Sonntag, 27. Februar 2005
Ein kleiner Schritt… (Teil Zwei)
Am Südbahnhof kamen wir dann in Begleitung von John Goetz und dem ARD-Team von Monitor gefolgt von den ersten Antis an. Es war ein recht unterhaltsames Gefühl mit amerikanischen und israelischen Fahnen vor ihnen her zu laufen. Wie Ray bei Medienkritik so schön schrieb: »These colors don’t run, baby!« Dann tauchte auch die erste grössere Gruppe der neuen Generation der Hippies auf. An dieser Stelle sei gesagt, dass sich die Flower-Power-Hippies vom Vietnam-Krieg wohl im Grabe umdrehen dürften (oder sich in den Tod kotzen würden, falls all die Drogen sie noch nicht umgebracht haben), wenn sie diese neuen Hippies zu Gesicht bekämen. Ich werde also die echten Hippies nicht weiter beleidigen und den Term nicht mehr verwenden. Natürlich stolperten sie mit Transparenten an. Natürlich nicht mit selbst gebastelten, das ist bei der »Friedensbewegung« nicht notwendig, denn die PDS liefert solchen Stoff umsonst und den Teilnehmern fehlt jegliche Kreativität. Selbst kann ich mich nur noch an einen Schriftzug, nämlich »Solidarität mit der US-Friedensbewegung«, erinnern. Diese würde sich erstens im Anblick der Träger und ihrer Parolen vor Scham vergraben und anfangen Bush zu vergöttern und zweitens geniesst sie bei den Demokraten (von den Republikanern ganz zu schweigen) und nicht einmal beim Volk ein grosses Ansehen. Wenn mir jemand meine Erinnerung auffrischen könnte in Sachen restliche Transparente, dem wäre ich sehr dankbar. Bevor die Polizei uns trennte veranstalteten wir ein lustiges Spielchen: Wer mit seinen Transparenten vor den Anderen stehen kann, wo wir leicht im Vorteil waren, da wir mit unserer Masse an Cox & Forkum Schildern einfach dahinter stehen und diese darüberhalten konnten. So kam es dann auch, dass Schilder mit Aufschriften wie »Democracy in Iraq« über einem PDS-Plakat zu sehen waren. Definitiv genug hatte die Polizei als Ray einfach zu dem Schreihals in Desert-Strom-Jacke hinging und ihm »USA« ins Gesicht brüllte.
Also stellte sich das Anti-Konflikt-Team zwischen beide Parteien und es kam zu Parolenwechseln. Ürsprünglich hatten wir Lesungen von Bloggern vorgesehen sowie Diskussionen mit der anderen Seite, aber da der IQ der anderen Bande zusammengenommen nicht weit über der gefühlten Temperatur rangierte, welche bei Schneefall bekanntlich nicht besonders hoch ist, wie Paul das so schön formulierte, verwarfen wir das Projekt ziemlich schnell. Die Parolen der Gegenseite waren wie schon erwähnt nicht besonders orginell. Nein, sie waren von den 68er geklaut: »Internationale Völkermordzentrale USA« und »USA SA SS«. Bezeichnend für diese versuchten Annährungen der USA an Hitler war ein Gucci-Neo-Hippie (das sollte die Echten nicht so beleidigen) der mit einer Amerika-Fahne kam, auf welche er schrieb »Burn Burn«. Als er Kameras erblickte warf er sich auf die Knie, streichelte und hielt die Flagge theatralisch. Was in seinem Köpfchen vorging, scheint ziemlich eindeutig: Die Amerikaner dürfen stolz ihre Flagge zeigen und damit herumwedeln so oft sie wollen, während er genau dasselbe mit einer Deutschland-Fahne tun würde, doch seine Vorfahren haben’s ihm vermasselt und ein Nazi will er auch nicht. Wobei, wie wir später noch sehen werden, gedanklich war seine Gruppe davon nicht so weit entfernt. Der selbe Typ gröhlte mir vorher auch »Kyoto! Kyoto!« ins Gesicht. Als ich ihm erklärte, dass die Amis teilweise die Emissionen stärker als die Europäer reduzierten, grinste er nur blöd und als ich optimistisch nachwarf »Das ist Fakten! Fakten!«, meinte er nur verlegen, dass Kyoto ein Symbol wäre. So sind sie halt: Symbolisch für den Frieden auf die Strasse gehen, praktisch das irakische Volk verrecken lassen.
Es gab auch von unserer Seite Ideen die grosse Anti-Bush-Demo im Anschluss an unsere zu persiflieren, doch die eine Parole unserer Gegenspieler zeigte uns, dass dies schlicht und ergreifend ein Ding der Unmöglichkeit ist. Sie lautete »Alles Scheisse ausser Kuba!« Wie bitte soll man da noch etwas veräppeln? Sie tun es selbst! Wenn sie erklären, dass Bush Terrorist Nummer Eins seie, was kann man da noch gross tun, ausser liebevoll ihnen übers Köpfchen zu streicheln und sagen »Ihr habt ja Recht, der George, der ist ein ganz Böser und wenn du nicht weiter ganz lieb zu Friedensdemos geht, holt er dich ab und gibt dich nie wieder an Mammi zurück«? Ihr einziger, wirklicher, ausgestatteter Unterwanderungsversuch waren zwei oder drei Jungs mit irgendwelchen Filtertüten die sie wie KKK-Mitglieder aussehen lassen sollte. Naja, nice try…
Sie versuchten uns damit als Rassisten aussehen zu lassen und als das nicht wirkte gröhlten sie einfach »Rassisten!« oder »Ihr hasst doch alle Araber«. Erik versuchte ihnen dann noch zu erklären, wo alles Amerikaner Muslime (Ja, ich weiss Muslim != Araber, aber die Amis haben schon beide beschützt) verteidigt haben, stiess aber nur auf Thrillerpfeifen. Und das es gerade die Linke ist, die glaubt, dass die Araber eine »harte Hand« brauchen und mit Freiheit nicht auskommen können, dies wussten wir ja schon vorher.
Es ist auch nett zu wissen, dass die Iraker auf unserer Seite sind: In Brüssel demonstrierten 60 Iraker und 20 Belgier für Amerika und hiessen Präsident Bush willkommen!
Zumal sie uns auch den Beweis lieferten, dass sie Rassisten sind. Ich bekam die Parole »Ihr seid doch alles Scheissjuden« zu hören, andere berichteten von einem »Die Juden haben seit 70 Jahren keinen Anspruch auf dieses Land [Deutschland]«. Da gibt’s nichts gross zu sagen, ausser dass es ziemlich traurig ist, dass 60 Jahre nach Auschwitz, man wieder solche Parolen zu hören bekommt und zwar genau von der Generation der Deutschen die angeblich so angepisst ist, dass man ihnen den Holocaust vorhält. Ziemlich entlarvend für die »Friedensbewegung« ist dass sich anscheinend keiner an dieser Aussage gestört hat.
Mein schon einmal erwähntes »Peace Trough Superior Airpower«-Schild sorgte tatsächlich - wie Paul schon schrieb - für die meiste Aufregung. Und zwar nicht nur bei den Friedensbewegten, sondern auch bei einem telepolis-»Journalisten«…
Fotos folgen ganz, ganz bald und der dritte Teil über die Medien ebenfalls!

Sonntag, 27. Februar 2005, 04:00
“denn die PDS liefert solchen Stoff umsonst und den Teilnehmern fehlt jegliche Kreativität. Selbst kann ich mich nur noch an einen Schriftzug, nämlich »Solidarität mit der US-Friedensbewegung«, erinnern. Diese würde sich erstens im Anblick der Träger und ihrer Parolen vor Scham vergraben und anfangen Bush zu vergöttern”
Da muss ich widersprechen. Kennst Du die Protest Warrior-Aktionen? Die mischen sich ja unter US-Anti-Bush-Demos und dabei kommt immer wieder eine Organisation namens ANSWER vor ( vgl. http://www.answerla.org/contact/index.htm ). Auf den Demos werden jedenfalls dieselben Parolen gerufen und es wird den Pro-Bush-Demonstranten mit derselben Aggressivität begegnet. Dadurch, dass sie sich unter die “Friedensdemonstranten” mischen (was ziemlich mutig ist), erregen sie natürlich noch mehr Ärgernis. Dortige Sozialisten denken im Prinzip genauso wie die PDS-Leute. Sie wollen die USA in eine sozialistische Kopie Europas verwandeln. Während eben außerhalb der USA Leute z.T. sehr Amerika-feindlich sind, sagen die US-Kommunisten halt, dass sie ein anderes Amerika wollen. Und nach ihrer Ansicht wäre dann Amerika auch wieder beliebter. ( Natürlich wäre es das. Ein Polizist, der seine Pistole wegwirft und mit dem Bankräuber Eisessen geht, ist ja auch viel beliebter beim Bankräuber. )
Jedenfalls sind die Ideologien universell. Ihre Anhänger ticken überall auf der Welt gleich, unabhängig von der Nationalität. Und auf eine Art sind ja sowohl die sozialistischen als auch die freiheitlichen Ideale internationalistisch.
Dienstag, 26. April 2005, 11:59
Hallo Freunde
Schaut doch mal in meine HP Die Airpower Seite
Link. http://people.freenet.de/airpower/
Und Ihr werdet schnell merken…….sobald das Geld abgeschafft ist gibts nur noch intelligente Angelegenheiten.Über Dummheiten und Schwachsinniges ärgert man sich nicht mehr.
Man konzentriert sich wieder auf s Wesentliche
Liebe Grüsse
Jesus
Montag, 9. Mai 2005, 23:10
[…] fen, eine Gefahr darzustellen, protestierte eine Menschenrechtsorganisation. Und in Mainz wollten unsere Gegendemonstranten unter allen Umständen nach Kuba… […]