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Freitag, 9. Dezember 2005

Liest Ahmadinedschad Moore?

Irans Präsident Ahmadinedschad hat ein weiteres Mal seinem Hass auf Israel freien Lauf gelassen: Nachdem er bereits kürzlich erklärte, der Judenstaat müsse ausgelöscht werden, leugnete er jetzt den Holocaust und schlug eine Verlegung Israels vor.

Ich muss zugeben, wenn es nicht so Ernst wäre, würde ich den Ahmadinedschad für einen 1A-Entertainer halten, aber so bereitet er mir doch ein wenig Kopfschmerzen…

Was nun aber interessant ist, dass Michael Moore in seinem Buch Downsize This! genau dasselbe vorschlug: Man solle den Juden Bayern geben. Seine Grund war aber ein Anderer: Die Deutschen hätten nicht genug gebüsst für ihre Sünden. Dieses Kapitel findet man übrigens in der deutschen Übersetzung nicht… Anyway, great minds think alike!

13 Kommentare zu “Liest Ahmadinedschad Moore?”

  1. www.extrablog.de sagte:

    Matschdattels neuester Brüller: Israelis nach Europa umsiedeln!

    Der iranische Präsident mit dem unaussprechlichen Namen ist ein Islamofaschist und Judenhasser reinsten Wassers. Er leugnet den Holocaust und droht mit einem neuen, schlägt den Europäern vor, die Israelis irgendwo in Europa erneut anzusiedeln, bevor de…

  2. Martin S. Hagen sagte:

    Ich finde die Idee gar nicht so schlecht. Sie ist nur noch nicht ausgereift, aber auf der Grundüberlegung lässt sich aufbauen. Siehe hier:

    http://martin-hagen.blogspot.com/2005/12/heiteres-lndertauschen.html

  3. Guerreiro sagte:

    @Martin,

    gar nicht mal übel deine Idee :-).
    Finde ich Prima, da zumal fast alle Probleme auf einem mal behobe wären.

  4. gebsn sagte:

    Dass der iranische Präsident völlig durchgeknallt und sein Antisemitismus haarsträubend und das Allerletzte ist, wird kein vernünftiger Mensch anzweifeln.

    Aber Michael Moore damit zu vergleichen, ist beinahe schon straftatbestandswürdig. Wie du richtig sagst, schlug Moore Bayern als Gebiet für den Staat Israel aus einem ganz anderen Grund als Irans Präsi vor. Weil er erstens der Meinung war, die Deutschen hätten noch nicht genug für ihre Sünden (die er ausführlich und mit viel Zahlenmaterial in diesem Kapitel aufführt) gebüsst. Zweitens aber auch, weil er es unverschämt findet, ihnen ein Stücken Land in einer beinahe unfruchtbaren Wüste anzudrehen.

    Wenn du das Kapitel gelesen hast (ich hab’s), dann weisst du bestimmt, dass hier kein bisschen Antisemitismus vorkommt, höchstens noch ein bisschen antideutsche Stimmung im typischen polemischen Michael Moore-Stil betrieben wird. Deshalb ist dieser Vergleich völlig absurd!

  5. Greg sagte:

    Einige wird er zum schmunzeln gebracht haben. Dass Du es nicht so verstanden hast ist schade. Sehr schade.

  6. Alrik sagte:

    Polemik bei Moore ?
    Der Mann ist ein remonierte Dokumentarfilmer (Oscar für Bowling for Columbine !) und Sachbuchauthor (Regelmäßig Spitzenplätze in der Spiegel-Bestsellerliste).

    Es ist also davon auszugehen, das Moore alles so meint, wie er es sagt.
    Ich hab mein “Downsize This” leider verbrannt, aber wie hat er sich eigentlich die Deportation der in Israel sein antiker Zeit lebenden Juden und der vor 1933 eingewanderten Juden vorgestellt ?

    In Viehwagons per Eisenbahn über den Bosporus und Balkan, mit umsteigen in Ausschwitz ?

  7. gebsn sagte:

    @Alrik
    Natürlich ist er ein renommierter Dokumentarfilmer und Autor, aber sein Stil ist doch zumindest sehr zugespitzt, polemisch ist vielleicht ein bisschen viel gesagt.

    Moore schreibt gar nix von Deportation. Es geht nur um den satirisch geforderten Anspruch der Juden auf Bayern. Hättest halt das Buch nicht verbrennen sollen.

  8. Alrik sagte:

    A, Moore ist noch so ein Typ, der einen Gedankengang nicht zu Ende denkt…

  9. gebsn sagte:

    @Greg
    Da haben wir wirklich einen sehr unterschiedlichen Humor. Moores Denken mit dem von Ahmadinedschad zu vergleichen und ihn damit ziemlich direkt des Antisemitismus zu bezeichnen, finde ich nicht soooo lustig.

  10. Greg sagte:

    Es würde mir Sorgen bereiten, hätten wir den gleichen.

    Alles was ich ausdrücken wollte, war, dass beide einen gehörig an der Klatsche haben (zumal ich ihn selbst vom Antisemitismus freisprach).

  11. gebsn sagte:

    Nun teilweise haben wir ihn doch, denn auch ich schaue gern The Daily Show. Ich habe damit jedoch kein Problem.

    Danke für die Klärung, das kam im Beitrag halt anders rüber.

    Ach und nebenbei auch Broder hat die Idee aufgenommen:http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,389472,00.html

  12. S1IG sagte:

    “Der Mann ist ein remonierte Dokumentarfilmer ” - aber ich mag ihn viel mehr, weil er ein celverer Geschäftemacher ist. Erst Dokus im von-Schnitzler-Stil zusammenstückeln und dann vom verdienten Geld richtig in Boom-Firmen wie Halliburton investieren. Der hat den richtigen Riecher! Wenn er darüber mal ein Buch schreiben würde…

  13. Greg sagte:

    Och, gebsn, ich bin mir schon bewusst, dass viele verwirrte Leute den guten Jon schauen ;-) Übrigens, wir sollten unbedingt einmal ein Bier trinken gehen. Zumindest von meiner Seite gäbe es keine Probleme, weil ich eine britische Diskussionskultur pflege: Politisch bekriegen und dann zusammen essen gehen. So funktioniert das auch seit knapp 2 Jahren mit meiner Freundin.

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