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Montag, 16. Mai 2005

Spült Newsweek hinunter!

Der Bericht löste in Afghanistan blutige Unruhen aus, bei denen 16 Menschen starben und mehr als 100 Menschen verletzt wurden. “Newsweek” hatte berichtet, US-Ermittler hätten in Guantánamo den Koran die Toilette hinuntergespült. Nun erklärt das US-Magazin, es habe sich geirrt.

In seiner neuesten Ausgabe entschuldigt sich “Newsweek” zugleich bei den Opfern der gewaltsamen Proteste, die der Bericht vor allem in Afghanistan ausgelöst hatte.

Na toll, sie entschuldigen sich. Das wird den 16 Toten ganz sicher helfen und das noch mehr angekratzte Image der USA wird’s auch reparieren.

Die Medien sind nicht gegen den Krieg. Sie sind auf der anderen Seite.

24 Kommentare zu “Spült Newsweek hinunter!”

  1. Anonymus sagte:

    von orf.at
    Informant “nicht mehr sicher”

    In der jüngsten “Newsweek”-Ausgabe heißt es nun, der Regierungsbeamte habe auf neuerliches Nachfragen hin erklärt, er sei sich nicht mehr sicher, ob er den Koranschändungsvorfall tatsächlich in einem Untersuchungsbericht erwähnt gesehen habe oder in anderen Unterlagen.

  2. Greg sagte:

    Verschöwr schön weiter, aber wenn’s eine Verschwörung gäbe, wäre der erste NEWSWEEK-Artikel erst gar nicht erschienen.

    Ausserdem, von einem logischen Standpunkt aus: Wie bitte bekommt man einen Koran in einer Toilette runtergespült? Das Buch hat Volumen…

    Ausserdem: http://www.cnn.com/2005/WORLD/asiapcf/05/15/newsweek.quran/index.html

    Isikoff found two other references to Qurans being tossed into toilets or latrines, the magazine reported.

    U.S. military officials said such claims are standard terrorist tactics.

    “If you read the al Qaeda training manual, they are trained to make allegations against the infidels,” Army Col. Brad Blackner told Newsweek.

    Blöd sind sie nicht…

  3. kzuse sagte:

    “Ausserdem, von einem logischen Standpunkt aus: Wie bitte bekommt man einen Koran in einer Toilette runtergespült? Das Buch hat Volumen…”

    Was ist das denn für ein Argument, Du Anfänger? :-)

  4. Greg sagte:

    Es ist keines. Mir fiel nur auf, dass meine Version viel zu gross - obwohl in kleiner Schrift gehalten - wäre, um heruntergespült zu werden. Es war also eher eine Frage…

  5. Yanestra sagte:

    “Die Medien sind nicht gegen den Krieg. Sie sind auf der anderen Seite.”

    Ach, das großartige Vorzeigeprojekt, die Freie Presse, und jetzt das! Beim Gleichschalten vergessen!

    Man könnte ja lachen, wenn es nicht ernstzunehmende Leute gäbe, die genau den gleichen debilen Quatsch von sich geben: Nicht etwa die Methode war falsch, sondern die Mentalität derjenigen, die über sie berichteten!

  6. kzuse sagte:

    “Es ist keines.” Na, da hast Du aber Glück gehabt, sonst wärst Du mein erster Preisträger geworden und nicht “Ch.Arms”. :-)

  7. Greg sagte:

    Yanestra,
    nicht zu viele Argumente aufs Mal, ich bitte dich.

  8. Yanestra sagte:

    Wie ich schon in meinem Blog sagte: “Hierzu bleibt zu bemerken, dass US-Soldaten vielleicht Menschen foltern, wie Hunde kriechen lassen, sie Schweinefleisch essen lassen und auf deren gesellschaftlichen und moralischen Werten herumtrampeln, aber nie, niemals auf die Idee kämen, auch nur ein Sterbenswörtchen gegen den Glauben ihrer Gefangenen zu verlieren. Im Gegenteil: Sie halten den Glauben hoch. Hunderte christliche evangelistische Missionare in Afghanistan und Irak beweisen das. “

  9. Greg sagte:

    Zudem haben ja auch alle US-Soldaten gefoltert. Überall. Die ganze Zeit. Hurra, wir haben die Welt erklärt!

  10. Yanestra sagte:

    Ich weiss nicht, ob Detailtreue (”ein verschwindend kleiner Anteil von US-Soldaten”) die Lage verbessert. So ausgebildet, wie die GIs in Irak auftauchten (nämlich völlig unvorbereitet) haben sie gegenüber der Zivilbevölkerung ein katastrophales Bild abgegeben, und zwar durch die Bank.

    Und heute ist es nicht viel besser: Der Kleinchef von Lynndie England wollte die Photos mit der kolportierten Hundeszene zur Ausbildung von Rekruten verwenden! Vorbildlich!

  11. Greg sagte:

    Nein, Faktentreue hätte es getan. Die Misshandlungen in Abu Ghraib hatten mit Verhören wenig zu tun, während das angebliche Herunterspülen des Koran (in Guantanamo, nix Irak, nix Soldaten im Irak) hätte statt finden sollen um die Verhafteten sprechen zu lassen.

  12. kzuse sagte:

    Greg. Lies bei newsweek nach. Sie haben die “Fakten” zweimal gecheckt.
    Was sie natürlich nicht aus der Verantwortung entlässt, wohlgemerkt.

  13. Anonymus sagte:

    BTW: Warum fehlt die Hälfte meines Eintrags oben?

  14. Greg sagte:

    Keine Ahnung. Mir passierte es einmal, dass Wordpress die Häfte einer meiner Kommentare gefuttert hatte ohne dass ich etwas bemerkt hätte…
    Kannst du kurz zusammen fassen, was dort stand?

  15. Anonymus sagte:

    Eigentlich wundert es mich nicht das der Beamte sich plötzlich nicht mehr sicher ist. Wahrscheinlich hat Onkel Sam, ein wenig Druck auf ihn und Newsweek ausgeübt. Soll ja schon passiert sein.

  16. Bucaro sagte:

    Zur Belohnung könnte man ja ein paar Ausgaben der Newsweek schänden.

    Dass man Personen und Tiere schänden kann, war mir bekannt, aber dass man auch Bücher schänden kann, weiss ich übrigens erst seit dieser Meldung.

  17. kzuse sagte:

    @Bucaro
    Wofür hieltest Du als gläubiger Christ den Satz “Ich scheiße auf die Bibel”?

  18. F. Hoffmann sagte:

    Hallo Kinnings!
    1.) Es gibt doch jede Menge amerikanischer Anwälte. Es wird sich doch einer finden, der im Namen der betroffenen Angehörigen (Tote durch Newsweek Artikel) Newsweek verklagt…

    2.) Was kzuse über die Bibel bringt (Ich scheiße auf die Bibel) ist noch vergleichsweise harmlos gegen das , was schon an Blasphemie als Kunst durchging. Kreuzigung von Schweinen und so…
    Habe deswegen aber noch keine Demos von Christen gesehen, die die Ermordung der “Künstler” forderten!
    Oder Mord-Fatwas gegen Schriftsteller wie Rushdie.

  19. Anonymus sagte:

    Da warst du noch nie bei einer Veranstaltung von Hermann Nitsch. http://www.nitsch.org/ Da wird fleissig demonstriert wenn er ein Schwein kreuzigt.

  20. Greg sagte:

    Zur Sache mit der Christenbeleidigung:

    The PA Takeover of the Church of the Nativity
    [...]
    On April 24, the Jerusalem Post reported on the damage that the PA forces were causing:

    »Three Armenian monks, who had been held hostage by the Palestinian gunmen inside Bethlehem’s Church of the Nativity, managed to flee the church area via a side gate yesterday morning. They immediately thanked the soldiers for rescuing them.
    They told army officers the gunmen had stolen gold and other property, including crucifixes and prayer books, and had caused damage….
    One of the monks, Narkiss Korasian, later told reporters: “They stole everything, they opened the doors one by one and stole everything….They stole our prayer books and four crosses…they didn’t leave anything. Thank you for your help, we will never forget it.”
    Israeli officials said the monks said the gunmen had also begun beating and attacking clergymen.«

    When the siege finally ended, the PA soldiers left the church in terrible condition:

    »The Palestinian gunmen holed up in the Church of the Nativity seized church stockpiles of food and “ate like greedy monsters” until the food ran out, while more than 150 civilians went hungry. They also guzzled beer, wine, and Johnnie Walker scotch that they found in priests’ quarters, undeterred by the Islamic ban on drinking alcohol. The indulgence lasted for about two weeks into the 39-day siege, when the food and drink ran out, according to an account by four Greek Orthodox priests who were trapped inside for the entire ordeal….
    The Orthodox priests and a number of civilians have said the gunmen created a regime of fear.
    Even in the Roman Catholic areas of the complex there was evidence of disregard for religious norms. Catholic priests said that some Bibles were torn up for toilet paper, and many valuable sacramental objects were removed. “Palestinians took candelabra, icons and anything that looked like gold,” said a Franciscan, the Rev. Nicholas Marquez from Mexico.«

    Und dennoch stürmten keine Millionen von Christen die Strassen und erklärten den Palästinensern den Heiligen Krieg. Genau wie die Buddisten nach der Zerstörung der Buddahs durch die Taliban sich nicht prügeln wollten. Aber die Reaktionen in der muslimischen Welt auf die Story sind ein anderes, komplexeres Thema, weil ihnen der Hass ja grösstenteils staatlich seit dem Kindesalter eingehämmert wird.

    Übrigens, könnten sich Amerikaner durch das ewige Verbrennen der US-Flaggen überall auf der Welt nicht auch angepisst fühlen?

    Und Anonymus,
    ich lasse dir deine Verschwörung gerne, aber dann sind die Amis sauschlechte Verschwörer, denn sonst wär die Geschichte nie raus gekommen.

  21. kzuse sagte:

    “Und dennoch stürmten keine Millionen von Christen die Strassen” Wozu auch? Befinden wir uns auf einem Kreuzzug oder in einem “Heiligen Krieg”?

    Wir sind aufgeklärte, vernunftbegabte Christen, verdammt nochmal! Lassen wir uns vom 43. Sohn eines jemenitischen Bauunternehmers einen “Kreuzzug” aufzwingen? Von einem kriminellen Arschloch, das es nicht verwinden kann, ein NICHTS zu sein? In GOTTES Namen - wie wär’s mit ein bißchen Voltaire? Mit ein bißchen DENKEN?

  22. Yanestra sagte:

    @Greg: Ist halt ein gewisser Kulturunterschied. Ich glaube, nicht einmal der Papst würde sich aufregen, wenn einer die Bibel als Klopapierersatz verwendet. Ein Religionswissenschaftler sagte zum Thema Islam einmal, dass man locker über Allah Witze machen kann oder ihn verfluchen - dass man das gleiche aber sicherheitshalber nicht mit dem Propheten und seiner Offenbarung versuchen sollte. Die Leute sind da sehr empfindlich - genau deswegen ist das ja auch ein hervorragendes Druckmittel, sehr geeignet zur praktischen Anwendung.

  23. Greg sagte:

    Liebe Verschwörer,

    ihr seid auf exakt derselben Linie wie Qazi Hussain Ahmed, Chef der konservativen Islamischen Allianz in Pakistan. Hmm…

  24. Anonymus sagte:

    Das hat der Spiegel nur reingenommen um dir zu gefallen. :))

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