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Mittwoch, 25. Mai 2005

Kein Gottesstaat, Folge 397

Wir erinnern uns noch an das Theater, welches los ging, als sich herausstellte, dass eine islamische Partei die Wahlen im Irak gewann. Schnell vergass man, dass christliche Parteien bei uns Wahlen gewinnen und wir deswegen noch lange nicht in Königreichen des Himmels leben. Man war sich sicher, dass ein Gottesstaat à la Iran unmöglich zu vermeiden war. Mit Schadenfreude bemerkte man, dass die Amis wohl Milliarden für eine weitere islamische Diktatur aus den Fenster geworfen hatten, nicht für Freiheit. Und überhaupt, die Iraker hatten doch sowieso alle Freiheiten unter Saddam, alles war rosa, solange man nicht lautstark gegen den Führer protestierte, lautete die Geisteshaltung Europas.

Nun scheint die Realität den Weisen Europas wieder einen Streich zu spielen. Die Regierung von al Jaafari - welcher wie schon erwähnt teilweise als religiöser Fanatiker porträtiert wurde - hob Einschränkungen auf Alkohol, Diskos und Casions auf, weil diese die persönlichen Freiheiten der Iraker einschränken würden. Das ist eine Begründung! Währenddessen will man in gewissen Teilen Europas Zigaretten verbieten…

7 Kommentare zu “Kein Gottesstaat, Folge 397”

  1. Anonymus sagte:

    Fehlt nur noch eine Erklärung welche restrictions denn da aufgehoben wurden. “Nicht auf den Boden spucken vor 8″?
    Wahrscheinlich will man nur die Wirtschaft ankurbeln das die GIs auch nach 22:00 bechern können.

  2. Alrik sagte:

    Ganz klar, das geschieht auf Weisung der Amis, damit die US-Medienindustrie und die Bacardis das Irakische Volk auspressen können.
    (Der ist wahre Grund- das mit dem Öl ist doch nur Ablenkungsmanöver von CIA Strohmännern wie Chomsky).

    Ausserdem sollten wir den Arabern nicht unsere Kultur- die eh minderwertig im Vergleich zum Islam ist und nur aus Kreuzzügen und Hexenverbrennungen besteht- nicht aufzwingen. ;)

  3. amigoboom sagte:

    Der Koran beinhaltet eine politische Ideologie: Den Moslems ist es geboten, sich einen Kalif zu wählen (wenn man mal von der Ausnahme der Schiiten absieht, deren oberster pol. und rel. Führer durch die direkte Abstammung vom vierten rechtmäßigen Kalifen bestimmt wird). Der Kalif hat dafür Sorge zu tragen, daß der Wille Allahs allgemeines Gesetz wird und streng befolgt wird. Praktisch so, als ob Karl der Große auch noch Papst gewesen wäre.

    Die christlichen Parteien beziehen sich auf das Neue Testament der Bibel, wonach eine Einigkeit von Religion und Politik nicht vorgeschrieben ist: Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist!

    Das ist imho der wichtigste Unterschied zwischen Christentum und Islam.

    Und das macht den Islam so problematisch…

  4. Yanestra sagte:

    Es ist wirklich nicht das erste Mal, dass ein oder mehrere Radikalinskis, um irgendwelche Folgeerscheinungen zu vermeiden, plakativ Entscheidungen fällen, die von außen so aussehen, als wären sie freiheitlich. Gucke Taliban, gucke Erogan, gucke Wächterrat (Iran).

    Da erlaubt einer z.B., dass Frauen zur Uni gehen dürfen, verändert aber gleichzeitig die Zulassungsbestimmungen so, dass es nationweit höchstens drei sein werden. Oder er erlaubt fast Gleichberechtigung bei Scheidungen, öffnet aber gleichzeitig ein Fenster für Glaubensrichter (so gesehen in Indien)…

  5. Yanestra sagte:

    @ amigoboom: In welchen Suren des Korans steht denn das? Ich denke, Deine Behauptungen bezüglich des Korans bzw. der Gebote für einen “Moslem” sind nicht zutreffend.

  6. martinius sagte:

    a propos islamischer gottesstaat, ich empfehle den artikel zum bericht der islamisierung der französischen schulen bei gudrun eussner - http://www.eussner.net/artikel_2005-05-22_19-29-26.html - das ist ein weiterer teil der europäischen (moslemischen) realität…

  7. amigoboom sagte:

    @ yanestra, kurzerhand:

    http://www.hizb-ut-tahrir.org/deutsch/

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