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Kein Gottesstaat, Folge 397 | Home | The Final Countdown

Freitag, 27. Mai 2005

Nichts ändert sich

Zur Tagung des Europäischen Rats Jüdischer Gemeinden, die am Freitag in Basel beginnt, werden rund 200 Vertreter aus 40 Ländern erwartet.

Aus der Schweiz werden jüdische Spitzenvertreter aus Zürich, Basel und Genf teilnehmen. Anlass der Konferenz sind die zunehmenden antisemitischen Übergriffe in der Schweiz und in Europa.

In diesem Jahr ist es bisher in der Schweiz gleich zu mehreren gravierenden Übergriffen gekommen: Im März wurde ein Brandanschlag auf die jüdische Synagoge in Lugano verübt, im April die Synagoge in Genf mit Hakenkreuzen und Nazi-Slogans beschmiert und einige Wochen später im April der jüdische Friedhof in Vevey/Montreux geschändet.

“Wir stellen eine zunehmende Verschärfung des Antisemitimus fest”, hält Alfred Donath, Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG), gegenüber swissinfo fest.

Bisher seien eher latentere Formen, wie beispielsweise der Schmähbrief, bekannt gewesen. “Jetzt haben wir aber mehr und mehr Graffiti an jüdischen Bauten.”

Neu ist laut Donath ebenfalls, dass Kinder orthodoxer Juden auf der Strasse angegriffen würden. Es herrschten zwar noch nicht Zustände wie in Frankreich, Belgien oder den Niederlanden, aber die Intensität der Belästigungen habe im Vergleich zu vor ein paar Jahren zugenommen.

In den Musterstaaten der EU werden also schon jüdische Kinder auf der Strasse angegriffen, dennoch haben wir nichts besseres zu tun als im Kreise zu sitzen und »Imagine« zu singen. Alles ist bestens. Wir lieben uns alle.

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