Too Cool for Internet Explorer

Freitag, 29. Juli 2005

Der Irak lebt

Das Zweistromland ist kein Paradies. Das wissen wir. Das sollten wir wissen. Gleichzeitig sollten wir uns aber auch im Klaren sein, wer für das Leid der Iraker verantwortlich ist: Die Kopfabschneider, die notgeilen Selbstmordattentäter, die ideologischen oder die »kommerziellen« Entführer. Mittlerweile, so neuste Studien, sterben 33 Iraker täglich auf Grund von Selbstmordattentaten und Terrorattacken, ausgeführt durch die Jihadis, welche den Begriff »Kollaborateur« ganz breit definiert haben: Am 13. Juli, zum Beispiel, wurden 18 Kinder zum Opfer eines Attentates, weil sie von US-Soldaten Süssigkeiten entgegen nahmen. Man betrachte den Kontrast.

Wohl verzweifelt, dass er seit zwei Jahren keinen vernünftigen Bürgerkrieg hinbekommt, erklärte Zarkawi den Schiiten jetzt den endgültigen, totalen Krieg. Doch - trotz den Berichten des Spiegels - gibt es keine ersichtlichen Gründe, warum dies jetzt plötzlich klappen sollte, zumal die Taktik der Terroristen, welche gerne einen Bürgerkrieg hätten, die Gleiche geblieben ist: Schiitische Zivilisten morden. Trotz der schiitischen wie auch sunnitischen Rachemorde, ist das Land doch weit von einem Bürgerkrieg entfernt, es sei denn, man sieht diese Morde, welche keine Neuigkeit in der Geschichte dieser Glaubensrichtungen sind, als einen Solchen an.

Aber unberührt davon blüht der Irak langsam, aber sicher auf. Die Medien, die Intellektuellen, solche, die sich für welche halten und eigentlich fast jeder, der zum Irak-Krieg die ein und diesselbe Meinung vertritt, beschweren sich allesamt über die mangelnde Elektrizität. In Wirklichkeit werden im Irak 111′400 Megawatt pro Stunde produziert, was 13,3 Stunden Elektrizität pro Tag entspricht und deutlich über den 10 Stunden täglich des letzten Jahres liegt. Auch liegen diese 111′400 Megawatt, 17% über dem Höchstwert unter Saddam - und das obwohl in Husseins Regime niemand Anschläge auf Elektrizitätswerke verübte. Der Strom ist im Irak stark subventioniert, was dazu führt das Angebot/Abnahme-Prinzip behindert wird. Fakt ist aber, dass die Nachfrage um 60 Prozent von 100′000 MW/h Anfang 2004 auf 160′000 MW/h stieg, was nichts anderes als Fortschritt bedeutet.

Arbeitslosigkeit nach dem Krieg war zwischen 50 und 60 Prozent. Mittlerweile ist sie zwischen 30 und 40 Prozent. Wie hoch diese unter Saddam war, weiss man anscheinend nicht so genau, aber ich habe Schätzungen, die zwischen 30 und 50 Prozent variieren, gesehen. Das Wirtschaftswachstum liegt bei 10 bis 12 Prozent, also grösser als jenes Chinas. Fortschritt ist auch hier unverkennbar.

Der Verkehr auf den irakischen Strassen stieg um 400% im Vergleich zur Saddam-Ära, was wahrscheinlich die Grünen nur noch mehr gegen die Befreiung des Irakes aufbringen wird.

Die Medien blühen auf. Seit Januar dieses Jahres erschienen 70 neue, unabhängige Zeitschriften. Insgesamt macht dies 170 Publikationen. Unter Saddam gab es keine. Die Anzahl der kommerziellen TV-Sender stieg um knapp 200% von 10 anfangs 2005 auf 29 heute, 29 neue kommerzielle Radio-Sender kamen hinzu und summieren sich nun bei 80. Unter Saddam gab es keine.

Vor dem Krieg waren 0,8 Millionen Telefone angemeldet. Im Januar 2005 waren 2,4, jetzt sind es 3,8. Zudem darf man nun am Telefon sagen, was man will. Vor dem Krieg hatte der Irak 4500 Internetanschlüsse. Im März 2005 waren es knapp 150′000 Unzensierte.

Im Jahr 2000 gingen 3,6 Millionen Kinder in die erste Klasse. Heute sind es 4,3 Millionen. Und sie lernen keine Saddam-Lobhymnen.

Gefragt ob der Irak sich in die richtige Richtung bewege, antworteten 67% mit Ja und bloss 20% mit Nein im Ende April 2005 (Mai 2004: 54%/39%). Ganze 82% meinen, in einem Jahr werde ihr Leben besser aussehen, während bloss 2% pessimistisch in die Zukunft blicken. Im März dieses Jahres fühlten sich ganze 85% der Iraker sicher und fürchteten sich nicht.

Der heutige Irak scheint sich in einer Situation zu befinden - wenn auch viel extremer - in welcher sich Israel seit Jahren befindet und dennoch wohl am besten in der Region lebt. Solange die Leute immer noch die Cafés füllen, solange die Warteschlangen vor den Rekrutierungszentern immer noch lang sind, solange die Kinder weiter zur Schule geschickt werden, solange die Iraker an ihren Zukunft glauben, werden die Terroristen nichts erreichen. Das irakische Volk ist also auf bestem Wege, die Mörderbande zu besiegen.

Quellen für alle Angaben:

Donnerstag, 28. Juli 2005

Getting closer

Iranian officials said Wednesday that Iran would soon resume its controversial nuclear work, and that scientists had developed solid-fuel technology to improve the accuracy of missiles already able to reach Israel and nearby U.S. bases.

Free Iran! Faster, please?

Argumentationsschwierigkeiten

Die Terrorgruppe um den irakischen al-Qaida-Chef Abu Mussab al-Sarkawi hat sich zur Ermordung von zwei entführten Diplomaten aus Algerien bekannt. Heute sei “das Urteil eines islamischen Tribunals” umgesetzt worden, heißt es in einer im Internet veröffentlichten Mitteilung.

Gestern hatte die Entführergruppe in einer Internet-Botschaft angekündigt, die beiden zu ermorden. Die Organisation droht darin auch Diplomaten anderer arabischer Staaten im Irak mit dem Tod.

»Zieht die Truppen ab, Algerier!«

So zumindest müsste der Aufschrei der üblichen Vedächtigen lauten. So lautete zumindest immer die Forderung, wenn ein Amerikaner oder Australier verschleppt wurde. Das Dumme an diesem Falle ist aber, dass weder Algerien, noch andere arabische Staaten Truppen im Irak haben, was wiederrum nahe legen würde, dass Sarkawis Kopfabhacker wohl nicht nur ein Problem mit den ungläubigen Imperialisten haben, sondern mit jedem, der keinen zweiten Taliban-Staat im Irak haben will und die aktuelle, demokratisch gewählte Regierung unterstützt. Eigentlich ist dies keine neue Erkenntnis, bomben doch Sarkawis Notgeile mit abstossender Regelmässigkeit unschuldige Iraker in den Tod…

Was machen wir also jetzt? Augen zu und »lalalala… des einen Freiheitskämpfer, des anderen Terrorist… lalalala« singen…

Umwelt oder Kyoto?

Die USA, weltgrößter Verursacher von Treibhausgasen, sind mit ihrer Ablehnung des Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz zuletzt arg in die Defensive geraten. Jetzt will Washington gemeinsam mit Australien, China, Indien und Südkorea ein eigenes Klimabündnis schmieden.

Der australische Umweltminister Ian Campbell sagte, Canberra und Washington hätten in den letzten zwölf Monaten eine Vereinbarung ausgehandelt, die auch die wirtschaftlich rasch wachsenden Entwicklungsländer mit einbeziehe.

Ja, auch wenn dies die Kyoto-Gröhler kaum interessiert, dies wäre - ähm, wie war das Wort noch einmal? Jetzt hab ich’s - vernünftig! Wenn man die zukünftigen Hauptverschmutzer nicht miteinbezieht, dann kann man alle Abkommen in die Windräder schmeissen (und hoffen, dass diese nicht umfallen)…

Die oppositionelle Labour-Partei rief die australische Regierung auf, das Kyoto-Protokoll umgehend zu ratifizieren. Das neue Bündnis sei wertlos.

Wahrscheinlich weil es die drei Hauptverschmutzer beinhalten würde. Meinen die Labours (und Greenpeace selbstverständlich)dies tatsächlich ernst? Oder ist ihr Anti-Reflex schon so ausgeartet, dass sie meinen, dass obwohl sie eine Minderheit repräsentieren (bzw. ganz ungewählt im Falle der Greenpeace), alle ihren Wünschen nachkommen müssen? »Seien wir realistisch, fordern wir das Unmögliche,« sagte einer von ihnen einmal… Ticken diese Leute immer noch so? Hängen sie denn an der Umwelt oder doch viel mehr an ihrem Abkommen? Wenn man die Wahl zwischen Nichtstun und einem alternativem Bündnis hat, wieso einen dritten Weg verfolgen, der sowieso nie zu Stande kommen wird? Traurig…

Dienstag, 26. Juli 2005

Got It?

Die iranische Führung, die offiziell behauptet, Nukleartechnik nur für friedliche Zwecke nutzen zu wollen, kauft weiterhin und verstärkt Komponenten für eine Atomwaffe. Das legen geheime Dokumente nahe, die der SPIEGEL einsehen konnte.

So, jetzt hätten wir alles gesehen. Selbst der Spiegel ist von Teherans Ambitionen überzeugt. Da kann ich nur Chandler aus Friends zitieren: »Why. Are. We. Doing. Nothing? Whyarewedoingnothing?«

Und wenn die Bombe kein Grund wäre, dann sind es die Mullahs und die Menschenrechte beziehungsweise das Fehlen jener. Ein kürzliches Beispiel ist das zu einem Spektakel verwandelte Hängen zweier Homosexueller (Wowereit, wo bist Du?), aber was die Men in Black Turbans von Freiheiten und ähnlichem Unsinn halten, ist ja nichts neues.

Könnten wir also bitte bitte bitte endlich ein zweites Helsinki-Abkommen oder zumindest etwas, das entfernt jenem gleicht auf die Beine bekommen? Der iranische Gottesstaat wäre kaum lebensfähig, wenn der Westen ihn wirtschaftlich isolieren würde. Ohne den Iran käme der Westen aber gut aus, ohne die vom Iran finanzierten Terroristen noch besser. Der freie Iran hingegen wäre ein verlässlicher Partner des Westens.

Als Alternative würde man den Mullahs anbieten, was die meisten iranischen Oppositionellen fordern: Ein Referendum über die Mullahs. Am besten überwacht von Lech Walensa und Vaclav Havel, wenn’s sein muss, auch von Jimmy Carter.

So oder so wären die Herren, nach wessen Recht man 9jährige (ver)heiraten darf, die Dummen, während das iranische Volk der Gewinner wäre und endlich eine Regierung haben könnte, welche sie will und welche für sie arbeitet.

Free Iran! Faster, please!

Montag, 11. Juli 2005

Wieder weg

Bin für die nächsten 10 bis 11 Tage wieder auf Reisen, diesmal in der Schweiz. Ich wünsche euch viel Spass, was immer ihr auch tut!

Samstag, 9. Juli 2005

Stiff Upper Lip

Der Massenmord in London zeigte uns eines: Es gibt Sachen, die werden sich einfach nie ändern. Niemand erwartet, dass die Terroristen plötzlich nicht mehr auf feigste Weise Zivilisten aller Couleur umbringen. Dies taten und tuen sie überall auf der Welt: Jerusalem, Tel Aviv, New York, Madrid, Baghdad, Istanbul, London, Bali, Islamabad sind leider nur einige Beispiele unter vielen. Erstaunlich - oder eben doch Buisness as usual - waren die bekannten Refelxe in unserer westlichen Welt.

Noch bevor vollends klar war, was geschehen war, wusste AP was los war. Beziehungsweise wusste, wer wusste, was los sein würde: Die Juden selbstverständlich. Diese wurden nämlich von Scotland Yard informiert. Das zumindest berichtete - wenn ihr sie jetzt noch nicht liebt, dann werdet ihr es jetzt tun - eine anonyme Quelle aus der israelischen Botschaft der Nachrichtenagentur (Korrektur eine knappe halbe Stunde später). Jedenfalls ist dies alles andere als verwunderlich, denn inzwischen haben wir es ja verstanden. Wenn die Juden es nicht sind, dann wissen sie wenigstens alles darüber und können ihre Leute aus der Gefahrenzone begeben.

Genauso zu erwarten, genauso traurig sind die Reaktionen in bestimmten Milieus für welche die Meinungsseiten des Guardian und der taz wohl als Sprachrohre gelten dürfen. Dort lautete der Konsensus »Sowas kommt von sowas«. Die beiden erwähnten Zeitungen präsentieren die Lösung, welche ihre Leserschaft und die Kreise, in welchen diese ihr Unwesen treibt, als die einzig Richtige ansehen: »Mehr Sicherheit brächte nur das Ende der Besetzung Iraks, Afghanistans und Palästinas«. Natürlich. Wir hatten wirklich nichts anderes erwartet.

Interssant ist es, dass hier einen Schritt weiter gegangen wird als in dem vermutlichem Bekennerschreiben, in welchem bloss der Abzug aus Afghanistan und dem Irak gefordert wird. Aber sehen wir doch einmal von diesem kleinem Detail ab, denn langsam wird es doch zu eintönig, dass immer und immer wieder dieselben den Konflikt im Heiligen Land erwähnen, wenn irgendetwas, sei die Londoner U-Bahn oder die Kaffeemaschine, aus der Bahn gerät.

Was würde denn passieren, wenn man den Wünschen der taz, des Guardians, Matthias Bröckers’ und der Terroristen nachgeben würde? Mehr Blutvergiessen.

Afghanistan ist ziemlich ruhig, dort hätte ein Abzug der Allierten wohl nicht so verheerende Auswirkung, aber er würde das Land zurück ins Choas stürzen, in welchem es Jahrzehnte lang gelebt hatte. Der Irak hingegen würde zu dem werden, was sich wohl viele insgeheim gewünscht haben und sich noch wünschen: Ein Desaster, ein islamischer Gottesstaat, welcher vielleicht Afghanistan mit hineinreissen würde. Wir bekämen die Taliban zurück, nur schlimmer, grösser und mächtiger. Zumindest zu diesem Zeitpunkt, in ein paar Jahren wird dies, dank der fortschreitenden Truppen- und Polizistenausbildung, wahrscheinlich anders aussehen. Ein Ende der Besatzung Palästinas, was wohl mit »Juden ins Meer« gleichzustellen ist, denn mit weniger werden sich die Terroristen kaum zufreiden geben, ist nun hoffentlich keine Option. In einem solchen Fall müsste man wohl auf eine von Michael Moore ausschliesslich in der englischsprachigen Ausgabe von Downsize This! propagierte Idee zurückgreifen: Den Juden Bayern geben.

Eine solche Reaktion ist - Blair sei dank! - nicht nur unwahrscheinlich, sondern wäre auch tödlich für uns. Es ist pure Naivität zu glauben, dass von der Region eine geringere Gefahr ausginge, überliesse man sie Leuten wie bin Ladan, Sarkawi, der Hamas oder Saddam Hussein. Glauben die Leute, die einen Abzug fordern, ernsthaft daran, dass diese Herren dann einfach bei sich zu Hause bleiben würden? Kann sich denn niemand mehr an die Demos der radikalen Muslime (welche wohl mindestens 13% der britischen Muslime ausmachen, denn so viele wünschen sich weitere Angriffe auf Amerika) in London erinnern, welche verkündeten, dass der Islam die Welt beherrschen werde? Gibt es auch nur einen einzigen Grund warum die Herrn in den dann nicht mehr besetzten Gebieten moderater sein sollten, nachdem wir ihnen gezeigt haben, dass wir erpressbar sind, dass unsere Werte verhandelbar sind?

Da hilft alles insistieren auf die Tatsache, dass London und Madrid Hauptstädte der »Kriegstreiber« sind nichts. Gerade Spanien ist das beste Beispiel, dass Appeasement nicht funktioniert, eben weil die Anschläge ziemlich wenig bis gar nichts mit der Militärpräsenz im Irak oder Afghanistan zu tun hatten. Mittlerweile ist ja bekannt, dass die Planung von 3/11 noch im Jahre 2000 begann. Auch wurden nach dem spanischem Truppenabzug Anschläge auf das Santiago Bernabeu sowie auf den Justizpalast verhindert, nicht etwa durch durch das Appeasement, sondern durch Geheimdienste. Die Anschläge in Istanbul passen auch ganz und gar nicht ins Bild, war die Türkei doch ein erklärter Gegner des Irak-Krieges. Schliesslich 9/11, da war noch niemand ausser Saddam in Zweistromland und in Afghanistan terrorisierten die Taliban die Bevölkerung und züchteten Scharen von Gotteskriegern.

Selbst die personifizierte Unschuld, Jaques Chriacs Frankreich, wurde nicht verschont. Sein Fehler hatte nichts mit dem Irak-Krieg zu tun, noch mit Palästina, noch mit Afghanistan zu tun. Das »Vergehen« war das Festhalten an unseren Werten. Für die Entlassung der zwei im Irak festgenommenen französischen Journalisten, forderten die Terroristen nichts weniger als die Aufhebung des Verbotes vom islamischem Kopftuch für die Mädchen in der Schule. Plötzlich halfen alle Beteuerungen, dass man gegen den Krieg gewesen sei nichts. Das Problem war, dass Frankreich nicht bereit war, das Symbol der Unterdrückung der Frau in den Schulen zu zulassen.

Hier liegt der Kern des Konfliktes: Unsere Werte. Es ist vielleicht ein wenig altmodisch oder gar pathetisch so davon zu sprechen, aber unsere Werte, im Grunde nichts anderes als unser Lebenstil, stehen auf dem Spiel. Dies wollen diese Terroristen uns nehmen. Sie glauben, dass Islam die Welt beherrschen soll. Sie glauben, dass Frauen in Burkas gehören, mir wird beim Gedanken an meine Freundin mit einem aufgezwängtem, islamischem Kopftuch übel. Sie glauben, dass Frauen ihren Männern gehören, ich wundere mich täglich über mein Glück, dass meine Angebetene mit mir sein will. Sie glauben an Geschlechtertrennung überall, ich will meine Freundin in die Arme nehmen. Sie glauben, Frauen seien Menschen zweiter Klasse, ich nicht. Sie verlangen Bärte von den Männern, ich aber will keinen, denn »er kratzt«, sagt sie. Sie glauben, jeder müsse sich kleiden wie sie, ich aber hänge an meinen Kuhshorts und der Diversität. Sie glauben, jeder müsse fünfmal in Richtung Mekka beten, ich glaube, dass dies soll, wer will. Sie wollen alle Juden ins Meer werfen, ich nicht. Sie glauben, wir sollen wie sie glauben, ich glaube, dies steht jedem frei. Dies sind nur einige der Sachen, welche nicht nur mich, sondern - das will ich hoffen - uns alle von ihnen unterscheiden.

Diese Sachen sind nicht verhandelbar. Ein Eingehen auf ihre Forderungen wäre aber der Beginn der Verhandlungen. Und der Beginn vom Ende.

Donnerstag, 7. Juli 2005

News aus London

16:27: Noch immer eine Bombendrohung in der Victoria-Station laut Andy Trotter (vom öffentlichem Verkehr).

16:15: Die arabische Liga verurteilt die Anschläge scheinbar ohne Vorbehalt. Vorbildlich! (Ich vertraue dem Spiegel einfach mal, dass er nichts unterschlagen hat)

16:13: Sky spricht von mindestens 45 Toten.

15:50: Die erste muslimische Verdammung des Terrors. Oder so etwas in der Richtung. Genauergesagt gab sich die Islamic Human Rights Commission (ehm, ja, Situationskomik nennt sich das wohl, es gibt schliesslich keine Veganer für Robbenjagd-Vereinigung) mit ein Satz der Verdammung zufrieden und verbrachte den Rest der Zeit damit, Muslime vor Racheakten zu warnen. Ganz wichtig, denn wir im Westen sind dafür bekannt, dass wir durch die Strassen ziehen und Leute die uns nicht gefallen umbringen. Es ist unsere Justiz, welche vergewaltigte Frauen zu weiteren Vergewaltigungen als Strafe verurteilt und sie nackt durch Dörfer treibt. Es sind westliche Väter, die ihre Töchter eigenhändig vor dem ganzen Dorf umbringen, wenn diese ausserehelichen Sex haben. Es sind Christen, die Leute mitten in Europa umbringen, welche ihrem Lebenstil nicht entsprechen. Es war ein Europäer, der einen muslimischen Filmemacher umbrachte, weil dieser eine nicht-christliche Meinung vertrat. Christen oder Atheisten müssen sich ja bekanntlich von den Ihren schützen, wenn sie sich von ihrem Glauben abwenden. Genauso haben ja auch unsere westliche Mitbrüder wieder Ehrenmorde in Europa eingeführt. Ja, fürchtet euch Muslime!
Oder verwechsle ich etwas?

14:50: CNN berichtet von mindestens 14 Toten in einem Zug und mehrern, welche schon herausgetragen worden sind (Info von einem Polizisten). Ausserdem könnte CNN endlich aufhören immer die selben Bilder zu zeigen… Weitere Informationen sollen in den nächsten Stunden veröffentlicht werden.

14:10: »We shall prevail, they shall not«. Danke, Tony!

14:00: »The british people will not be coward, the terrorists will not win« sagt David Davis. Will man doch hoffen.

13:58: Sky Europe sagt laut ZDF, dass ein Selbstmordattentäter auch dabei waren.

Freiheitskämpfer der Religion des Friedens in London

Freut Euch, Gemeinschaft der Muslime

Das würde ich euch nicht wirklich anraten, liebe Gemeinschaft. Im Gegenteil, bekennt euch endlich! Zu uns, gegen die Terroristen!

Zum Glück habe ich den Eindruck, dass Blair nicht Zapatero ist, die Briten nicht Spanier sind. Ich hoffe es zumindest!

Mittwoch, 6. Juli 2005

Take This, Jaques!

Sommerspiele 2012 in London

Muahahaha!

Dienstag, 5. Juli 2005

Demokratie gewinnt weiter

In what might be a sign of a new political landscape, a major Sunni umbrella group called on its members on Monday to register for the next round of elections and take part “despite our reservations.”

Adnan al-Dulaimi, the head of the group, called the Sunni Endowment, said in a briefing in Baghdad that clerics would be asked to issue fatwas, or religious rulings, essentially ordering Sunnis to vote in elections. Among its other functions, the Sunni Endowment is charged with oversight of Sunni Arab mosques and holy sites throughout Iraq, giving it wide influence among clerics.

“I ask all Sunni people to register their names for the next election, because we are in a political battle that depends on the vote,” he said.

Perhaps as significant as his call for voting, Mr. Dulaimi explicitly renounced violence as a way for the Sunnis to regain power. Mr. Dulaimi’s group, like many other Sunni groups, insists that Sunnis are not a minority in Iraq, despite various estimates suggesting that they make up about 20 percent of the population.

Wie war das noch einmal? »Sunnitischer Widerstand«? »Die Sunniten werden sich nie an einer Demokratie beteiligen wollen«? Und all die anderen haltlosen, für die Sunniten beleidigenden Behauptungen?

Wäre dies nicht auch eine Neuigkeit, welche man in den europäischen Medien gerne lesen würde, welche sich sonst lechzend auf jede Autobombe wirft und die Apokalypse im Irak heraufbeschwört? Vielleicht bei den Magazinen, welche doch so gerne der New York Times abschreiben, von welchen eines sogar mit der grauen Dame kooperiert? Aber anderseits wäre auch Weltfrieden und das Ende von Hungernot wünschenswert. Man kann einfach nicht alles haben und ein immer stärker einsetzender politischer Prozess seitens der Sunniten im Irak ist doch auch schon etwas, oder?

»Money, so they say is the root of all evil today.«¹

Die legendäre britische Rockband Pink Floyd, die beim “Live 8″-Konzert am Wochenende zum ersten Mal seit einem Vierteljahrhundert wieder gemeinsam mit ihrem ehemaligen Mastermind und Bassist Roger Waters aufgetreten ist, will alle aus dem Konzert resultierenden Einnahmenzuwächse karitativen Organisationen zukommen lassen. Die Verkäufe ihres Best-Of-Albums “Echoes” hatten nach dem Konzert im Hyde Park um mehr als 1.300 Prozent zugenommen.

“Ich will nicht von dem Konzert profitieren”, sagte Gitarrist David Gilmore am Dienstag, “auch wenn das Hauptziel des Konzerts war, Bewusstsein zu bilden und die Chefs der G-8-Staaten unter Druck zu setzen”. “Dieses Geld soll verwendet werden, um Leben zu retten”.

Die mit Abstand besten Musiker des Konzertes haben auch die grösste Klasse. Alle anderen sind noch still, owbohl sie auch nicht schlecht mitverdient haben:

Die Zuwächse waren nach dem Konzert am Samstag im Londoner Hyde Park, das eines von zehn internationalen Konzerten der “Live 8″-Serie war, bei allen dort aufgetretenen Künstlern zu bemerken. Die Verkäufe von “Then and Now” von The Who stiegen um 863 Prozent, das Best-Of-Album der Eurythmics um 500 Prozent, und “Life For Rent” von Dido um 412 Prozent. Ebenfalls deutlich stärker verkauften sich die “Greatest Hits” von Robbie Williams (plus 320 Prozent), “The Very Best of” Sting (plus 300 Prozent), Madonnas “Immaculate conception” (plus 200 Prozent), und auch “Best of 1990-2000″ von U2 (plus 116 Prozent).

Ob die Herren um Oberbessermensch Bono plötzlich die afrikanischen Experten erhören werden, welche verzweifelt den Stopp aller Hilfen für Afrika fordern? Wundern würde es mich nicht…

¹ Für alle weniger Musik-interessierten: Diese Zeile stammt aus Pink Floyds Money.

Kleine Feststellung

Wieso bleiben Leute, wie dieser Strassenpoet, die mich nicht mögen, immer an meinem Familiennamen oder an meiner Nationalität hängen? Will das etwas heissen? Sind sie bloss einfallslos? Oder sind sie tatsächlich so?

Die grössten Depps du Jour

Es scheint in der Blogwelt mittlerweile modisch geworden zu sein, Idioten zu Deppen des Tages auf französisch zu erklären. Ich glaube ich bin der Erste der den Preis gleichzeitig an 2 frankophile Nationalisten vergibt. Sie haben sich die Auszeichnung mehr verdient als alle anderen.

Der Erste ist - wieso er die Auszeichnung nicht schon eher erhielt weiss ich nicht - unser Freund, Versager und Unterhalter Jaques Chirac:

In his private conversations with Germany’s Gerhard Schröder and Vladimir Putin of Russia, he [Chirac] is reported to have said of the British: “The only thing they have contributed to European agriculture has been the insane cow.”

Irgendwie habe ich es mir schon gedacht, dass dies ungefähr sein intellektuelles Niveau sein muss. Aber irgendwie schockt die Bestätigung dennoch. Doch das war nicht alles, er hatte mehr zu bieten!

Apparently, Mr Chirac doesn’t enjoy British cooking, either. He is said to have sneered to his fellow Eurocrats: “One cannot trust people who have such bad cuisine.”

Denn Froschschenkel und Schnecken sind ja der Beweis der Überlegenheit der französischen Cuisine. Zudem, wohl eine weitere Bestätigung obiger Aussage, ist der französische Markt, McDonald’s grösster in Europa.

Der Zweite ist EU-Alleinunterhalter Juncker:

A Yes to the EU constitution in Luxembourg could yet revive the treaty, despite the blow it has received from both the French and Dutch citizens, said the country’s prime minister.

Denn Frankreich und Holland repräsentieren bloss über 77 Millionen Menschen, während in Luxemburg doch schon stoltze 500′000 hausieren.

Wer hat den Typen aus der Anstalt entlassen?

Gulag unserer Zeit

From the first light of morning, soldiers squat in the fields, many of them stripped down to their T-shirts. They are joined by women with babies strapped to their backs, children who look like they ought to be in school and senior citizens with white kerchiefs wrapped around their heads to protect them from the sun.

It is the height of the planting season in North Korea and the regime has mobilized millions of people to make the most of the moment. Even office workers from the city are spending their weekends in the countryside planting rice and other crops.

The mass mobilization has been the custom every year in North Korea for decades — it is usually as much a way of inculcating collectivist values as getting out the crops.

Und dennoch werden wohl viele wieder verhungern. Es lebe der Sozialismus!

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