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Sonntag, 1. Mai 2005

Deutsche Beihilfe

Erst vergangene Woche sorgte ein in den Iran gelieferter Spezialkran für Unruhe im deutsch-amerikanischen Verhältnis. Nun folgt der nächste Skandal. Ein mitteldeutscher Betrieb soll die Mullahs mit Raketentechnik versorgt haben.

Und dann sind natürlich die Amis die Turbokapitalisten, welche einfach nur Geld wollen, scheissegal wie und von wem…

Donnerstag, 28. April 2005

Guten Morgen, Irak!

Nach monatelangem Tauziehen ist die Regierungsbildung im Irak nun abgeschlossen. Die irakische Nationalversammlung habe die Kabinettsliste des designierten Ministerpräsidenten Ibrahim al-Dschaafari angenommen, teilte der Parlamentspräsident mit.

Da hat der Irak zum ersten Mal in Jahrzehnten eine demokratisch gewählte Regierung und der Spiegel Online fasst es in fünf Paragraphen zusammen.

Tja, eine Demokratie ist halt nichts gegen Abu Ghraib…

Sonntag, 24. April 2005

Wie Reuters eine Frau von Behörden steinigen liess

Irgendetwas stimmt hier nicht. Soviel ist klar. Zumindest ist beruhigend das Spiegel Online sich für die Nachricht entschied, die den US-Einsatz in Aghanistan als nutzlos aussehen lässt.

Erstmals seit dem Sturz der radikal-islamischen Taliban ist in Afghanistan wieder eine Frau wegen Ehebruchs zu Tode gesteinigt worden. Die 29-Jährige sei auf der Grundlage einer Gerichtsentscheidung öffentlich gesteinigt worden, teilte die Polizei mit.

Das zumindest meint Reuters:

Amina, a 29 year-old married woman, was publicly stoned to death on the basis of a district court’s decision on Thursday in Argo district to the west of Faizabad, the provincial capital of Badakhshan, they [Die Polizei, Reuters zufolge] said.

“She has been stoned to death,” provincial police chief, General Shah Jahan Noori, confirmed to Reuters, adding a team has been sent to the area to investigate the incident further.

AP sagte derselbe General Shah Jahan Noori etwas ganz anderes:

“With the fundamentalists and the hardline mullahs who are in that area, these things are not impossible,” Shah Jahan Noori, the provincial police chief, told The Associated Press. “But I know that in this case she was not stoned.”

Deputy Gov. Haji Shamsul Rahman said the woman went to the house of a man called Mohammed Karim last Wednesday evening. He said Karim’s father had spied the couple, locked them in the house and called people from the village to witness their supposed crime.

Mohammed Aslam was then summoned.

“According to our report, when Amina’s father took his daughter back home, the father killed his daughter out of shame,” Rahman said.

Neither he nor the police chief knew exactly how she was killed.

Das klingt schon wesentlich vernünftiger und realistischer.

The officials said authorities were on their way to the village to detain Mohammed Aslam, Mohammed Karim, Karim’s father and the woman’s husband, who had recently returned from Iran.

“People seem to assume because it happened once, it must have happened again,” Noori said. “But we have a new government now in Afghanistan, and the judges, not the people, should decide who was at fault.”

Und dies klingt noch vernünftiger.

Die Afghanistan Independent Human Rights Commission (AIHRC) bestätigt die Version, welcher zufolge die Familie die Frau getötet hätte:

The Afghanistan Independent Human Rights Commission (AIHRC), which has also sent a team of investigators to the area, argued the woman was not stoned but had been killed by the family of her husband.

“The reports we have is the woman was killed by her husband’s family for having improper affairs with another person. The man who had relations with her was lashed in public,” Nader Nadery, the commission’s spokesman, told AFP.

Der Provinzgouverneur machte auch deutlich, dass wenn diese Entscheidung von einer »Behörde« gefällt wurde, dann von einem Mullah und dass dies inakzeptabel wäre.

Provincial deputy governor, Haji Shamsul-Rehman, said that even if it was established the woman had been having an affair with another man, she should have been stood on trial in a court and not condemned to death by a local mullah.

Die BBC, welche die Story noch bevor AP und Reuters hatte, berichtet, dass die Entscheidung nicht von lokalen Offiziellen gefällt wurde, sondern von Mullahs:

The Afghanistan Independent Human Rights Commission said the woman had been sentenced to death by a decree from the local religious scholar.

Halten wir also fest: Eine Frau wurde auf alle Fälle getötet. Ein Ehrenmord. Etwas, das auch in Berlin passiert und gerne auf »verschiedene Kulturen« geschoben wird. Höchstwahrscheinlich von ihrer Familie, vielleicht auf »Empfehlung« von einem Mullah.

Der entscheidende Punkt ist aber, dass auf alle Fälle eine Untersuchung eingeleitet wurde und die Offiziellen solche Steinigungen nicht akzeptieren wollen. Man kann vom Spiegel Online nun wirklich nicht erwarten, dass er auf diese positive Entwicklung in einem Land, wo noch vor 5 Jahren nach Lust und Laune gesteinigt wurde, hinweist. Oder das Spiegel Online erwähnen würde, dass die Reuters-Story nicht die absolute Wahrheit ist, sondern dass es eine genau entgegengesetzte Version gibt, welche von einer unabhängigen Menschenrechtskomission bestätigt wurde. Auch hätte Spiegel Online erwähnen können, dass die Frau nicht einfach so böswillig ihren armen Mann betrog, sondern dass er fünf Jahre lang weg war und sie von ihm weg wollte, weil er sie nicht unterstützen und ernähren konnte. Und dass Spiegel Online darauf hinweisen würde, dass höchstwahrscheinlich ein Mullah die Entscheidung fällte ist dann wohl auch zu viel verlangt.

Natürlich, man kann nicht ausschliessen, dass Reuters und somit auch Spiegel Online richtig liegen, aber wir haben mehrere Quellen, die das Gegenteil von ihrer Story behaupten…

Freitag, 22. April 2005

Judenboykott nun offiziell

Vor knapp zwei Wochen, schrieb ich über die britische Paukerunion, welche israelische Unis und Akademiker, die sich nicht gegen die Regierung stellen, boykottieren will. Nun ist es offiziell, sie werden es tun!

AUT Council today decided to boycott Haifa University and the Bar-Ilan University.

The executive committee will issue guidance to AUT members on these decisions.

Council delegates also referred a call to boycott the Hebrew University of Jerusalem and the executive committee will investigate the background to this and will report in due course.

Das ist schon alleine auf 1938-Niveau, aber es kommt noch schlimmer!

Council delegates also agreed to circulate to all local associations a statement from Palestinian organisations calling for an academic boycott of Israeli institutions.

Nun, der Council hatte die Unterstützung der Bewegung »Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel« welche von 60 Organisationen aus Gaza und der West-Bank. Darunter dürfte wohl auch Nablus’ Al-Najah Universität gehören. Diese »Hochschule« gilt Geburtstätte vieler Hamas-Terroristen und Randalierer (die Sorte, welche sich in Cafés in die Luft sprengt…). Das scheint die britischen Pauker wohl nicht zu stören. Die einzige Erklärung dafür ist, dass sie im Grunde gleich denken!

Israel-Kritik ist selbstverständlich erlaubt, aber die Europäische ist fast immer absolut unbrauchbar, da sie zwar nicht mehr so offen eine Welt ohne Juden fordert, aber relativ offen eine Welt ohne Judenstaat bzw. eine Welt mit einem Judenstaat, der sich verhält wie die Nazis (die Auschwitz-Stachel sitzt tief) fordert. So ist auch diese Entscheidung des AUT purer Anti-Semitismus, nur etwas subtiler.

Wo sind die »Wehret den Anfängen«-Brüller, wenn man sie braucht?

Donnerstag, 24. März 2005

Frohes Eierjagen

In den naechsten Tagen werde ich mich wohl von Kreuzen wie auch Komputern fern halten, weswegen neue Beitraege kaum zu erwarten sind. Wobei, sag niemals nie…

Ich wuensche euch auf alle Faelle wunderschoene Festtage und entlasse euch mit einer Bitte: Schiesst nicht auf rennende Schokoladenhasen!

Donnerstag, 10. März 2005

Keine Befehle

No Pentagon official or senior military commander “ever accepted that detainee abuse would be permissible,” an official quoted the review as stating among its central conclusions.

Dies geht aus einer Untersuchung der Misshandlungen hervor.

An dieser Stelle grüsse ich alle “Rumsfeld raus”-Gröhler und hoffe, dass sie nicht all zu enttäuscht sind und fordere hiermit die Rückkehr von Old Rumsfeld. “Old Europe”, das muss in die Geschichte eingehen und dieser Ton muss weiter verfolgt werden!

Ps.: Mein Internetanschluss wird wohl mindestens zehn Tage auf sich warten lassen. Bis dahin, ein bisschen Geduld und Treue bitte…

Sonntag, 17. Oktober 2004

Ein Endorsement anderer Art

Der Massenmörder Annan hat heute wieder unter Beweis gestellt, in welcher rosaroten Traumwelt er lebt. Wobei, in einer Traumwelt lebt er nicht, im Anbetracht der Katastrophen die er verursacht hat, aber die USA und Israel kann er auf alle Fälle nicht ausstehen.

“Eine solche Operation [Das Angreifen des Irans, wenn er sein Atomprogramm nicht stoppt] zu unternehmen, wäre überhaupt nicht hilfreich. Ich möchte darüber gar nicht erst nachdenken, denn ich glaube, das wäre sehr unklug”

Dass er grundsätzlich nicht nachdenkt, ist eigentlich eine NoNews, aber in diesem Falle ist ein Nichtnachdenken extrem gefährlich. Mit diesem Satz hat er den Iran bevollmächtigt zu tun was er will. Zumindest wird es von ihm, also seitens der UNO, erst keine Androhung von Gewalt geben. Wieso sollte der Iran jetzt noch Drohungen seitens der Atombehörde wahrnehmen?

“Ich kann nicht sagen, dass die Welt sicherer ist, wenn man sich die ganze Gewalt um uns herum ansieht, wenn man sich umschaut und sieht die Terroranschläge rund um die Welt und was da im Irak vor sich geht.”"Ich kann nicht sagen, dass die Welt sicherer ist, wenn man sich die ganze Gewalt um uns herum ansieht, wenn man sich umschaut und sieht die Terroranschläge rund um die Welt und was da im Irak vor sich geht.”

Ja, natürlich. Hätten die verschissenen Amerikanischen Imperialisten den Irak und Afghanistan nicht angegriffen, hätte Goofy Annan ohne Probleme Saddam noch einen weiteren Besuch abstatten können oder in Kabul eine weitere Frauenschiessung begutachten können, die Terroristen würden in ihren Höhlen Karten spielen und an weitere Anschläge gegen den das Leben liebenden Westen nicht in keinem Falle nachdenken. Vielleicht würden sie sich sogar selber umbringen, um früher mit Allah über den Sinn der erdlichen Lebens diskutieren zu können.

“Ich glaube nicht, dass sich die russische oder die französische oder die chinesische Regierung hätte kaufen lassen”, sagte er. “Das glaube ich überhaupt nicht. Ich glaube, das ist unvorstellbar, das sind sehr ernsthafte und wichtige Regierungen. Es geht da nicht um Bananenrepubliken.”

Glaube ist etwas schönes. Aber derjenige der mir ‘mal zeigt, wann Annan zum letzten Male in einer wichtigen Frage richtig gelegen hat, der kriegt ein Sugus.
Die Realität ist auf alle Fälle, dies bestätigt der Duelfer-Bericht, dass Saddam durch das Food for Oil-Programm U.N.-Offizielle wie auch Franzosen und Russen bestochen hat. Desweitern versicherten Französische Politiker Saddam, dass man ein Veto gegen eine Irak-Angriff einsetzen würde. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass sein eigener Sohn in den Oil for Food-Skandal verwickelt ist, ist sein Unschuldigkeitsgetue nur noch peinlich.

Der UNO-Generalsekretär kündigte an, dass er den Verlauf der für Jänner geplanten Wahlen im Irak kritisieren werde, falls es dabei Unregelmäßigkeiten geben sollte. Das wäre dann seine “Pflicht”, sagte er.

Du armer, bemitleidenswerter Mensch, deine »Pflicht« wäre es für Wahlen im Iran und Saudi Arabien zu kämpfen, Menschen nicht Islamischen Extremisten im Sudan zu überlassen und etwas zu tun, damit die Nordkoreanische Bevölkerung nicht verhungert und nicht zusehen, ob das Resultat der Wahlen bis auf die Kommastelle einwandfrei ist! Wo warst du, als Saddam mit 99,9% der Stimmen als Irakischer Präsident bestätigt wurde?

Samstag, 9. Oktober 2004

Und sie wählen!

Und wieder sollten wir uns wieder an alle Befürchtungen zu erinnern: Es werden überall Anschläge verübt, es wird betrogen werden, aber keiner wird es merken.

Die Realität straft sie wieder einmal lügen. Die Afghanen gingen wählen, aber niemand verübte Anschläge. Einige versuchten zu betrügen, doch es flog sofort auf. Ob die Wahlen nun gültig sind oder nicht, steht in den Sternen, aber ein weiterer, absoluter Beweis, dass man Demokratie mittels Gewalt propagiert werden kann, wenn es nicht anders geht.

Natürlich hat es die UNO wieder verschissen. Geheult haben sie, dass sie die Wahlen überwachen wollen mit allen möglichen Organisation, mit allen möglichen Mitteln. Dass sie die Wahlen organisieren müssen, da nur sie die Wahlen neutral veranstalten können (was ist eigentlich mit den Schweizern, hm?). Zwischen Anspruch und Wirklichkeit waren aber einmal mehr Galaxien. Die Tinte sollte Sicherheitsgarant Nummer 1 sein, aber sie ging besser weg als Pelikan-Tinte mit welcher ich mich regelmässig vollklekse und sie nur mit mehrstündigen Bädern wegbekomme. Auch zählen können sie nicht, erhielten doch einige mehrere Wählkarten, während anderswo diese wiederrum fehlten.

Die hiesigen Medien fokusieren sich ausschliesslich auf die Probleme mit der Tinte, übrigens ohne zu erwähnen, dass die UNO die Schuld daran trägt. Entweder weil ihre Tinte scheisse ist, oder weil sie die Afghanischen Offiziellen nicht genügend aufgeklärt haben, wie diese zu verwenden ist.
Der positive Faktor wird - irgendwie wundert es keinen - hier unter den unter den Tisch gekehrt. Die New York Times berichtet da etwas differenzierter. Dass in einem Land zum ersten Mal nach 20-jährigem Chaos gewählt wird ist ein grosser Erfolg, den man hauptsächlich den Amerikaner zu verdanken hat. Es ist nur mehr als natürlich, dass eben dies nicht vollkommen reibungslos ablaufen kann. Dies erwarteten auch nur die Europäischen Utopisten. Dass dort wo vor 3 Jahren Mädchen noch unter keinen Umständen in die Schule durften, nun wählen gehen, ist ein Riesenerfolg. Dass im ganzen Land die Leute Schlage stehen um zu wählen, sollte nicht von ein paar Betrügern überschattet werden. Auch die Wahlbeteiligung war immens und die Wähler scheinen auch nicht gross von irgendwelchen Warlords beeinflusst geworden zu sein, was die einzelnen Fälle von Betrug noch unwichtiger erscheinen lässt.

Alles in allem muss man sagen, dass dies - trotz aller Probleme - ein grosser Tag für Afghanistan und Demokratie ist.
An dieser Stelle sollte man auch allen Amerikanischen und Allierten Soldaten danken, die für diese Wahlen den höchstmöglichen Preis gezahlt haben.

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