmeres als die schlimmsten Behauptungen, welche über die Zustände in US-Gefängnissen geäussert wurden, gewohnt. Als aber das heilige Buch der Moslems misshandelt wurde, kochte die arabische Strasse, weshalb der dortige Antiamerikanismus mit Gottlosigkeit, mangeldem Respekt gegenüber dem Islam und Verschwörung mit dem zionistischem Feind gefüttert wird, woraus dann die Jihadis rekrutiert werden. Guantanamo spielt keine Rolle. Wenn sie ihre Opfer, bevor sie ihnen den Kopf abhacken, in orange Anzüge stecken, dann bloss weil sie ganz genau wissen, dass die westliche Welt sofort aufschreien und versuchen wird zu verstehen, wo man denn genau die Terroristen so gedemütigt hat, dass sie solche Taten begehen. Und wenn man Guantanamo schliessen würde, dann würde der 11. September durch Allahs Willen wieder rückgängig gemacht werden. Oder auch nicht. Man weiss es nicht, aber auf alle Fälle lässt man sich ablenken: Plötzlich ist nicht das Kopfabhacken, das Hochjagen von Schulen, das Einschüchtern einer ganzen Bevölkerung schlimm, sondern ein Akt ver Verteidigung und das grösste Menschenrechtsverbrechen ist Guantanamo, nicht das Töten von unschuldigen Zivilisten.

Man darf keinesfalls den Fehler begehen und sagen, die USA könnten ruhig Menschenrechte ignorieren, weil die Mullahs in Teheran oder Doktor Stromschlag aus Nordkorea es tun. Falscher könnte dies nicht sein. Das Problem mit dem Fokus auf die Vereinigten Staaten von Amerika ist, dass dadurch der Eindruck erweckt wird, man könnte sich nicht schlimmer als die Amerikaner verhalten und die brutalen Diktaturen ignoriert werden. Wären nicht etwa eher die Methoden der Mullahs in Teheran ins Licht zu rücken? Europa Diskussionespartner haben nämlich keine Skrupel Journalisten, die am falschen Ort ein Bild machen, zu Tode zu foltern. Fast noch brutaler geht man gegen nationale Dissidenten vor: Man tötet sie zwar nicht, foltert sie aber fast bis zum Tode und lässt sie dann frei, damit auch alle Freunde, die ganze Familie und alle anderen Regierungsuntreuen sehen können, was passiert, wenn man der Teheraner Linie nicht folgt. Selbst Sean Penn, welcher über die »Wahlen« »berichtet«, eigentlich jemand, dem die Mullahs die Füsse küssen müssten, wurde seiner Kamera für kurze Zeit entledigt. Da wäre zum Beispiel auch Nordkorea, wo tatsächich Gulags vom lieben Führer betrieben werden. Oder auch der Sudan: Noch immer sind Vergewaltigungen der schwarzen Bevölkerung durch die arabischen Janjaweed, welche ihre Ambitionen gar nicht verstecken. Sie wollen die Schwarzen »auslöschen.«, Frauen werden vergewaltigt, Männer sofort umgebracht.

Gerade im Sudan würde internationale Aufmerksamkeit etwas bewirken. Stellt euch einmal vor, Amnesty hätte anstatt Guantanamo mit dem Gulag verglichen, den Sudan explizit hervorgehoben, die Riesenanzahl von Morden und Vergewaltigungen hervorgehoben. Eine solche Ignoranz, mit welcher man zur Zeit diese grösste Katastrophe dieses Jahrhunderts beobachtet, wäre vielleicht endlich peinlich geworden. Vielleicht hätte die UNO sich endlich zusammengerissen, wäre irgendwie um die chinesischen Vetos herumgekommen, welche um ihr Öl im Sudan bangen und hätte eine Eingreiftruppe auf die Beine gestellt. Wenn nicht die UNO, dann vielleicht eine sonstige Koalition. Vielleicht kämen dann aus Washington, welches wenigstens als einzige Regierung den Genozid, Genzid nennt, mehr als diese Worte. Dies hätte Wirkung: Die einzigen Dörfer, welche momentan heil gelassen werden, sind jene, die von der Afrikanischen Union bewacht werden. Nur kann diese nicht überall sein. Amnesty hat eine einzigartige Chance verpasst, ihren Einfluss dafür zu benutzen, Tausende von Leben zu retten. Sie zogen vor, einer antiamerikanischen Ideologie nachzugeben.

Was ist also das Resultat der Geschichte? Nichts! Amnesty hat mit diesem verrückten, vor historischer Dummheit schreiendem Vergleich im Bezug auf Amerika endgültig ihre Glaubwürdigkeit verloren, wenn sie dies nicht schon vorher taten, als sie Donald Rumsfeld »Tortur-Architekten« bezeichneten und nun eingestehen mussten, dass sie »keine Ahnung« haben was wirklich vorgeht, aber sie es »faszinierd« finden würden, herauszubekommen, was wirklich geschehe. Die US-Regierung zeigte sich höchstens in ihrem Stolz verletzt und Cheney wie auch Rumsfeld erklärten ausdrücklich, dass man nicht einmal daran denken würde, Guantanamo zu schliessen. Vielleicht aber verloren sie aber ihre Glaubwürdigkeit doch noch etwas früher. Am 26. Mai, forderte Amnesty USA nämlich ausländische Regierungen auf, US-Offizielle, darunter Donald Rumsfeld, zu verhaften und vor Gericht zu bringen. Für Kim Jong Il, die Mullahs von Teheran, Augenarzt Assad und ähnliche Kriminelle liegt eine solche Forderung nicht vor. Wahrscheinlich weil Amnesty keine Positionen beziehen will, quasi wie die Schweiz neutral bleiben muss um zu überleben.

Sonntag, 1. Mai 2005

Die Sex-Tour geht weiter…

Die Vorwürfe reichten vom Austausch von Waren, Geld oder Dienstleistungen für Sex bis zur sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen. Sowohl die zuständige Uno-Behörde in New York als auch die Friedensmission in Liberia ergriffen die nötigen Maßnahmen, sagte [Uno-Sprecher Stephane] Dujarric.

Das ist ja allgemein nichts neues, dass die Friedenstruppen bei Friedenseinsätzen zu friedlichen Sex-Touristen mutieren. Nach dem Kongo und dem Timor und anderen hat es jetzt die Food-for-Sex-Welle auch Liberia erreicht.

In Abu Ghraib wurde volljährige Kriminelle und Terroristen von Amerikanern misshandelt, die UNO dagegen fickt regelmässig kleine Kinder und Frauen, welche all ihr Hab und Gut verloren haben. Dennoch kommen die US-Soldaten auf die Titelseiten, bekommen seitenlange Stories und werden als repräsentativ für die Dekadenz Amerikas porträtiert. Aber ja, natürlich, unsere Medien sind fair and balanced und ganz und gar nicht auf der Suche nach Sachen, welche die USA als Unmenschen ohne jegliche Kultur aussehen lassen. Und wenn diese einmal gefunden sind, dann insistieren sie ganz und gar nicht.

Ähnliche Vorwürfe wurden bereits gegen Uno-Soldaten und -Beschäftigte in Friedensmissionen in Bosnien, dem Kosovo, Kambodscha, Osttimor und dem Kongo erhoben.

Und warum genau sollten diese Ferkel und die Organisation welche sie beschäftigt auch nur ein bisschen Einfluss auf unsere Welt haben? Dies soll die oberste moralische Instanz sein? Arme Welt…

Samstag, 23. April 2005

Wohlfühlbeobachtung

Alle Fraktionen im Bundestag haben dem Einsatz von 75 deutschen Militärbeobachtern im Sudan zugestimmt.

Das Kontingent, das aus bis zu 75 unbewaffneten Militärbeobachtern und Stabspersonal besteht, soll ab Samstag zur Verfügung stehen.

Und zu bitte was sind unbewaffnete Militärbeobachter in einem Gebiet zu gebrauchen, in dem Krieg herrscht und täglich gemordert, vergewaltigt und verstümmelt wird? Als nächstes wird die Bundesregierung wohl Literaturbeobachter in die Türkei schicken, um den Verkauf von Mein Kampf zu überwachen…

Die Soldaten werden im Süden und Osten des afrikanischen Landes eingesetzt und nicht in der Krisenregion Darfur.

Das ist natürlich ganz toll. Dort wo die arabische Militila Allah akubar brüllend durch’s Land zieht, geht man erst gar nicht hin, sondern schaut lieber weg. Man geht stattdessen in ein eher ruhigeres Gebiet und fühlt sich einfach besser.

In Darfur werde “immer noch gemordet”, sagte sie [Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller (Grüne)]. “Auch dort muss die Gewalt beendet werden.”

Ja, pardon, ich vergass: Man sagt, was getan werden muss und dann kommt eine gute Fee und macht, dass die von der Regierung gestützten, arabischen Milizen keine Kinder mehr nageln.

Peter Struck akbar!

Samstag, 2. April 2005

Ist jemand da?

Im Sudan wird weiter gemordet:

A CEASEFIRE monitor who spent six months in Darfur has lifted the lid on the continuing slaughter of civilians by Sudanese government-backed militia – and warned that the death toll is set to rise dramatically.

Captain Brian Steidle, a former US marine, described how African Union (AU) troops could only stand and watch as scenes of carnage unfolded in front of them. He said he had personally witnessed Sudanese government gunships strafing villages, setting them alight, and found the bodies of torture victims with ears cut off and eyes plucked out.

And he warned that, with the security situation deteriorating and aid agencies unable to reach large parts of the region, the death toll from illness and disease – currently running at about 10,000 people a month – was likely to rise by as much as 50 per cent to 15,000 a month.

Capt Steidle’s account is the first eyewitness report from one of the ceasefire observers allowed into the country by the Sudanese government in an agreement forced on it after months of wrangling.

Derweil werden immer mehr Geschichten von Schwarzen, welche von Arabern als Sklaven genommen worden sind, bekannt. Auch dies scheint keinen einzigen »Gutmenschen« zu stören, schliesslich sind Sklavenhalter nicht weiss:

Sudan was notorious for slavery until it was conquered by Britain in the 19th century. But the practice was revived in the mid-1980s during the civil war when the Arab-dominated government armed militias known as murahaleen to fight the southern rebels, much as they more recently have armed militias against rebels in Darfur in the country’s west.

The murahaleen were given free rein to raid villages, steal cattle, kill men, rape women and abduct southerners, including thousands of children, as slaves.

Although personal accounts of slavery in Sudan have been emerging since the mid-1990s, the large-scale returns offer a broader insight into the magnitude of the murahaleen’s slavery operations.

The returnees arrive in the dusty heat, crammed atop trucks, some with terrible stories of the organized abduction, for years denied by the government, of southerners into slavery in the north.

Ganz unbeachtet von den »Blut für Öl«-Hohlköpfen unserer Friedensdemos setzt China im Sudan genau diese Parole um:

Sudan is China’s largest overseas oil project. China is Sudan’s largest supplier of arms, according to a former Sudan government minister. Chinese-made tanks, fighter planes, bombers, helicopters, machine guns and rocket-propelled grenades have intensified Sudan’s two-decade-old North-South civil war.

In the case of Sudan, Africa’s largest country, China is in a lucrative partnership that delivers billions of dollars in investment, oil revenue and weapons — as well as diplomatic protection — to a government accused by the United States of genocide in the western region of Darfur, and cited by human rights groups for systematically massacring civilians and chasing them off ancestral lands to clear oil-producing areas. The country once gave safe haven to Osama bin Laden, is listed by Washington as a state supporter of terrorism and U.S. companies are prohibited from investment there.

»No Blood For Oil« scheint keiner zu schreien. Auch keine grössere Organisation scheint China zu verteilen, wie dies mit den USA geschehen wäre. Alle folgen ihrer altbekannten Devise: »Keine Juden? Keiner Amerikaner? Kein Problem!«

Donnerstag, 3. März 2005

Wo ist die zweite Wange?

Nach dem Mord an neun Blauhelm-Soldaten in der Demokratischen Republik Kongo hat der UNO-Sicherheitsrat die Gegenangriffe der UNO-Friedenstruppe MONUC auf Milizionäre begrüsst. [...] Bei dem Grosseinsatz in der nordöstlichen Unruheprovinz Ituri wurden mindestens 50 Milizionäre getötet.

Das ist ‘mal etwas ganz neues: Die UNO agiert. Natürlich erst als sie selbst Opfer wurde und die Aktion somit als Racheakt durchgehen kann. Als Menschen in Zehntausenden im Bürgerkrieg umgebracht wurden, rührten sie sich nicht wirklich, aber Rom wurde schliesslich nicht an einem Tage erbaut und vielleicht kommen sie tatsächlich zur Einsicht, dass bewaffnete Krieger sich von der himmelblauen Farbe der Helme nicht so leicht beeindrucken lassen wie die Franzosen.

Aber zwei Fragen hätte ich dennoch: Warum sind die Bösen hier »Milizionäre« und nicht »Widerstandskämpfer« oder »Aufständische« oder etwas ähnlich ehrenhaftes? Repräsentiert die UNO vielleicht das absolut Gute und von Gott und Allah abgesegnet? Und warum sind die UNO-Soldaten eigentlich keine Besatzer, obwohl sie das Land besatzen und nicht die geringsten Anstalten machen, es zu befreien, dafür aber kleine Mädchen für ein Ei oder einen Apfel nageln?

Bei der Aktion wurden angeblich 10 Kinder und 50 Erwachsene (wovon »Der Frieden« zufolge die meisten Frauen waren) getötet. Es könnte aber durchaus sein, dass unter den 50 Erwachsenen sich ebenjene Milizionäre befinden. Zudem wurde »mindestens jedes zweite Wohnhaus oder Geschäft durch Feuer oder Bomben [der UNO-»Friedens«truppe] zerstört«. MONUC-General Patrick Cammaert erklärte dagegen, dass keine Zivilisten getötet wurden, da diese allesamt geflohen seien. Eine Erklärung für die 10 toten Schüler, welche die Lehrerin Love Tchusi zitiert gibt es nicht. Und wenn sie keine Zivilisten getötet haben, dann sind zumindest 50% der Bevölkerung ihrer Häuser entledigt worden.

Bevor mir jemand mit Fallujah kommt: Es wurden mindestens 1200 Terroristen getötet, dafür aber sicherlich nicht 50% der Wohnhäuser zerstört. Desweitern wurden in Fallujah in jedem fünften Haus Waffenverstecke gefunden, 60% der Moscheen und drei Spitäler als Kampfstellungen verwendet und 11 improvisierte Bombenfabriken gefunden. Ausserdem sagen Bürger in Fallujah nun, dass sie sich dank den Amerikanern sicher fühlen« und Kinder rufen den Humvees der Amerikaner »Thanks for coming« nach. Ob die Mädchen im Kongo ähnlich gute Erinnerungen an die Blauhelme haben werden, darf wirklich bezweifelt werden.

Kann sich jemand auch nur annährend vorstellen was für ein Feuerwerk nach dem Motto »60 Jahre nach Hitler: Die Amis starten ihren Vernichtungskrieg« losgehen würde, wenn die US-Army im Irak so eine Säuberung wie die UNO im Kongo durchführen würde?

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