Mittwoch, 25. Mai 2005
Was der Spiegel Online übersah
Die irakische Filiale des Terrornetzwerks bittet in einem Internet-Statement die Sympathisanten um Genesungs-Gebete für ihren Anführer Abu Musab al-Sarkawi. Über die Schwere der Verletzung gibt es keine Angaben. Auch eine unabhängige Bestätigung fehlt naturgemäß. Es könnte sich bei der Nachricht aber um einen PR-Trick handeln.
Die Schwere der Verletzung ist sehr wohl bekannt. Laut SpOns Lieblingsabtippquelle Washington Post wurde er von einer Kugel zwischen Schulter und Brust getroffen, war seitdem zweimal bewusstlos und denkt über seinen Nachfolger nach.
Aber dies ist nicht so wichtig, wie ein Detail, welches natürlich nur Reporter - wie die der Washington Post - vor Ort erfahren können:
“We are very happy to hear that Zarqawi is wounded, and by the will of God we will hear the news of his death at the hands of the Iraqi army,” said Mohammed Hakim, a spokesman in Najaf for Ayatollah Mohammed Saeed Hakim, a spiritual leader of Iraq’s Shiite Muslims. Shiites have frequently been targeted by insurgent attacks, including one last week in which one of the ayatollah’s aides was shot to death.
Aber sowas sollen die Leser im frühlingshaften Europa nicht erfahren, denn Zarkawi ist die Resistance, welche für das arme irakische Volk und gegen den bösen, arroganten, BigMac-fressenden Ami kämpft. Oder aber, die Europäer projezieren ihren Antiamerikanismus auf den Irak. Doch das würden sie nicht tun! Unter keinen Umständen! Sowas ist nicht europäisches Niveau! Selbstverständlich nicht!

Mittwoch, 25. Mai 2005, 19:01
und warum verschweigt Greg das?
Some Iraqis and Americans said they suspected the reports were a ruse, either to boost Zarqawi’s popularity or to trick his pursuers.
Man kann es auch so sehen das die europäischen, antiamerikanischen, Medien nicht jeden Propagandamist gleich ungeprüft abtipppen.
Achso: Der Spiegel verschweigt: Osama in Basel gesehen!
Mittwoch, 25. Mai 2005, 19:14
Steht doch im Spiegel-Zitat: »Es könnte sich bei der Nachricht aber um einen PR-Trick handeln.« Im Artikel selbst geht SpOn noch näher darauf ein.
Nice try…
Mittwoch, 25. Mai 2005, 19:25
Die Schwere der Verletzung geht nicht aus dem WP Bericht hervor, denn zwischen Schulter und Brust kann alles sein. Schlussendlich beruht diese Meldung auch auf den Augenzeugenbericht von Abu Karrar der gestern neben ihm Händchen gehalten hat und heute der WP Interviews gibt?
Lächerlich
Mittwoch, 25. Mai 2005, 20:55
Es ist tatsächlich besser, wenn Du Deine Quellen im Original zitierst, als wenn Du sie durch Übersetzung als eigene Texte ausgibst. Dann sind sie nämlich zumindest sprachlich nicht ganz so arm. :-)
Donnerstag, 26. Mai 2005, 17:03
Mittlerweile wird gemutmaßt, dass er sich in Syrien aufhält, jenem Land, dessen Regierung der omnipräsente und -potente deutsche Islamspezialist Michael Lüders kürzlich verteidigt hat: Es gibt “eine zunehmende Dämonisierung Syriens von Seiten der Regierungen in Washington und in Jerusalem, mit dem Ziel, die Achse des Bösen in Richtung Teheran und Damaskus auszuweiten. Syrien und Iran sind ja seit dem irakisch-iranischen Krieg 1980/88 eng miteinander verbündet und beide Länder sind den Regierungen in den USA und in Israel ein Dorn im Auge, insofern wird die Kritik an Syrien auch massiv überbewertet, mit dem Ziel, das Land an den Pranger zu stellen, um es massiv unter Druck zu setzten.” (kosmoblog.blogspot.com/2005/02/libanon-im-kontext.html)
Vielleicht ist aber auch einfach nur in Hannover, wo man eine eigene Krankenhausabteilung eingerichtet hat für Leute, die sich vor unreinen Nicht-Moslems graulen:
kosmoblog.blogspot.com/2005/05/multi-kulti.html
Donnerstag, 26. Mai 2005, 19:47
Bei den ganzen Berichten sind soviele Mutmassungen drinnen, man könnte meinen man braucht keine Fakten mehr um irgendwas zu belegen.
Montag, 30. Mai 2005, 16:32
@Ulrich,
Da kürzlich ein Baathist in Syrien gefasst und ausgeliefert wurde und laufend geschnappte Terroristen im irakischen Fernsehen gestehen, dass sie in Syrien angeworben wurden, ist das konkret und keine Spekulation.
Lüders’ Zitat macht auch insofern keinen Sinn, dass er von einer “Ausweitung” der Achse des Bösen auf den Iran spricht, wenn die, wie der traditionelle iranische Verbündete Nordkorea auch, von Anfang an drin waren.