Too Cool for Internet Explorer

Mittwoch, 23. Mai 2007

Hooters in Zürich eröffnet…

…und die Anti-Amerikaner sind wieder auf vordester Front. Diesmal im Tages-Anzeiger:

Am Konzept von Hooters stört vor allem eines – das dafür ganz gewaltig: die typisch amerikanische Doppelmoral. Warum nicht ins Restaurant gehen, wenn man Hunger hat, und in ein deklariertes Etablissement, wenn der Appetit tiefer sitzt

Samstag, 19. Mai 2007

Case in point

Sozialistisches Denken in seiner Reinstform konnte man gerade wieder in Frankreich beobachten.

Da setzt Sarkozy den Mitgründer der médecins sans frontières, einen bekennenden Sozialisten, Bernard Kouchner, auf so einen wichtigen Posten wie jenen des Aussenministers und was macht die Sozialistische Partei? Richtig, sie schmeisst ihn aus der Partei.

Grosses Kino.

Mittwoch, 16. Mai 2007

Ausflug zu heute

(Für die Anderen: Heute ist eine abendliche Gratis-Zeitung in der Schweiz)

So schrieb sie gestern über eine Initiative, die aus der Feder des unendlichweisen Bundesrates Moritz Leuenberger stammt. Er möchte, dass auf allen Human-Futter-Produkten steht, wieviel Energie und Wasser verschwendt wurde, um das Produkt in die Schweiz zu verfrachten. Darauf wenden die beiden schweizer Grossverteiler, Coop und Migros, ein, dass ja das Herkunftsland immer auf der Etikette steht. Ein logischer Einwand. Doch hier schlägt die grosse Stunde Greenpeaces, so meint ihr Sprecher darauf, es würde den Konsumenten überforden, aus dem Herkunftsland abzuleiten wieviel Energie verbraucht wurde, um das Produkt in die Schweiz zu verfrachten. Zumindest wissen wir jetzt, dass auch Greenpeace den Bananenkäufer nicht nur für dumm hält, sondern für sooo dumm. Ausserdem, brilliante Strategie um armen Bauern in Latainamerika und Afrika ihre Existenz zu untergraben. Bravo.

Ebenfalls wurde berichtet, dass ein paar weiche Wissenschaftler mit zu viel Zeit in den Händen in Endland herausgefunden haben, dass Hennen, wenn viele Männchen herum sind, gerne am morgen ficken, sonst am Abend und ausgiebig. Wow, jetzt haben wir so gut wie eine Aids-Kur erforscht.

Wir erfahren auch, dass zwei noch weichere Gymnasisten aus der Hauptstadt der Schweiz (Zürich), den Tränen nahe sind, weil Nestlé trotz der astronomisch hohen Zahl von 4000 Unterschriften, die sie gesammelt haben, immer noch keine FairTrade-Produkte anbieten will. (Wie toll FairTrade sowieso ist, steht hier und hier.)

Dann liefert die auch so weise Zeitung Argumente gegen das Rauchen. Mein absoluter Favorit: Wer das Rauchen zwischen 30 und 35 aufgibt, hat diesselbe Lebenserwartung, wie jemand, der nie geraucht hat. Wenn man sich nun vor Augen führt, dass ihre Leserschaft eher unter dreissig ist… Oh je.

Heute durfte man lesen, dass entnervte Pendler in Buenos Aires, wegen den notorischen Verspätungen der Züge, den Bahnhof angezündet haben. Ihr Deutschen habt doch Probleme mit der Bahn und ihrer Pünktlichkeit. Das wäre doch ‘mal etwas!

Der erste Hooters in der Schweiz hat geöffnet! Yepp!

In Neuseeland nimmt die Gletschermasse von zwei der grössten Gletschern zu. Do-oh. Aber keine Sorge, im letzten Absatz erklärt man uns, dies sei auch ein Effekt der Klima-Erwärumg. Noch ‘mal Glück gehabt.

Montag, 14. Mai 2007

Nietzsche wins

Gottes Grab gefunden!

Samstag, 12. Mai 2007

Vamprie im Sonnenlicht

Blended. Lange hat mich eine Zeitungslektüre nicht mehr sooo amüsiert. Wirklich, Weltklasse. Die Schweizer sind auf 180 (und das kommt selten vor!) und unsere Nachmittagsgratiszeitung heute dokumentiert dies kopfnickend.

Zuerst, im »News«-Teil, kommt eine ganz wichtige Persönichkeit zu Wort, die Musik-»Expertin«, der, festhalten bitte, Malta Times. Sie plädiert, ohne mit der Wimper zu zucken, für eine Aufteilung des Contests in zwei, schliesslich, so der stellvertretende(!) Chefredakteur(!!) der andorranischen(!!!) Bon Dia, die Ost-Staaten haben sich gegen den Westen verschworen. I kid you not.

Aber, immer schlimmer als die Medien ist der Pöbel und der fährt ganz grosse Maschinerie auf. Ganz ganz Grosse.

Ein anonymer Rock-Musiker aus der Ost-Schweiz (Ironie wahrscheinlich ungewollt), beschwert sich, was ihm als »Musikschaffendem« gestern angetan wurde. Es sei unhaltbar.

Fridu (heisst wirklich so) aus Effretikon (der Beweis, dass er wirklich so heisst) meint, dass mit unseren EU-Osteuropa-Beiträgen, sich die Primitivlinge wirklich Telefone zum Abstimmen gekauft haben. Der Mann wohnt in Effretikon, der meint das. Und: Ich wusste nicht, dass der von seiner Sozialhilfe die Ost-Beiträge mitfinanziert.

Andrea ist 41 und will sich nicht über das Verhalten der Ostblöckler in der Schweiz äussern. Sie meint zwar die Leute aus dem Balkan, die überhaupt nicht im Osten sind, aber das kann sie mit einem IQ knapp über jenem einer Bobo-Chiwaua-PLatte nicht wissen. Wir verzeihen.

Esthi, 32, wohnt in Zürich und da sie gestern mit ihrer Kollegin das Eurovisionshalbfinale geguckt hat, ist sie wohl frustrierter Single. Auf jeden Fall wird sie jetzt das Finale nicht verfolgen, denn es wird lächerlich sein. Das weiss sie. Ich weiss, dass sie mit einer Drei-Kilo-M-Budget-Glacé-Packung vor dem Fernseher sitzen wird.

Rick, 40, aus dem Aargau (tönt für Schweizer wie Otto, 47, aus Ostfriesland) will das Schweizer Fernsehen mit Mails zubombardieren, damit die diese Skandalsendung nicht unterstützen!

Wie man so schön auf Englisch sagt, I don’t mean to give a shit, it’s just that… Dass es doch ganz beeindruckend ist, was für Emotionen, ganz nahe am Rassismus teilweise, eine Fernsehsendung auslösen kann. Dass Worte wir der eiserne Vorhang, den die Generation meiner Eltern zu spüren bekam, so ins lächerliche gezogen wird. Dass man sich plötzlich über eine Volksgruppe beschwert, die sich grossartig integriert, niemandem ihre Kultur aufzwingt.

Freitag, 11. Mai 2007

Blick wächst über sich hinaus

»Schoss der Osten uns ab«

Entweder das, oder niemand wollte Bobos hochnotpeinliche Nummer frisch von 1992 sehen…

Mittwoch, 9. Mai 2007

Wenn die Richtigen pöbeln

Ich dachte, der Tag, an dem Frankreich etwas richtig macht, würde ich nicht erleben.

Sie werfen Pflastersteine auf Polizisten und brennen Autos ab: In mehreren französischen Städten haben Demonstranten erneut gewaltsam gegen den konservativen Wahlsieger Sarkozy protestiert. 10.000 Gegner zogen landesweit auf die Straßen. Allein in Paris gab es mehr als 100 Festnahmen.

Also, erstens, möchte ich einmal wissen, wieso Auto abfackeln als Protest durchgeht, und nicht als reines, gewaltsames Rumpöbeln. Ausserdem ist es natürlich sehr schön zu sehen, dass die französischen »Demonstranten« das Konzept der Demokratie nicht ganz verstanden haben. Oder hat jemand Sarkozy-Anhänger mit Ärger drohen sehen? Oder Republikaner auf den Strassen Amerikas nach den letzten Wahlen? Ich glaube nicht.

Das hier ist auch besonders süss:

Mindestens 50 Demonstranten wurden festgenommen und in einen Bus der Bereitschaftspolizei CRS gebracht. Dort riefen sie unter anderem: “Wir sind keine Randalierer, wir sind Wähler”.

So what? Ihr habt ja gewählt. Nur war die Mehrheit Frankreichs ein wenig schlauer als ihr. Wollt ihr ein Taschentuch?

In Toulouse löste die Polizei am späten Montagabend unter Einsatz von Tränengas eine Demonstration von etwa hundert Menschen auf, von denen einige Mülleimer in Brand gesetzt hatten.

Was durch und durch ironisch ist, denn 85 dieser 100 werden in ungefähr 10 Jahren in Mülltonen wohnen müssen…

Sonntag, 6. Mai 2007

Nicht Amerika, Irak

There is no denying the difficulties Iraq faces, and no amount of good news can obscure the demons of terrorism and sectarianism that have risen in my country. But there is too much at stake to risk failure, and everything to gain by helping us protect our hard-won democratic achievements and emerge as a stable, self-sustaining country.

Der irakische Aussenminster fleht den Westen in der Washington Post an, zu bleiben. Könnte es sein, dass wir ihm eher trauen sollten, als nach den in-den-Wind-Fähnchen-Stellern im amerikanischen Senat?

Zumal es genug Hoffnungsschimmer aus dem Irak gibt, nicht zuletzt durch die Truppenerhöhung in Bagdad. In der als schon gegen die Al-Qaida verloren geglaubten Anbar-Provinz sind die Sunnis nun auf unserer Seite und zum ersten Mal gibt es auch dort Polizei-Kräfte, die an der Seite der US-Streitkräfte kämpfen. In Bagdad sind wieder Kinder auf den Strassen (Hello, Mr. Moore!), die Marktplätze besucht und Restaurants voll, was so tragisch es ist, die hohen Opferzahlen bei nicht-verhinderten Anschlägen erklärt.

Zudem sollten die Demokraten schlicht und einfach die Klappe halten. Sie haben eine Mehrheit von einem Sitz. Sie haben keine Kampagne für den Abzug geführt, sondern für einen Kurswechsel, den sie nun von Präsident Bush erhalten haben. Der starke Unterstützer des Irak-Krieges, Senator Lieberman, wurde im linken Vermont klar wiedergewählt. Bis 2008 ist genug Zeit zu verstehen, dass die Amerikaner kriegsmüde sein mögen, aber kaum ein zweites Hanoi Hilton möchten. Sie sollten es tun, die Demokraten, sonst fliegt ihnen die sicher geglaubte Präsidentschaft um die Ohren. Wenn nicht mehr.