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Mittwoch, 30. November 2005

Endlich überzeugt? [Update]

Irak-Kriegsgegner behaupten die Terroristen im Irak seien bloss Widerstandskämpfer. Nun haben sie »Peace Aktivisten« entführt, welche im Irak waren um nach Beweisen von US-Kriegsverbrechen zu suchen.

Sieht aus, als ob die Terroristen einfach keine Freunde kennen…

Update: Es kam wie es kommen musste. Die Christian Peacemaker Teams, welchen die 4 Gefangenen angehören, sind angepisst. Und zwar auf die Koaltionstruppen. Diesen Leuten ist einfach nicht mehr zu helfen. Herzlichen Dank für die Bestätigung.

16 Kommentare zu “Endlich überzeugt? [Update]”

  1. Alrik sagte:

    die Friedensengel haben doch recht.
    Klar, Saddam war ein übler Tyrann, aber Ordnung schaffen konnte der.
    Seit dem der Weg ist, trauen sich Konstantin Wecker und Sean Penn nicht mehr in den Irak.
    Unter Saddam hatten sie keine Angst entführt zu werden.

  2. gebsn sagte:

    Betreffend Terroristen Vs. Widerstandskämpfer resp. Befreiung Vs. Besetzung: Heute in der Tagesschau vernommen (Korrespondent aus Washington): 80% der Iraker seien für einen Abzug der Koalitionstruppen und 45% würden sogar Angriffe gegen die Koalitionstruppen befürworten. Leider gab es keine Quellenangabe, denn das sind Zahlen, die sogar mir ein bisschen zu dick aufgetragen scheinen.

  3. Will sagte:

    Also, ein bisschen tut es mir Leid um die Jungs.

    (@gebsn: 80 % ist mit Sicherheit falsch.)

  4. gebsn sagte:

    @Will
    Falsch? Das sagst du. Aber dieser Telegraph-Artikel spricht (zumindest für die Zeit der Veröffentlichung) eine andere Sprache: http://www.telegraph.co.uk/news/main.jhtml?xml=/news/2005/10/23/wirq23.xml&sSheet=/news/2005/10/23/ixworld.html

  5. Guerreiro sagte:

    @Will
    Ich glaube alles was die Medien berichten!
    Ich glaube auch an den Weihnachtsmann und an den Osterhasen.

  6. Guerreiro sagte:

    @gebsn
    Ich würde keiner Statistik trauen, welche keine Quellenangaben macht.
    Welche Leute wurden befragt? Wo? Wann? Wieviele? 80% von Wievielen? Im Verhältnis zu was und wem? Etc…

  7. gebsn sagte:

    @Guerreiro
    Ich halte es da wie du. Ich bin sehr skeptisch gegenüber Medienberichten und bei Statistiken erst recht. Aber da die Statistik vom MoD nicht offiziell veröffentlicht wurde, kann man das Ganze logischerweise nicht überprüfen. Und ausserdem, irgendeiner Berichterstattung muss man ja zumindest ein wenig vertrauen. Oder reist du regelmässig in den Irak um die Medienberichte zu verifizieren? Ich nicht.

    Ich hoffe aber, dass du die gleiche Skepsis auch bei den nächsten (Erfolgs)meldungen der Koalitionstruppen beweist.

  8. Anonymus sagte:

    Entführungen gehören im Irak zum Tagesgeschäft wie auch in anderen Ländern. Siehe Brasilien. Irgendeinen Vorteil muss die freie Marktwirtschaft doch haben.

  9. Guerreiro sagte:

    @gebsn

    ich bin etwas vorsichtig geworden was die Medien anbelangen, da die Medien eine gewisse Neigung zu Tage tragen. Also, je nach Journal bzw. Journalist wird die jeweilige Meinung und Sichtweise dargeboten.
    Zugegeben, dass dies die Lage der Objektivität nicht gerade erleichtert.
    Da die generelle “Welt-Meinung“ z.Zt. eher Anti-amerikanisch ist, neige ich dadurch eher die Berichte (je nach Medien), welche etwas weniger Negativ gegenüber den Koalitionstruppen berichten, vielleicht etwas näher zu betrachten. Da könnte ja vielleicht doch was dran sein. Die allgemeine Links-Berichterstattung dem entgegen traue ich eher weniger bis gar nicht. Da diese in den letzten Jahren den rechtsradikalen (Antiamerikanismus & Antisemitismus) Journalismus doch tatsächlich ersetzt hat. Hört sich sehr krass an ist jedoch, wenn man zwischen den Zeilen ließt, eindeutig erkennbar.
    Um nun alles zu überprüfen und deswegen nach Irak zu fliegen, na ja…lieber nicht. Ich habe keinen Bedarf mich den Friedensaktivisten oder sonstigen Unterstützern dort anzuschließen.
    Die volle Wahrheit werden wir auch nicht vor Ort erfahren, da jeder wiederum eine andere Sichtweise der Dinger hat.

    @Anonymus

    Du willst doch Brasil und Irak nicht vergleichen, oder? Und die freie Marktwirtschaft gleich der Kriminalität setzten? Beide Länder sind weder in ihrer Kultur, Religion, Mentalität, Regierung, noch in Ihrer Wirtschaft ähnlich; vielleicht bis auf die Tatsache, dass beide Regierungen korrupt sind?! Ich kenne zwar nicht den Irak, jedoch den nahen Osten sehr gut und ich kenne auch Brasil sehr gut. Konnte keine besonderen Synonyme dieser beiden Regionen feststellen.

  10. gebsn.twoday.net sagte:

    [Politik] USA bezahlen im Irak Journalisten f

    Kleine Einleitung

    In Gregs

  11. gebsn sagte:

    @Guerreiro
    Meine Antwort hier: http://gebsn.twoday.net/stories/1221253/

  12. apollon sagte:

    Warum ist man ein Terroristenfreund- oder Versteher, wenn man gegen diesen Krieg ist (war)? Die Terroristen kochen ihre »Suppe« u.U. aus unterschiedlichen Motivationen heraus. Das interessiert mich z.B. überhaupt nicht. Es sind Mörder und Verbrecher, denen man kein Pardon geben darf.

    Leider hat die Politik der Bush-Administration aber das Betätigungsfeld für den Terror geschaffen. Diesen Zusammenhang gilt es zu sehen. Ich weiss, dass diese Aussage so ausgelegt wird, dass man für den Terror Verständnis habe. Das aber weise ich in aller Form zurück.

    Ich habe natürlich schon oft den Vorwurf gehört, dass ich folglich für Sadam sei und sein Terrorregime dem Krieg vorgezogen hätte. Auch das stimmt nicht. Nur mag ich nicht als einzigen Weg, den Menschen im Irak zu helfen, einen Krieg sehen. Einen Krieg vor dem viele Leute, die die Region gut kannten, eindringlich gewarnt haben. All diese Befürchtungen waren doch berechtigt.

    Nun haben wir eine Sitution, die vermutlich auf lange Zeit hinaus nicht nur für die Menschen im Irak eine schwere Belastung sind, sondern die den Terroristen ein »interessantes« Forum bietet. Vielleicht wäre es besser gewesen, den Druck auf das Regime zu erhöhen und länger durchzuhalten. Ja, ich weiss, wieviele UN-Resolutionen im Grund wirkungslos verpufft sind. Wenn dieses Mittel wirkungslos geblieben ist, so lag das auch daran, dass es genügend Staaten gegeben hat, die es für bestimmte Zwecke missbraucht haben – auch Deutschland. Das darf eben nicht sein. Man wird sich für die Zukunft überlegen müssen, welche Interventionsmöglichkeiten es seitens der Völkergemeinschaft gibt, die am Ende mehr erreichen können.

  13. Alrik sagte:

    Diesen Zusammenhang sollte man aber auch nicht ausser acht lassen:
    Es war die Clinton-Administration die durch Untätigkeit und den “feigen” Rückzug aus Somalia das internationale Betätigungsfeld der Terroristen geschaffen hat.

    Die Anschläge auf die Botschaften in Afrika, das WTC 1993 und 2001 und die USS. Cole fallen alle in die Clinton-Jahre.

    Clinton fuhr damals einen Kurs der “anderen Interventionsmöglichkeiten”, d.h. 8 Jahre lang wurde versucht durch Embargos die Gefahr eines Iraks mit Massenvernichtungswaffen zu verhindern.

    Der Erfolg dieser “Anderen” Politik sind ein Irak, der künstlich in vorindustrielle Produktionsverhältnisse zurückgedrängt wurde (mit allen Effekten, wie höhere Säuglingssterblichkeit, Arbeitslosigkeit und schlechtere Bildungschancen )und Truppenstationierungen rund um den Irak.

    Die Feigheit der USA in Somalia und die ungerechte Behandlung der Iraker hat zusammen mit der Truppenstationierung in Saudi Arabien erst zu den Anschlägen der Jahre 1993, 1998 und 2001 geführt.

    Zur Interventionsmöglichkeiten der Völkergemeinschaft:
    Während des zweiten Weltkrieges wurde die UNO gegründet, um vereinfacht gesagt, ein überstaatliches Gewaltmonopol zu legitimieren.
    Aus verschiedenen Gründen (wie z.B. der Mitbestimmung von undemokratischen Regierungen oder ökonomischen Interessen)kommt das nur selten zum Einsatz.

    Aktuell fallen mir nur Korea und Kuwait ein, bei denen die UNO Gewalt eingesetzt hat. Zwar gibt es unzählige Blauhelmmissionen, aber deren Erfolg ist, wie man am Beispiel Ruanda, Srebrenica ect sehen kann, bescheiden.

    Kein Wunder, das sich die EU entschloßen hat die UNO zu übergehen wenns ihr nützlich ist, wie 1999 im Krieg gegen Yugoslavien.

    Selbst wenn man diesen Krieg für nötig hält, kann man ruhig darauf hinweisen das Friedenskanzler Schröder damals einen Krieg zugestimmt hat der ohne UN-Mandat geführt wurde, gegen das Grundgesetzverbot des Angriffskrieges verstößt und bei dem Deutschland der Hauptnutznießer ist.

    Wie glaubwürdig ist es, wenn dann der selbe Friedenskanzler verkündet, als UN-Sicherheitsratsmacht wird Deutschland nie einen Krieg legitimieren ?
    Vor allem wenn man bedenkt, das es die Aufgabe des Sicherheitsrates ist, einem nötigen Krieg eine Legimitation zu verschaffen.

    Wer wählt schon einen Richter, der ankündigt nie einen Haftbefehl auszustellen ?

  14. gebsn sagte:

    @Greg

    Und jetzt komm zurück.

    Und schon bin ich zurück (zum kleinen Intermezzo, siehe: http://gebsn.twoday.net/stories/1221253/) und hab was mitgebracht:

    Dann, wieso soll man nicht auf dem Begriff Terroristen für Leute, die grösstenteils eben nicht Amerikaner angreifen, sondern unschuldige Iraker auf Marktplätzen umbringen bestehen?

    Eine allgemein gültige Definition von “Terrorist” gibt es meiner Kenntnis nach nicht. Im passenden wie interessanten Artikel bei Wikipedia (engl.): http://en.wikipedia.org/wiki/Definition_of_terrorism wird mit Ausnahme einer UN(!)-Panel-Beschreibung nicht oder nicht ausschliesslich auf das Kriterium von Zivilisten als Opfern abgestellt, im Artikel zu “Terrorism” bei Wikipedia heisst’s beim “Key Criteria: Target” Folgendes:

    Target – It is commonly held that the distinctive nature of terrorism lies in its deliberate and specific selection of civilians as direct targets.

    This definition would exclude acts of war and attacks on military targets. It would pertain regardless of whether the attackers made an attempt to reduce civilian casualties. For example, the Zionist organization Irgun preceded many of its attacks (notably the 1946 King David Hotel bombing) with warnings to the press, the target, or the authorities of the British Mandate of Palestine. They were nevertheless considered terrorists by the British. ETA and the Provisional IRA are also known for issuing warnings. In contrast, groups such as Hamas, al-Qaeda, and the al-Aqsa Martyrs’ Brigades who use attacks against civilian targets seek to maximize casualties, and therefore never issue warnings.

    Allein wegen der zivilen Opfer den Begriff “Terrorismus” zu verwenden, ist also nicht drin. Sonst müsste man in jedem Krieg bei zivilen Opfern oder “Kollateralschäden”, wie’s ja dann gerne heisst, auch immer von Terrorismus sprechen (”Staatsterrorismus”?). Und was ist, wenn Zivilisten die Koalitionstruppen in ihren Tätigkeiten unterstützen (von der Putze bis zu privaten Sicherheitskräfen)? Ist dann das ein Angriff gegen Zivilisten oder gegen die – ich sag mal – Besatzungstruppen. Mir geht’s in keinem Fall darum, irgendwelche Gewalt zu rechtfertigen, ich bin immer für gewaltlosen Widerstand. Aber man muss bei der Wahl der Begriffe aufpassen, denn wie heisst’s so schön im oben erwähnten Wikipedia-Artikel zum Begriff des Terrorismus:

    In short, one person’s terrorist is another person’s freedom fighter.

    Oder wie ich’s mal von einem Reuters-Chefetagler gelesen habe, der seine Ablehnung, den Begriff “Terroristen” zu verwenden, folgendermassen begründete: Die Terroristen von heute sind die Staatsführer von morgen. (sinngemäss)

    Und was bitte hat das mit der Grundsatzdiskussion um Demokratie zu tun?

    Nun, wenn eine Regierung oder eine Besatzungsmacht die Presse schmiert, um nette und ihr genehme Artikel zu erhalten, hat das für mich wenig mit Demokratie zu tun (ich sag nur 4. Gewalt im Staat). Und wenn die USA resp. ihre Regierung den Einmarsch in den Irak unter anderem damit begründet, man müsse der irakischen Bevölkerung Demokratie bringen, sollte man doch eigentlich als leuchtendes Beispiel vorangehen, oder wie oder was?

    Was willst Du sagen? Das wäre unter Saddam nicht passiert? Oder allgemeiner: Die Iraker brauchen einen Diktator?

    Gottchen, ein Totschlagargument. Natürlich ist (fast) alles besser als Saddam. Aber muss man sich als Demokratie wirklich an Saddam und seinen Massstäben messen?

    Im neuen Irak gibt es seit dem Sturz Saddams rund 100 unabhängige Zeitungen. Die werden sich um diesen Fall kümmern

    Das wäre sehr positiv. Aber wenn sie von den USA oder den Deutschen (siehe http://www.german-foreign-policy.com//de/fulltext/56138 finanziell ausgehalten werden, ist es natürlich schwer unabhängig zu sein (um’s mal nett zu formulieren).

  15. Greg sagte:

    apollon,
    ich bin gerade dabei einen längern Beitrag zu schreiben, der sich mit Argumentationen wie deinen auseinandersetzt. Ich hoffe ihn diese Woche fertigzustellen. Ein bisschen Geduld bitte, aber ich habe ausnahmsweise das Gefühl, dass sich daraus eine interessante Diskussion entwickeln könnte.

    Das selbe gilt auch für dich gebsn, also einen kleinen Moment Geduld bitte. Aber noch kurz zur Terroristen-Definition: Leute, deren Opfer zu über 90% Iraker sind und nicht Mitglieder der Besatzungsmacht (ja, manchmal werden auch Rekrutierungszentren der irakischen Armee angegriffen, aber meistens sind es Cafés und Marktplätze), sind einfach Arschlöcher und Terroristen ist dann fast zu milde als Begriff.

  16. gebsn sagte:

    Bzgl. denjenigen, die unschuldige und hilflose Zivilisten angreifen, können wir uns gerne auf “Arschlöcher” einigen, nur macht sich das in den Zeitungen nicht so gut. Problematisch ist für mich, dass die USA jeden gewalttätigen (gerechtfertigten?) Widerstand gegen die Besatzungsmacht als Terrorismus betiteln.

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