Too Cool for Internet Explorer

Montag, 28. Februar 2005

Mögliche Auszeit

Wenn ich in den nächsten Tagen (wenn’s hart auf hart kommt: Wochen) nichts schreibe, dann wird es daran liegen, dass wir von DSL auf Cable wechseln womit ein Unterbruch sehr, sehr wahrscheinlich ist.

Hold On!

Abartig

Der Attentäter brachte seinen Sprengsatz inmitten einer Menschenmenge in der Nähe einer Klinik zur Explosion. Die Gesundheitsbehörde bestätigte, dass 105 Menschen getötet und 130 verletzt wurden.

Nach behinderten Kindern als Selbstmordattentätern, jagen sie sich jetzt also vor Kliniken in Menschenmengen in die Luft. Die haben echt Format… Nebenbei sei angemerkt, dass diese Menschenmende sich auf einem Marktplatz befand und somit Frauen und Kinder die meisten Opfer sein dürften. In der naheliegenden Klinik konnte man die medizinischen Tests machen, welche notwendig sind, um einen Job vom Staat zu bekommen. In den Gehirnen der Terroristen und ihrer heimlichen Sympathisanten überall auf der Welt, dürften sie wohl deshalb Kollaborateure gewesen sein. Anders gesagt: Keine Opfer!

Und zu allem Überfluss werden Terroristen wie dieser Selbstmordattentäter in Europa grösstenteils als »Widerstandskämpfer« und »Aufständische« vergöttert. Das stimmt auch: Sie widersetzen sich wie die meisten Irakkriegsgegner (also mehr oder minder ganz Europa) einem friedlichem, demokratischen Irak.

Man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen könnte.

Terroristenbusiness

Swiss authorities have ruled that a Geneva-based half-brother of al Qaeda leader Osama bin Laden has the right to use the family name as a trademark.

Ich wusste es doch! Auf unsere Behörden ist immer Verlass, wenn es darum geht eine Absurdität zu produzieren. Es ist aber dann doch verwunderlich, dass der Geschäftsmann Yeslam Bin Ladin und Bruder des Massenmörders Osama den Namen nicht zu einer Buisnessidee verwerten will. Es gäbe nämlich genug davon: Vielleicht nicht gerade eine Lebensversicherung, das wäre nicht wirklich rentabel, aber eine Versicherung die einem Anspruch auf finanzielle Entschädigung zusichert, wenn Allah nicht wie versprochen 72 willige Jungfrauen liefert. Oder ein Getränkeverkaufsstand unter dem Namen »Mit Bin Ladin erfrischt, Bush weggewischt« für Friedensdemonstrationen. Auch als Kleiderhersteller für alle sozialistischen und kommunistischen Parteien dieser Welt, die dann nicht mehr beim imperialistischen Feind kaufen müssten - zumindest hätten sie das Gefühl.

Aber Yeslam Bin Ladin ist ein Guter:

Bin Ladin has repeatedly condemned the Sept. 11 attacks and loss of life.

Genau deshalb will er von seinem Namen nicht profitieren. Also fast:

he plans to market a perfume under the name “Yeslam” with the “YB” logo later this year.

Er wollte einfach verhindern, dass jemand seinen Namen zu schlechten Zwecken verwendet:

“I don’t intend to exploit the brand Bin Ladin commercially for the time being, but registering it will prevent others from using my name to bad effect,”

Ich mache nur ungern den Spielverderber, Yeslam, aber auch wenn die Friedensbewegung auf dem Kontinent den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika für den Terroristen Nummer Eins hält, hat dein Halbbrüderchen Anschläge in Auftrag gegeben, welche mehr als 3000 Menschen das Leben kosteten und zwei Türme einkrachen liessen. Meinst Du nun nicht, lieber Miteinwohner Genfs, dass dies deinem Familiennamen schon nicht so gut tat?

Sonntag, 27. Februar 2005

Das Bild

Peace Trough Superior Airpower

Willkommen Wordpress!

Bei der Demo in Mainz fiel mir auf, dass der Name »Against Me« alles andere als gut verständlich ist und eigentlich keiner wusste was gemeint war. Obwohl ich nun den Namen geändert habe, erkläre ich den alten trotzdem einmal: »Against Me« ist der Name einer anarchistischen Punkband auf welche ich gestossen bin, weil sie ein Album unter dem Titel »Reinventing Axl Rose« veröffentlichte und Axl eines meiner musikalischen Idole ist. Den Namen fand ich ziemlich treffend als ich meinen Blog startete: Ich hatte das Gefühl, dass alles gegen mich und speziell gegen meine Ideen und Visionen arbeitet. Also zumindest wenn man es so krass ausdrücken will.

Da dies aber wie gesagt, keiner so richtig zu verstehen schien, musste ein neuer Name her. Als gebürtiger Pole wollte ich schon lange einmal den Fakt ausnutzen, dass mein Geburtsland zu Amerikas zweitbestem Freund wurde und von Rumsfeld so schön als moderenes und offenes Land hervorgehoben wurde, welches versteht, dass man für Freiheit austehen und kämpfen muss, während Deutschland und Frankreich zu Grossmachtnostaligikern degradiert wurden. Da lag natürlich nichts näher als der Titel »A New European« und ich denke, dass er ziemlich treffend ist.

Vielleicht ist euch das Bild aufgefallen. Will es nun aussagen, dass ist Europa hasse? Nein - und ich denke, jeder der halbwegs für sich nachdenken kann, ist auch zu diesem Schluss gekommen - ich mag Europa. Wirklich. Ich mag die Leute, die Kultur, den Lebensstil mit allem drum und dran! Selbst den »Ich bin moralisch überlegen«-Komplex der meisten Europäer finde ich süss. Dennoch halte ich recht wenig von Europas (Aussen-)Politik und noch weniger von der EU die sich immer mehr zu einem sozialistischem Grossstaat entwickelt. Die Medien sind dann meiner Meinung nach gänzlich jenseits von Gut und Böse. Auf alle Fälle wird das Bild provozieren, was so viel heisst wie zum denken anregen.

Ich ergriff auch die Gelegenheit um von b2evolution auf WordPress umzusteigen, weil WordPress das ist, was ich brauche: Ein Blog, nicht mehr, dafür aber sehr elegant und mit Hunderten von nützlichen Plugins. Der Blogroll, alle Bildchen und Statistiken werden in Kürze wieder verfügbar sein.

Ein kleiner Schritt… (Teil Zwei)

Am Südbahnhof kamen wir dann in Begleitung von John Goetz und dem ARD-Team von Monitor gefolgt von den ersten Antis an. Es war ein recht unterhaltsames Gefühl mit amerikanischen und israelischen Fahnen vor ihnen her zu laufen. Wie Ray bei Medienkritik so schön schrieb: »These colors don’t run, baby!« Dann tauchte auch die erste grössere Gruppe der neuen Generation der Hippies auf. An dieser Stelle sei gesagt, dass sich die Flower-Power-Hippies vom Vietnam-Krieg wohl im Grabe umdrehen dürften (oder sich in den Tod kotzen würden, falls all die Drogen sie noch nicht umgebracht haben), wenn sie diese neuen Hippies zu Gesicht bekämen. Ich werde also die echten Hippies nicht weiter beleidigen und den Term nicht mehr verwenden. Natürlich stolperten sie mit Transparenten an. Natürlich nicht mit selbst gebastelten, das ist bei der »Friedensbewegung« nicht notwendig, denn die PDS liefert solchen Stoff umsonst und den Teilnehmern fehlt jegliche Kreativität. Selbst kann ich mich nur noch an einen Schriftzug, nämlich »Solidarität mit der US-Friedensbewegung«, erinnern. Diese würde sich erstens im Anblick der Träger und ihrer Parolen vor Scham vergraben und anfangen Bush zu vergöttern und zweitens geniesst sie bei den Demokraten (von den Republikanern ganz zu schweigen) und nicht einmal beim Volk ein grosses Ansehen. Wenn mir jemand meine Erinnerung auffrischen könnte in Sachen restliche Transparente, dem wäre ich sehr dankbar. Bevor die Polizei uns trennte veranstalteten wir ein lustiges Spielchen: Wer mit seinen Transparenten vor den Anderen stehen kann, wo wir leicht im Vorteil waren, da wir mit unserer Masse an Cox & Forkum Schildern einfach dahinter stehen und diese darüberhalten konnten. So kam es dann auch, dass Schilder mit Aufschriften wie »Democracy in Iraq« über einem PDS-Plakat zu sehen waren. Definitiv genug hatte die Polizei als Ray einfach zu dem Schreihals in Desert-Strom-Jacke hinging und ihm »USA« ins Gesicht brüllte.

Also stellte sich das Anti-Konflikt-Team zwischen beide Parteien und es kam zu Parolenwechseln. Ürsprünglich hatten wir Lesungen von Bloggern vorgesehen sowie Diskussionen mit der anderen Seite, aber da der IQ der anderen Bande zusammengenommen nicht weit über der gefühlten Temperatur rangierte, welche bei Schneefall bekanntlich nicht besonders hoch ist, wie Paul das so schön formulierte, verwarfen wir das Projekt ziemlich schnell. Die Parolen der Gegenseite waren wie schon erwähnt nicht besonders orginell. Nein, sie waren von den 68er geklaut: »Internationale Völkermordzentrale USA« und »USA SA SS«. Bezeichnend für diese versuchten Annährungen der USA an Hitler war ein Gucci-Neo-Hippie (das sollte die Echten nicht so beleidigen) der mit einer Amerika-Fahne kam, auf welche er schrieb »Burn Burn«. Als er Kameras erblickte warf er sich auf die Knie, streichelte und hielt die Flagge theatralisch. Was in seinem Köpfchen vorging, scheint ziemlich eindeutig: Die Amerikaner dürfen stolz ihre Flagge zeigen und damit herumwedeln so oft sie wollen, während er genau dasselbe mit einer Deutschland-Fahne tun würde, doch seine Vorfahren haben’s ihm vermasselt und ein Nazi will er auch nicht. Wobei, wie wir später noch sehen werden, gedanklich war seine Gruppe davon nicht so weit entfernt. Der selbe Typ gröhlte mir vorher auch »Kyoto! Kyoto!« ins Gesicht. Als ich ihm erklärte, dass die Amis teilweise die Emissionen stärker als die Europäer reduzierten, grinste er nur blöd und als ich optimistisch nachwarf »Das ist Fakten! Fakten!«, meinte er nur verlegen, dass Kyoto ein Symbol wäre. So sind sie halt: Symbolisch für den Frieden auf die Strasse gehen, praktisch das irakische Volk verrecken lassen.

Es gab auch von unserer Seite Ideen die grosse Anti-Bush-Demo im Anschluss an unsere zu persiflieren, doch die eine Parole unserer Gegenspieler zeigte uns, dass dies schlicht und ergreifend ein Ding der Unmöglichkeit ist. Sie lautete »Alles Scheisse ausser Kuba!« Wie bitte soll man da noch etwas veräppeln? Sie tun es selbst! Wenn sie erklären, dass Bush Terrorist Nummer Eins seie, was kann man da noch gross tun, ausser liebevoll ihnen übers Köpfchen zu streicheln und sagen »Ihr habt ja Recht, der George, der ist ein ganz Böser und wenn du nicht weiter ganz lieb zu Friedensdemos geht, holt er dich ab und gibt dich nie wieder an Mammi zurück«? Ihr einziger, wirklicher, ausgestatteter Unterwanderungsversuch waren zwei oder drei Jungs mit irgendwelchen Filtertüten die sie wie KKK-Mitglieder aussehen lassen sollte. Naja, nice try…

Sie versuchten uns damit als Rassisten aussehen zu lassen und als das nicht wirkte gröhlten sie einfach »Rassisten!« oder »Ihr hasst doch alle Araber«. Erik versuchte ihnen dann noch zu erklären, wo alles Amerikaner Muslime (Ja, ich weiss Muslim != Araber, aber die Amis haben schon beide beschützt) verteidigt haben, stiess aber nur auf Thrillerpfeifen. Und das es gerade die Linke ist, die glaubt, dass die Araber eine »harte Hand« brauchen und mit Freiheit nicht auskommen können, dies wussten wir ja schon vorher.

Es ist auch nett zu wissen, dass die Iraker auf unserer Seite sind: In Brüssel demonstrierten 60 Iraker und 20 Belgier für Amerika und hiessen Präsident Bush willkommen!

Zumal sie uns auch den Beweis lieferten, dass sie Rassisten sind. Ich bekam die Parole »Ihr seid doch alles Scheissjuden« zu hören, andere berichteten von einem »Die Juden haben seit 70 Jahren keinen Anspruch auf dieses Land [Deutschland]«. Da gibt’s nichts gross zu sagen, ausser dass es ziemlich traurig ist, dass 60 Jahre nach Auschwitz, man wieder solche Parolen zu hören bekommt und zwar genau von der Generation der Deutschen die angeblich so angepisst ist, dass man ihnen den Holocaust vorhält. Ziemlich entlarvend für die »Friedensbewegung« ist dass sich anscheinend keiner an dieser Aussage gestört hat.

Mein schon einmal erwähntes »Peace Trough Superior Airpower«-Schild sorgte tatsächlich - wie Paul schon schrieb - für die meiste Aufregung. Und zwar nicht nur bei den Friedensbewegten, sondern auch bei einem telepolis-»Journalisten«…

Fotos folgen ganz, ganz bald und der dritte Teil über die Medien ebenfalls!

Mal Zwischendurch…

Im Iran wurde wieder einmal ein vergewaltigtes Mädchen ausgepeitscht. Ihre Vergewaltiger bekamen 30 bis 40 Hiebe, während sie 100 aushalten musste.

Das besonders Perverse daran ist, dass sie tatsächlich selbst vors Gericht zog und die »Jury« argumentierte, dass wenn das Mädchen tatsächlich vergewaltigt wurde, man die Männer zu einer Todesstrafe verurteilen müsste. Und das geht nun wirklich nicht, denn die Frau hat bei den Mullahs immer Schuld.

Es sei nebenbei bemekrt, dass im Iran Mädchen ab neuen, Jungen aber erst ab sechszehn zum Todes verurteilt werden dürfen. Go figure!

Fröhliches Verhandeln, Europa!

Wenn der Frosch nicht mehr hüpft…

France said Friday that its jobless rate reached 10 percent in January for the first time in five years, dealing a setback to the government’s economic program and a fresh blow to embattled Finance Minister Herve Gaymard.
[…]
Marc Touati, chief economist at Natexis Banques Populaires, said that with French economic growth expected to slow this year, the latest figures spelled doom for the government’s pledge to cut joblessness by 10 percent.

“If economic growth of 2.3 percent in 2004 has not prevented the jobless rate from rising from 9.8 percent to 10 percent,” Touati said, “how is growth of 1.8 percent in 2005 going to reverse the trend?”

Wie werden sie es nun bloss schaffen, das auf Bush abzuwälzen und Sozialismus, 35-Stunden-Woche wie auch tägliche Streiks als den Erlöser den Menschheit zu präsentieren?

Viel Glück, denn ganz tief in meinem Herzen mag ich euch wirklich!

Samstag, 26. Februar 2005

Round-Up

In den letzten Tagen passierte einiges interessantes und ich Ärmster konnte nicht darüber schreiben, deshalb eine kurze Zusammenfassung.

Der Spiegel stellte fest (mit dem Titel »Stoned in Texas«), dass Bush ein Kiffer ist. Dies ist natürlich ein herber Schlag für die Friedensbewegung, glaubten sie doch ein Monopol auf den Stoff zu haben und jetzt ist ihr absolut grösster Feind einer von ihnen. Die Story wurde wie so oft von der New York Times abgetippt. Diese hatte ein Tape von einer Konversation von Bush mit seinem frühreren Berater Doug Wead erhalten und die Inhalte veröffentlicht. Ein ganz interessantes Detail verschwieg Der Spiegel uns aber: Bush hat absolut nichts gegen Homosexuelle, er ist nur gegen die Homo-Ehe! »Nein, ich sagte, ich werde Schwule nicht rausschmeissen«, entgegnete er zum Beispiel, als einige Konservative erklärten, er würde keine Schwule einstellen. Auch meinte, es wäre »falsch für die Republikaner, schwulenfeindlich zu sein.« Aber man muss den Spiegel verstehen. Man hatte sich mühsam, dass Bild des homophoben Idiotens herangezüchtet, das will man mit einem Artikel nicht aufgeben.

Das Gras zeigte aber Nachwirkungen: In Bratislava feierte das Volk ihn zwar wie einen König, wohlwissend, dass die Freiheit der Slowakei zum grossen Teil dem Land George W. Bushs zu verdanken ist, aber die noblen Alteuropäer fixierten sich auf etwas anderes, viel schlimmeres! Bush zog seine Handschuhe nicht aus, als er seinen slowakischen Gastgebern die Hand schüttelte. Wenn das nicht der Beweis ist, dass Bush keine Kultur hat und nur ein dumme Maronette McDonald’s und der NeoCons ist, was dann?

Im Gegenzug zeigen die Europäer was Anstand wirklich ist: Kinderfickern die »Death To America« brüllen und Israel von der Landkarte haben wollen Waffen verkaufen. Sowieso sind die Europäer in einem Dillema: Einerseits möchten sie, dass ihre Verhandlungen mit Teheran klappen (was mit einer Unterstützung einer menschenverachtenden Diktatur gleich käme), weshalb sie die Amerikaner auffordern sich diplomatisch mitzubeteiligen, anderseits will der Partner (Teheran) die Amerikaner unter keinen Umständen in den Verhandlungen, wohlwissend, dass sich die Amis nicht so leicht verarschen lassen wie die Europäer: »Wenn Amerika sich an diesen Verhandlungen beteiligt, wäre das keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung.« Was nun Europa? Freunde der Freiheit oder Kinderficker?

Auch endeckte Der Spiegel ein Skandälchen in Amerika. Ein schwuler Journalist, der einmal sich als Callboy anbot und nun für eine vollkommen unwichtige Online-Zeitung Talon News schreibt, erhielt einen Ein-Tages-Pass für das »Meet The Press« und stellte Bush eine freundliche Frage: Er wollte wissen, wie Bush mit den demokratischen Senatoren, welche sich »von der Realität abgeschnitten haben«, umgehen wird. Der Spiegel fand das natürlich besonders geil, aber als es darum ging über das berühmte »Rathergate« oder über die Aussage des mittlerweile zurückgetretenen CNN-Boss Eason Jordan, dass amerikanische Soldaten wissentlich Journalisten töteten, interessierte dies Deutschlands Propagandablatt Nummer Eins natürlich nicht so sehr…

George W. Bush las dem »lupenreinem« Demokraten Putin die Leviten, irgendeiner musste es ja tun. Auf die »Friedensbewegung« kann man nur zählen, wenn es gegen den bösen Ami geht, Deutschlands Kanzler hat diese Eigenschaft des deutschen Volkes verstanden und schloss mit Moskau einen Pakt. Nur sollte er aufpassen, dass dieser nicht so endet wie der Andere. Putin fand das alles nicht so lustig, er war »leicht gereizt« und »sprach ernst, lächelte nicht ein einziges Mal«. Im Gegensatz zu dem doofen Rumgegrinse mit dem Gerd. Da kann man nur sagen: Danke, George, dass du Demokratie und Freiheit über Beziehungen zu Mächten stellst!

In Tel Aviv sprengte sich wieder ein Selbstmordattentäter in die Luft, tötete 4 Israelis und verletzte 50 Weitere. Womit der Beweis erbracht wäre, dass man den Terroristen gegenüber noch so viel Eingeständnisse machen kann und es einfach nichts bringt. Im Gegenteil. Zu den Anschlägen bekannten sich die Hisbollah als auch der Isalmische Dschihad. Beide werden im übrigen finanziert von dem derzeit besten Freund Europas, nämlich dem Iran. Auch Syrien, welches unter ziemlich strakem Druck im Libanon steht, finanziert diese Gruppen mit.

Im Togo werden nach 38 Jahren Diktatur erstmals Präsidentschaftswahlen abgehalten, nachdem der Herrscher Gnassingbe Eyadema am 5. Februar starb, Tausende von Menschen auf die Strassen gingen und sein Sohn nun abtrat um sich zur Wahl zu stellen.

Im Irak wurde ein Top-Helfer von Sarkawi gefasst, welcher für die Köpfung von mehrern Zivilisten ist. Desweitern wurde im irakischen Fernsehen ein Video gespielt, auf welchem ein syrischer Offizier gesteht, Terroristen im Irak trainiert zu haben.

In den anderen arabischen Staaten passiert zur Zeit so viel, dass ich dem später einen eigenen Beitrag widmen werde.

Freitag, 25. Februar 2005

Ein kleiner Schritt… (Teil Eins)

Es war ein Tag den man so schnell nicht vergessen wird. Zumindest wird ihn keiner von uns vergessen, denn wir hatten ‘nen Riesenspass. Lustiger hätte das Ganze wirklich nicht sein können. Unter gutem Omen stand die Operation zumindest bei mir nicht, denn ich kam mit einer Stunde Verspätung in Freiburg an, da ein Baum die waagrechte Position über einem Bahngleis seiner ursprünglich Horizontalen neben dem Bahngleis bevorzugte und sich um die Züge die durch wollten, nicht wirklich scherte. Von Freiburg an ging dann alles glatt: Mit einem »pissigen Peugot 106« fuhr ich mit David Harnasch und einem Freund von ihm bis ins Ibis nach Mainz, wo Ray von Medienkritik Online, Paul von No Blood For Sauerkraut und andere Gleichgesinnte warteten. An dieser Stelle möchte ich den beiden noch einmal danken, mir geholfen zu haben, die Reise mitzufinanzieren! Auf der Hinfahrt lachten wir dann doch etwas stärker als im Radio die Meldung lief, dass 50 Organisierungen zur Verarschungs-Pro-Bush-Demo aufgerufen haben und ganze 150 kamen, was uns auch zum Schluss brachte, dass wir entweder 30 Demonstranten oder dann aber ein paar Tausend wollen, weil eine Zahl im dreistelligen Bereich, doch ziemlich schwuchtelig klingt.

In unserem Bastelzimmer Nummer 239 des Ibis-Hotels in Mainz waren wohl mehr Amerika-Flaggen und Fähnchen als man gebraucht hätte, um das Zimmer damit zu tapezieren. Schilder wurden auch gebastelt, die meisten mit Cartoons von Cox & Forkum verziert und Pauls pfiffigen Sprüchen betextet. Schlussendlich hatten wir dann weit mehr von dem Zeug, als Demonstranten kamen, aber wir können ja kaum verheimlichen, dass wir Optimisten sind, es waren und es bleiben werden. Als noch ein paar leere weisse A2-Kartöne übrig blieben, liessen wir unserer Kreativität und unserem Erinnerungsvermögen freien Lauf. Dies endete dann in einem Schild, welches Paul ein ziemlich starken Lachkrampf bescheerte und mir im Gegenzug den Award »Die genialste Parole« einbrachte. Zu den Reaktion der in der Mehrheit wohl schon leicht angetrunkenen, kommunistischen Freunde kommen wir später. Die Nacht wurde dann logischerweise kürzer und Ray, der einen immensen Aufwand betrieb (kostenmässig wie auch organisatorisch) und dafür bis ans Ende aller Tage mein Idol in Sachen Glauben an eine Sache bleiben wird, schlief aus Mangel an Betten auf dem Fussboden. Es war unmöglich, ihn zu überreden im Bett zu schlafen. Ich glaube ich habe nie einen grosszügigeren Menschen als ihm kennen gelernt. Vielleicht kenne ich zu wenige Amerikaner.

Am nächsten Morgen - also am Morgen ist mit mir grundsätzlich nicht zu rechnen - schaffte ich es eine ganz interessante Diskussion mit Erik von No Pasaran! zu führen. Über was weiss ich freilich nicht mehr, dazu war es viel zu früh. Allerdings entdeckte ich, dass der Erik ein ganz Genialer ist. Er ging am ganzen Tag nicht an einer einzigen Frau vorbei ohne diese anzubaggern und dies fing schon am morgen an! Als ich noch halb im Schlaf im Slalom zum Frühstück wankte, erklärte er hellwach dem guten Mädel (welches seiner Meinung nach eine ganz süsse Nase hatte), dass wenn die Friedensbewegung ihr Ziel erreicht hätte, Saddam immer noch morden würde. Ich konnte mich kaum noch halten. Insgesamt war sein Durchhaltevermögen und sein Glaube an die Vernunft mehr als vorbildlich. Nach dem Frühstück transportierten wir all unser Material vors Hotel und machten ein Gruppenfoto (Nur die Elite, d.h. Paul, Ray, Erik und ich sieht man hier) und zogen zum Südbahnhof. Auf dem Weg zog schon ein besoffener anti-Amerika Schreihals mit ner Desert-Storm-Tarnjacke zu uns, machte aber keine Randale und ich glaube er stiess dann doch erst später zu seinen Freunden. Zwei andere fragten uns nach unserem Motto und ob es »Mehr Blut für Öl« wäre. Mal ganz abgesehen davon, dass diese Parole einen längeren Bart als Gandalf hat und die Amis entweder das verdammte schwarze Gold dem Saddam abkaufen würden oder aber Saudi Arabien gestürmt hätten, wenn es wirklich darum gegangen wäre, war ihr Gesichtsausdruck nachdem ich ihnen antwortete »Nö, kein Blut für Frieden mit Diktatoren« ziemlich unterhaltsam. Dann gingen sie. Und wir zogen dann zum Mainzer Südbahnhof.

Der Rest folgt in Kürze, mehr Photos als die bei Medienkritik Online und No-Pasaran in ein paar Tagen.

Donnerstag, 24. Februar 2005

Die Rückkehr der Nazis erklärt

(Via Achse des Guten)

Endlich haben wir den Schuldigen für das wiedererstarken der Nazis in Deutschland gefunden. Wenn Konstantin Wecker dies nur vorher erspäht hätte, dann wäre uns die ganze Debatte um die NPD erspart geblieben. Ach ja, wenn’s jetzt einer immer noch nicht weiss, wer der Schuldige ist, der ist erstens blöd, weil dies offensichtlich ist und zweitens sag ich’s ihm: Es ist George W. Bush. Selbstverständlich. Warum kam keiner früher auf diesen naheliegenden Gedanken?

Hier die Offenbarung im Wortlaut:

Sie, Herr Bush, geben Entrüstung über erstarkten Nazismus in Deutschland? Aber: Ihre Regierung hat doch Krieg um Naturschätze fremder Völker zur politischen Normalität gemacht; will andersdenkende Völker wie Cuba und Venezuela brutal niedermachen; schafft so das Klima auch, wo Nazi-Herrenmenschgehabe floriert.

Danke Konstantin! Vielen herzlichen Dank, wirklich, du bist klasse!

Unglaublich

Die Bilder könnten unterschiedlicher nicht sein. Bei seinem Deutschland-Besuch wandelte US-Präsident Bush durch eine Hochsicherheitszone, abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Ganz anders heute im slowakischen Bratislava, wo er ein Bad in der Menge nahm und sogar ein Küsschen verteilte.

Könnte sich bitte bitte einer ‘mal fragen, wieso? Das ist doch absurd! Während wir gerade ‘mal 30 Personen zur Demo zusammen bekamen, dafür 150-Mann-starken Polizeitschutz brauchten (ein ausführlicher Bericht zur Demo folgt), kann sich Bush in Bratislava - also nicht gerade am anderen Ende der Welt - tatsächlich ohne zu grosse Sicherheitsbedenken in die jubelnde Menge trauen.

Danke Deutschland! Vielen herzlichen Dank, wirklich, du bist klasse!

Dienstag, 22. Februar 2005

Let the journey begin…

Ich verabschiede mich hiermit für ein paar Tage (voraussichtlich bis Donnerstag Abend) in Richtung Mainz.

Seid brav und verfolgt die Medien, vielleicht seht ihr unsere Gesichterlein…

Montag, 21. Februar 2005

Der demokratische Tsunami zieht weiter

Tens of thousands of opposition supporters shouted insults at Syria and demanded the resignation of their pro-Syrian government in a Beirut demonstration Monday, marking a week since the assassination of former Prime Minister Rafik Hariri.
[…]
Some in the crowd yelled “Syria out!” and “We don’t want a parliament that acts as a doorkeeper for the Syrians,” competing with loud insults shouted against Syrian President Bashar Assad.
[…]
Some protesters carried banners reading, “Independence,” and chanted, “The government of puppets must fall” and “Enough blood, leave us alone.”
[…]
Many held pictures of Hariri and sang patriotic songs. Some protesters held a copy of the Quran in one hand and the cross in another hand to signify Muslim-Christian national unity.
[…]
On the way, the protesters marched by the nearby Grand Serail, the prime minister’s office, shouting “Syria out!” and “We don’t want an army in Lebanon except that of Lebanon!”

Na also, geht doch. Bush ruft auch zu einem »Ende der Besatzung« auf und viel länger wird Syrien ihre Truppen im Libanon nicht halten können. Es ist auch schön Leute im arabischen Raum zu sehen, die für Freiheit marschieren.

Das wäre also dann die dritte Demokratie im Nahen Osten (wenn man Palästina ‘mal aussen vor lässt), welche unter der Präsidentschaft eines Cowboys aus Texas geboren wird.

Was kann man da schon machen, als Europäer, der immer alles besser weiss, aber nie etwas besser macht? Ja, genau: Man fährt nach Mainz und brüllt »Bush ist ein Faschist!«

Ach ja, noch etwas: Wo sind die Helden die »Stop The Occupation« schreien, wenn die Amerikaner ein Land befreien wo es sich im Libanon tatsächlich um eine Besatzung handelt? Und wo sind die Nicht-Antisemiten (also die, welche es im zweiten Satz behaupten müssen, weil man es sonst nicht merkt) welche die israelische »Besatzung« der palästinensischen Gebiete »kritisieren«?

Sonntag, 20. Februar 2005

Autogrammstunde in Mainz

Ich komme nun doch nach Mainz und werde an der Demo für deutsch-amerikanische Solidarität eine kleine Rede halten.

Ich kann euch nur noch einmal auffordern zu kommen: Schwänzt die Schule und die Uni, nehmt frei oder geht einfach nicht zur Arbeit, fahrt notfalls schwarz, macht Autostopp (die ganz Mutigen suchen sich eine Mitfahrgelegenheit bei den Amerikahassern und verkünden dann in Mainz, dass sie Seiten wechseln), aber kommt!

Angst braucht ihr nicht zu haben: Die Polizei wird dort sein und beide Demonstrationen bewachen. Prügeln will sich sowieso niemand und wenn, dann können die Grünen niemals zu lassen, dass pro-Amerikaner während dem Besuch des amerikanischen Präsidenten verkloppt werden. Dennoch raten die Veranstalter unserer Demo, bei der Anreise keine pro-Amerikanischen Artikel sichtbar zu tragen, weil dies dann doch ein wenig gefährlich sein könnte (Wie tief ist eigentlich ein Land angekommen, wenn es solcher Warnung bedarf?).

Also, wer jeden einzelnen meiner Artikel sorgfältig in einem Ordner archiviert hat, der hat jetzt die ultmative Gelegenheit sich diese signieren zu lassen. Wer eine Autogrammkarte will, kriegt diese auf Bestellung (Es ist schön, so zu tun, als wäre man ein Star…), am besten gegen Geld, denn irgendwie muss ich anreisen.

»America, you’re not alone« ist das Motto der Party. Kommt zahlreich!

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