Meine verehrten, geliebten, deutschen Freunde, ihr braucht, als Nation, psychologische Betreuung. Es ist ein Schritt, der bitter nötig ist. Dass ihr im Anbetracht der letzten Aussagen euerer demokratisch gewählten Repräsentaten nicht als eine Einheit aufsteht und sie erlegt, zeigt wie bitter dies nötig ist. Ihr seid anscheinend sehr abgestumpft, aber vielleicht noch zu retten, doch eueren Politikern hilft keine Therapie der Welt. Keine. Eine Atombombe könnte in Berlin einschlagen und sie würden den Feuerball als moderne iranische Kunst betrachten und sie würden zusehen, dass nichts eskaliert.
Hätte mir jemand gesagt, ich würde eines Tages den französischen (!) Präsidenten (!!) Jacques Chirac (!!!) verteidigen, ich hätte ihn auf der Stelle zum Mond geschossen. Ich war überzeugt, keine Folter dieser Welt könnte schlimm genug sein, um mich so weit herunter zu bringen. Aber euere Politiker haben es geschafft. Ich sage nicht, sie seien einfache Folterknechte, nein, ich ziehe meinen Cowboy-Hut und verbücke mich: Sie sind grosse Meister dieses Faches. Selbst Saddam erscheint nicht mehr so bestalisch: Die Augen ausgestochen bekommen und somit solchen Schwachsinn nicht mehr lesen können, erscheint wie eine Erlösung.
Alles was der schmierige Franzose, der Kumpel Saddams, gesagt hat war, dass die Franzosen nicht auf ihren Ärschern sitzen bleiben würden, falls man sie oder einen Verbündeten angreifen würde und dass sie ihre Nuklearwaffen nicht nur besitzen um Greenpeace zu ärgern, sondern auch um sie militärisch zu verwenden. Dass war natürlich überraschend, da es sich mit militärischen Drohungen seitens Frankreich etwa so verhält wie Yeti-Sichtungen: Sie sind sehr selten und meistens lächerlich, zumal jeder weiss, dass selbst unsere schweizer Kiffer-Armee am jedem 14. Juli jede beliebige französische Stadt ausser Paris einnehmen könnte, da an diesem glorreichen Tage das gesamte französische Militär an einer Parade in der Hauptstadt teilnimmt. Doch was zum Teufel wollen wir mit einer französische Stadt?
Die deutschen Politiker sind ausser sich: »Unglücklich« sei es, dass Frankreich sich wehren wolle, da die EU3 gerade verhandelt (und glaubt, dass sie etwas erreichen wird, jetzt wo der Iran so nah am Ziel ist und die EU3 über Jahre hinweg verarscht hat), meinte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Eckart von Klaeden. »Zum jetzigen Zeitpunkt nicht akzeptabel« war die Aussage Chiracs laut SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich. Anscheinend ist das Androhen von Gewalt ein Privileg, welches nur den verrückten Mullahs zusteht. Wir müssen das akzeptieren und bloss nicht versuchen ihnen ein wenig von ihrer eigenen Medizin zurückgeben, denn dass wäre das einzige, was sie unter Umständen verstehen würden, aber das wollen wir nicht. Ausserdem, so der SPD-Mensch, dürfen Atomwaffen nicht zu einem »sicherheitspolitischen Instrument« gemacht und durch sie müsste keine »Drohkulisse« geschaffen werden, denn wie gesagt, wir haben Atomwaffen um die Greenpeace anzupissen (was eigentlich ein brillianter Nebeneffekt ist). FDP-Aussenexperte (was auch immer das ist, es hat keine Ahnung) Werner Hoyer meint, es wäre eine »gefährliche rhetorische Eskalation« gewesen, die die Mullahs in Teheran nicht zum Verzicht auf ihr »Waffenprogramm« bewegen werde. Aber Reden wird diese kinderfickenden Fanatiker zur Vernunft bringen. Ihre Kindheit war schwer, da kann es vorkommen, dass man ein Land von der Landkarte fegen will. FDP-Parteichef Guido Westerwelle forderte Bundeskanzlerin Merkel auf, Chirac anzurufen und ihn »zur Zurückhaltung zu ermuntern«. Und ich bin der Meinung, dass Leute, die in dem betreffenden Land schon längst gehängt worden wären, weil sie Männer ficken, sollten die Klappe halten oder zumindest einmal fordern, dass wir das Regime schnellstmöglich vom Erdboden verschwinden lassen. Doch er hört nicht auf mich: »Es wäre deshalb zu begrüßen, wenn die Bundeskanzlerin in einem Telefonat mit Chirac, die Wogen glätten und das ‘Prinzip der Deeskalation’ hoch halten könnte.« Vielleicht sollte er einmal in Teheran anrufen und sagen, dass sie sich auch ein klein wenig daran beteiligen könnten. Vielleicht könnten sie als Zeichen einer möglichen Heilung anstatt »Death To America« »Cancer To America« brüllen. Und wenn sie in der Zwischenzeit keine Mörder auf ihn ansetzen, könnte er ja weitertelefonieren. »Ich bin überzeugt, dass das die Welt nicht sicherer macht,« sagte Trittin. Also macht es die Welt sicherer. Danke, Jürgen, Leute wie dich brauchen wir, Du bist ein prima Kompass. SPD-Außenpolitiker Gert Weisskirchen hättet ihr, liebe Deutsche, als ersten dran nehmen sollen: »Sie zielen auf die Psyche der grande nation,« gab dieser zu Protokoll. Was heisst denn das? Dass man eine Grande Nation sein muss, um eher nicht in einem verdammten Feuerball enden zu wollen? Wieso das dann? Die Linksfraktion macht klar, dass sie die Hosen schon unten hat und darauf wartet, gefickt zu werden: Sie fordert »Frankreich von der abenteuerlichen Wende in seiner Politik abbringen.« Wehret euch bloss nicht! »Der deutsch-französische Publizist Alfred Grosser beklagt die Nichtinformation der Verbündeten durch Frankreichs Staatschef: ‘Das ist eine schlechte Pariser Tradition.’« Wenn man sich so ansieht, in welchem Geisteszustand sich die Verbündeten gerade befinden, ist dies vielleicht ganz gut so. Zuerst die Therapie, erst dann wird mitgespielt.
Frankreich hat euch, liebe Deutsche, die weisse Fahne übergeben. Kein Krieg, nirgends, schon gut, wir haben verstanden. Aber lasst wenigstens andere sich wehren.