Sonntag, 19. Juni 2005
Ukraine ist nah
Nach dem überraschenden Erfolg des Hardliners Mahmud Ahmadinedschad sind die geschlagenen Reformer in Aufruhr. Offen bezichtigen sie die alten Cliquen des Ex-Milizionärs des Wahlbetrugs. Die Stimmung nach der Wahl ist explosiv.
Das ist schon einmal ein Anfang. Mir scheint, die Mullahs haben sich mit dem Pushen eines Hardliners selbst ein Ei gelegt: Wer glaubt, ein Land, dessen Unzufriedenheit mit den Mullahs eine unantastbare Tatsache ist, dessen Bevölkerung jung wie kaum eine andere ist, würde einen Hardliner wählen, der, so ein Politikwissenschaftler, »out of touch« mit der Bevölkerung ist?
Zudem sind alle Hinweise auf die Wahlbeteiligung mit grösster Vorsicht zu geniessen, denn sie stammen von den Mullahs. Alle ausländischen Reporter haben einen Schattenmann und berichten ausschliesslich von durch Mullahs ausgewählten Wahllokalen. Alle Berichte von den Iranern selbst (siehe dazu: Regime Change Iran, Iran Votes 2005), berichten von leeren Strassen und von wesentlich weniger gefüllten Wahllokalen als noch 1997.
Übrigens, der Rafsandschani, welcher vom Spiegel als moderat bezeichnet wird, ist derjenige, der meinte, wenn die islamische Welt eines Tages, Nuklearwaffen bekäme, würde das Israel-Problem gelöst werden, denn eine solche Waffe würde »nichts [von Israel] auf dem Boden lassen«. Nicht meine Vorstellung von moderat.
Iranians, free yourself! Faster, please?
