Freitag, 15. Februar 2008
Putins Abschiedsgeschenk
At what probably was his last conference as Russia’s President, Vladimir Putin announced that if an anti-missile shield is located in Poland, Russia will be forced to aim its missiles at it.
Der Typ ist klinisch verrückt. Das scheint wie eine gleich produktive Idee wie einem Schweizer einen Ball 11 Meter vor dem Tor hinzulegen…
“Russia is not embarking on a conflict with the West”, assured Putin, expressing at the same time a hope that conflict of the sort will never happen. He also said that Russia will not aim its missiles at any country, unless extreme necessity arises
Und Abwehrraketen ist eine extreme Notwendigkeit? Abwehrraketen signalisieren »Hey, wir glauben in dieser Gegend hat es Leute die eventuell verrückt genug sein könnten auf uns zu schiessen!« Ist die beste Antwort darauf wirklich tatsächlich Waffen schussbereit in diese Richtung zu stellen? Wenn dies nicht genug wäre, er will nukleare Waffen auf Polen und Tschechien richten.
Ich kann eigentlich nur Hillary Clinton zustimmen, die ein viel besseres Urteil über Putin fällte als George W. Bush: »Als ehemaliger KGB-Offizier kann Herr Putin keine Seele haben.« Es ist zwar ein durchaus offensichtlicher Seitenhieb auf Bushs »In Putins Seele schauen«, aber ein sehr guter und wahrer. Wir sollten nicht vergessen, dass Putin den Untergang der Soviet Union für die schlimmste, geopolitische Katastrophe des letzten Jahrhunderts hält und es für keine Ex-KGB-Agenten gäbe.
Man wirft Bush eine rüde Aussenpolitik vor, mir einen groben Umgangston. Wieso interessiert sich niemand für den offensichtlich Irren in Moskau? Beispiel gefällig?
At one point, he lashed out at the election watchdog of the Organization for Security and Cooperation in Europe, which last week refused to send election observers to Russia after Moscow refused to meet its conditions.
“They are trying to teach us something,” Putin said. “Let them teach their wives to cook cabbage soup.”
That’s all we need to know, isn’t it?

Freitag, 15. Februar 2008, 10:24
Man könnte ja die Rohstoffthese, die sonst nur gegen die Amis ins Feld geführt wird, mal umdrehen und sagen: Die Europäer lecken Putin die Stiefel wegen seinem Russengas.
Ansonsten ist der Trend der letzten Jahre immer ein anderer gewesen. NATO-Osterweiterung und so… An einer Großmacht Russland ist den Amerikanern ja nicht unbedingt etwas gelegen; würde Russland zerbrechen, wäre das nichts weswegen man in Washington rumheulen würde.
Dass Putins Starke-Mann-Politik in Teilen einfach die Sowjet- und KGB-Mottenkiste hervorholt, ist genauso wahr wie die Feststellung, dass die Putinkratie immer mehr Demokratie abbaut (die es zu Jelzins Zeiten gab, diese Ära ist aber wegen Korruption und stärkerer Verarmung eines Teils der Russen auch umstritten). Geostrategisch reduziert es sich aber weitgehend auf die Frage, ob man Russland als Großmacht NEBEN Amerika denkt oder ob man die USA als alles überragende Supermacht denkt, bei der auch ein Herr Putin sich den Hals ausrenken muss, will er ihr ins Antlitz blicken.
Freitag, 15. Februar 2008, 10:35
PS: Und was Polen betrifft. Polen ist im letzten Jh. wohl genug zwischen die Fronten geraten bzw. zw. Großmächte… Natürlich muss man sich wie in der Ukraine und wie in Weißrussland auch entscheiden, mit wem man mehr kuscheln will, aber es wäre vielleicht doch klug, eine einvernehmliche Koexistenz aller anzustreben. Großmachtgelüste eines Landes vollkommen im Keim zu ersticken, hat jedenfalls in der Vergangenheit immer erst über Krieg funktioniert. Anders gesagt: Polen kann nicht daran gelegen sein, dass Polen vielleicht mal platt gemacht wird für Interessen, die nicht polnisch sind.
Sonntag, 11. Mai 2008, 10:25
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