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Donnerstag, 14. Dezember 2006

Heulsusen!

Al-Dschassira-Chefredakteur und der nahe Osten in a nutshell.

Wollen Sie damit sagen, dass es ohne Israel plötzlich Demokratie in Ägypten gäbe, dass die Erziehung in Marokko besser wäre, dass die staatlichen Kliniken in Jordanien effizienter wären?
Ich glaube schon.

[...]

Geht es am Ende etwa um Selbstwertgefühle?
Genau. Es geht darum, dass wir stets gegen Israel verlieren.

Auch sehr schön, der Beweis wie unabhängig und mutig und frei sein Saftladen sein soll:

Man hört freilich, dass Ihre Unabhängigkeit dort aufhört, wo die Kritik an der Herrscherfamilie Katars, die Sie finanziert, beginnen sollte.
Ach was! Wer das sagt, verfolgt unsere Sendungen nicht sehr aufmerksam. Wir kritisieren die katarische Regierung sehr wohl.

Zum Beispiel?
Wir kritisieren die starke Präsenz der amerikanischen Luftwaffe in diesem Land. Wir kritisieren auch, dass die Israelis hier in Doha eine diplomatische Vertretung haben dürfen.

Einem Menschen, der halbwegs schlauer als eine Birne ist, müsste doch so etwas peinlich sein?

Ein Kommentar zu “Heulsusen!”

  1. Diskus sagte:

    Nach der Lektüre des kompletten Artikels in der Weltwoche kommt man sehr schnell zu dem Ergebnis, daß Herr Sheikh ein Trauma seiner Kindheit noch nicht ganz verwunden und ein massives Identitätsproblem hat. Dieser Herr scheint mir symptomatisch für den aufgeklärten Teil der Muslime zu sein, die zwar erkennen, daß politische Reformen notwendig und wünschenswert sind, die aber gleichzeitig diesen Stachel der Ehrverletzung im Fleisch stecken haben, daß die Juden es mit so wenigen Leuten geschafft haben, sie, die sie doch so viele sind, seit 50 Jahren vorzuführen.
    Irgendwie scheint mir sogar, daß Herr Sheikh letztlich besagte Reformen nur deswegen anmahnt, weil er selbige als eine Art Stärkungsmittel für “die muslimische Nation” sieht, nach deren Genuß man endlich in die Lage versetzt sein müßte, den verhaßten Juden endlich zu zeigen, wer Herr im nahen Osten ist.
    Das sind sehr interessante Paradoxien, die man bei Herrn Sheikh studieren kann.
    Vielleicht scheint das ja nicht nur mir so?

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