Too Cool for Internet Explorer

Montag, 31. Januar 2005

»Allah segne Sie«

Die Seifenblase ist geplatzt, die Luftschlösser sind gestürmt und die deutschen Medien müssen mit der Realität fertig werden. Und das ist hart. Mit dem für selbst westliche Verhältnisse hohen, aber für ein Land in welchem Terroristen drohen »die Strassen mit dem Blut der Wähler zu bemalen« fanatistischen Wahlbeteiligung schlugen die Iraker Europa und alle anderen »Friedensfreunde« aus dem Stand KO. Während in Madrid Leute allen Ernstes auf die Strassen gingen um gegen die Wahlen zu demonstrieren (es sei angemerkt, dass dies selbstverständlich keine Iraker waren), feierten die Menschen spielend und tanzend auf den Strassen von Bagdad. Was für ein Kontrast!

Dies bringt die Medien natürlich in eine Zwickmühle: Wie schreiben sie nicht komplett an der Realität vorbei, behalten aber ihre Leserschaft und ihr Weltbild bei, welche sich nichts sehnlicher als eine Niederlage der Amerikaner wünschen? Wie können sie ihre rassistische Idee der demokratieunfähigen Araber und Muslime aufrecht erhalten, wenn in den Wahllokalen die Mitarbeiter mit Süssigkeiten überhäuft werden, Allah für die Wahlen gedankt wird und die Iraker sagen, dass sie selbst bis in die Abstimmungszentren gekrochen wären? Kurz: Sie haben einen zweijährigen Kampf gegen Freiheit vorloren, der Stachel sitzt tief, wie werden sie jetzt ihr Gesicht bewahren?

Der Spiegel trumpft mit einem atemberaubendem Drei-Punkt-Plan, welches der Strategie des Kommentieren, aber Ignorieren folgt. Wenn schon das Desaster bei den Wahlen ausblieb, dann gibt es jetzt erst recht einen Bürgerkrieg.

Der erste Artikel, Die Grenzen des Terrors, schaut aus, als wäre er voller Enthusiasmus, ist er aber nicht.

Eine Wahl, in der es die meisten Kandidaten nicht wagten, ihre Namen zu veröffentlichen

Zum x-ten Mal: Es wäre ein wenig schwer, über 7000 Kandidaten auf eine Liste zu zwängen.

Dreizehnmal haben die Selbstmordattentäter nach eigenen Angaben zugeschlagen.

Waren sie nicht eine rieseige Bewegung der Bevölkerung? Waren sie nicht zehntausende, wenn nicht hundertausende? Wo sind sie hin? Versprachen sie uns nicht etwas »Späktakuläres«? Haben nicht gerade auch die Medien uns ein solches Spektakel zugesichert? Kann man vielleicht jemanden auf Grund falscher Werbung anzeigen?

Die schwarze Prosa, mit der die Dschihadisten potentielle Wähler von den Wahllokalen verscheuchen wollten, zeigte nur vereinzelt Wirkung. Sarkawi, dem Paten des Terrors, sind heute vom irakischen Volk die Grenzen aufgezeigt worden

Nein, nicht nur ihm, sondern der ganzen kommentierenden und meinungsmachenden Klasse welche das T-Wort wie die Pest mied und den Eindruck vermittelte, dass die Terroristen ein legitimer Widerstand wären, dass sie von der Bevölkerung unterstützt wurden.

Das Land, das sie regieren soll, ist voller schwarzer Löcher. Vor allem im Zentralirak gab es wegen der Bürgerkriegssituation keine echte Wahlfreiheit - und das war ausnahmsweise nicht die Schuld der US-Besatzer.

Peng, aufgefolgen! »Ausnahmsweise«… »Besatzer«… Hört endlich auf damit, bitte, lasst es! Die Amerikaner würden alles tun, um so schnell wie nur möglich wieder nach Hause zu gehen. Schon alleine des Klimas wegen. Bush hat mehrmals betont, dass man abziehen würde, wenn dies die irakische Regierung wünschen würde. Sprechen Besatzer wirklich so? Claus, wieso zerstörst du deinen Artikel so?

Der terroristische Krieg hatte sich in den vergangenen Monaten und Wochen deshalb verlagert. Es galt, freie und faire Wahlen im Irak um jeden Preis zu verhindern und die Vertreter dieser Entwicklung anzugreifen.

Und was machten unsere Medien? Sie verliehen jeder Stimme die den Terroristen nachgeben wollte und die Wahlen verschieben wollte oder an deren Durchführbarkeit zweifelte ein solches Gewicht, dass man nur glauben konnte, dass dies tatsächlich der Fall wäre. Die Terroristen dankten es euch mit Sicherheit, auch wenn es im Endeffekt nicht weiterhalf.

Der Ausgang des Krieges, den die Terroristen im Irak zu gewinnen drohten, ist jedenfalls seit heute wieder offen.

Wie kommst du denn darauf? Würde mich wirklich ganz interessieren. Das irakische Volk sprach sich in allen Umfragen in überwältigenden Mehrheiten gegen Terror aus und unterstützte die amerikanischen und irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen die Attentäter. Wo bitte gab es da etwas für die Terroristen zu gewinnen?

Pannen und Ungereimtheiten, die in den kommenden Tagen vermutlich enthüllt werden, sollten nicht den Hochmut der Europäer, sondern das Angebot zur Hilfe herausfordern.

Sollten…

Dieser doch alles in allem eher positive als negative Artikel, thronte aber nur für wenige Stunden am Abend auf der Spiegel-Website. Relativ bald wurde er von dem immens wichtigem Schiedsrichterskandal abgelöst und schliesslich wurde er durch den Artikel des Spiegel-Mannes fürs Grobe, Marc Pitzke, in die Zeilen verwiesen.

Und Marc enttäuschte nicht! In gewohnt gekonnter Manier suchte er sich Stimmen aus der amerikanischen »Angry Left« welche die Wahl Bushs immer noch nicht verdaut hat, stellte Fragen fragen an Rice und antwortete höchst persönlich, weil die neue Aussenministerin ihm wohl keine Privataudienz geben wollte.

Demütig und ganz in schwarz, gab sie da die offizielle Losung aus für die nächste Etappe des amerikanischen Irak-Abenteuers: Ende offen.

Demütig? Oh come on… Folgendes sagte sie bei ABC: »Wir sehen hier die Stimme der Freiheit«, »Ich glaube die Terroristen verlieren, ihre Aktivitäten sind viel, viel schwächer als angekündigt« und »Die Wahlen verlaufen besser als erwartet«. Demütig also… Gut, dass wir darüber gesprochen haben. Und wenn du ein Foto von Rice bei einem öffentlichen Auftritt nicht in schwarz findest, lass es mich wissen, Marc.
Was hätte sie denn anderes als »Ende offen« sagen sollen, damit du glücklich gewesen wärst? Mal ehrlich, was hätte sie überhaupt anderes sagen können?

Im selben Atemzug propagierte aber auch Bush die “Ende offen”-Warnung: “Terroristen und Aufständische werden ihren Krieg gegen die Demokratie weiter führen. Wir werden das irakische Volk in seinem Kampf gegen sie unterstützen.”

Warnung? Ja, Marc, geh’ ‘mal in den Irak und warne die Leute, dass die Amerikaner sie vor den Terroristen beschützen wollen. Sie werden bestürzt sein. Entsetzt werden sie sogar sein.

Am kritischsten war, erwartungsgemäß, die linke Blogger-Szene. “Diese Wahl ist meiner Ansicht nach eine Übung in hübschen Bildern”, schrieb Markos Moulitsas Zúniga auf “Daily Kos”, einem der populärsten US-Weblogs. “Sind die Leute, die da gewählt wurden, in der Lage, den Irak in dieser Zeit zu regieren? Ohne 150.000 US-Soldaten?”

Na toll, jetzt wird schon Daily Kos im Spiegel zitiert… Wie wäre es mit Powerline oder Little Green Footballs? Passt’s nicht ins Weltbild, weil sie mit Fakten operieren? Herr Zúniga wird im übrigen von Howard Dean bezahlt, während er den republikanischen und konservativen Bloggern vorhält, allesamt vom Weissen Haus finanziert zu werden.

Übermorgen wird alles vergessen sein.

Genau, Marc! Und weisst du warum? Weil ihr es vergessen wollt! Nichts schmerzt einen Journalisten wie eine kapitale Fehleinschätzung der Lage. Also Schwamm drüber, alles wird gut und wenn es das nächste Mal darum geht ein Land zu befreien, werdet ihr es wieder verhauen…

Die Technik des Wählens der Stimmen die einem gerade passen aus einem 280 Millionen-Land hat die Spiegel-Redaktion fast noch besser im Griff als Pitzke. Ihr berühmtes »Cooperative agreement« mit der New York Times wird nur dazu verwendet, Stimmen herauszupicken, die in die Linie passen. Dies funktionierte auch heute prächtig.

Während die New York Times in ihrem Editorial daran erinnert, dass sie oft die Bush-Adminstration kritisiert hat, aber dass der heutige Tag ausschliesslich ein Tag der Freude für das irakische Volk seie, egal ob man für oder gegen den Krieg war und einen Meinungsartikel über die Erfolge der Wahlen in Sadr-City publiziert hat, wählte unser Spiegel das Op-Ed welches kurz den Erfolg der Wahlen anspricht, aber nur um sich eine wirre Theorie zu verrennen, welcher zufolge die Wahlen nichts verändert haben, das ganze Schauspiel nichts mit Demokratie zu tun gehabt hätte und bloss ein »Rezept für mehr Krieg« sei.

Saubere Leistung, ihr habt es tatsächlich geschafft einen immensen Erfolg für das irakische Volk auf euere ganz spezifische Art und Weise ins schlechte Licht zu rücken, nur weil ihr mit der Nationalität der Befreier ein historisches Problem habt. Ihr könnt nur hoffen, dass die Iraker euch eines Tages verzeihen werden.

Sonntag, 30. Januar 2005

Deutschsprachige Medien und die guten Nachrichten

Trotzdem, ein paar dürftige Lichtblicke gab es:

Dagegen englischsprachige Medien:

Ein besonders Augenmerk sollte man in den englischsprachigen Medien vor allem auf die Meldungen von Reuters und AP legen, da diese im Prinzip in allen Medien (vor allem den Print) verbreitet werden.

Aber man muss unsere Medien verstehen: Sie kämpften seit mindestens zwei Jahren gegen Demokratie und Freiheit im Irak und jetzt sind alle ihre Bemühungen umsonst gewesen, weil die Iraker einfach so dem gesunden Menschenverstand folgten, wählen gingen und die europäischen Besserwisser ignorierten.

Freitag, 28. Januar 2005

Sie wählen schon

Ein paar Meldungen zum Irak auf englisch (falls jemand ähnliches auf deutsch findet, ich bitte euch darum!):

Und ein Interview mit Thomas von der Osten-Sacken, dem Betreiber von wadinet: “Sie wollen ihre Zukunft mitbestimmen” - Wahlbeobachter konstatiert großes Interesse der Iraker.

Da ich morgen nicht hier sein werde, verweise ich noch einmal auf Friends Of Democracy bzw. den Blog der irakischen Korrespondenten von Friends Of Democracy.

Tränen der Freude

Ein Iraker wählt

Der 70-jährige Exiliraker Mehsin Imgoter weint vor Freude bei der Stimmabgabe in Southgate, Michigan. Sein Sohn kam Anfang der Neunigerjahre bei einem Aufstand gegen Saddam um.

»Ein langer Traum wird jetzt wahr«

Die ersten Exil-Iraker haben heute ihre Stimme für die Parlamentswahl in ihrer Heimat abgegeben. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurden auch die Wahllokale in Deutschland geöffnet. In Bagdad gab es unterdessen erneut massive Gewalt von Extremisten, die die Wähler einschüchtern soll.

Will jemand wissen, was »massive Gewalt« beim Spiegel bedeutet? Haltet euch fest, ich sag’s euch: 4 tote Zivilisten, 4 tote Soldaten und ein toter Polizist. Ich frage mich folgendes dabei: Statistisch werden an diesem Wochenende mindestens 30 Personen auf den deutschen Strassen sterben, auf Grund der temporären Eiszeit wahrscheinlich noch mehr. Müsste der Spiegel jetzt die »totale Gewalt« ausrufen? Oder die »absolute Gewalt«? Wie wäre es mit einem »Blitzkrieg der Autofahrer«?

Niemand kann in einem Land wie dem Irak völlig gewaltfreie Wahlen erwarten, soviel ist klar. Aber »massive Gewalt« auszurufen ist ein schlechter Witz. Gewaltaten sind in den letzten Tagen um 50 Prozent zurückgegangen, weil viele terroristische Akte einfach abgefangen wurden. Dies kann man einerseits auf die kürzlichen Festnahmen und die Bemühungen der irakischen und amerikanischen Sicherheitskräfte zurückführen, anderseits erwarten einige auch etwas »Spektakuläres« am Sonntag. Dies ist aber auf alle Fälle der beste Beweis, dass die Wahlen richtig sind. Zum jetzigen Zeitpunkt von einer Gewalteskalation zu sprechen ist mehr als einfacher Blödsinn.

Die Iraker sind von den Wahlen begeistert. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass sie es sind, denn sie wissen wer Saddam war und das Wahlen eine grosse Chance für das Land sind. In Sydney fingen die Wahlen für Exil-Iraker schon an: »Wenn ich auf die Tinte auf meinem Finger schaue - das ist ein Zeichen der Freiheit,« sagte Kassim Abood. »Ich dachte nicht, dass ich lange genug leben würde, um diesen Moment zu erleben,” sagte Abood, der vor Jahrzehnten aus Saddams Irak floh. »Ein langer Traum wird jetzt wahr«, sagte der 56-jährige Karim Jari. Nach dem Wählen feierten sie den historischen Moment, indem sie auf den Strassen tanzten!

Eine hervorragende Quelle für mehr Informationen zur Wahl ist Friends Of Democracy bzw. der Blog der irakischen Korrespondenten von Friends Of Democracy.

Nun bleibt nichts mehr übrig, als den Irakern alles Gute für die Wahlen zu wünschen!

Mittwoch, 26. Januar 2005

Irgendwo im Gaza-Streifen

Palästinensische Bulldozer!

Was ist das? Richtig, ein Bulldozer, der ein Haus zerstört.

Wo macht er dies? Richtig, im Gaza-Streifen.

Warum macht er das? Richtig, weil das Haus illegal war.

Wer hat es befohlen? Falsch, nicht Ariel Sharon, sondern Mohammed Abbas! Doh oh… come again, Abbas?
Ja, Abbas! Der neue palästinensische Führer versucht die Gesetzlosigkeit im Gaza-Streifen unter Kontrolle zu bekommen. Sehr nobel von ihm (im Ernst, keine Ironie).

Tatsächlich hat Abbas mehr vernünftiges getan, als Arafat dies je zu seinen Lebzeiten geschafft hat. Vielleicht ist Arafat seinen Märtyrertod für das palästinensische Volk gestorben: Die Absenz seiner Person macht einfach vieles einfacher.

Das heisst nun nicht, dass ich alle meine Befürchtungen gegenüber Abbas zurückziehe, denn das wichtigste Problem bleibt bestehen: Er muss die Terroristen unter Kontrolle bekommen. Bis jetzt ist die Hamas - obwohl alle von Waffenstillstand sprechen - nur zu diesem bereit, wenn Israel »gezielte Tötungen aussetzt« und »alle palästinensischen Gefangenen freilässt.« Abbas zeigt aber mehr gute Ansätze, als er dies vor den Wahlen hätte vermuten lassen.

Eine Frage stelle ich mir aber: Wo sind all die »Stop Caterpillar«-Gröhler? Wo ist amnesty international, welches an vorderster Front gegen Caterpiller kämpft, solange sie von Juden gesteuert werden? Kann es vielleicht sein, dass sie nur schreien, wenn die… Nein, das kann’s nicht sein. Natürlich nicht. Unter keinen Umständen.

»We’re doing nothing«

Seymour Hersh, spätestens seit Abu Ghraib Nationalheld des alten Europa und Auslöser der aktuellen Krieg gegen den Iran-Hysterie, war gestern zu Besuch beim meiner Meinung nach lustigstem Manne Amerikas Jon Stewart.

Für die die ihn nicht kennen: Jon Stewart moderiert die Sendung The Daily Show, welches eine Veralberung der Medien und der Poltiker ist. So etwas wie die Harald Schmidt Show, nur ohne Andrack, dafür aber mit interessanten Gästen (viele Autoren politischer Bücher beider Seiten) und zum Brüllen komisch. Jon ist im US-Sinne »liberal«, also eher links, aber wenn er Demokraten durch den Kakao ziehen kann, dann tut er das auch ohne zu zögern.

Die Show ist vor allem im Verbindung mit den europäischen Medien sehr interessant zu beobachten. Oft verbreiten diese (unabsichtlich) genau den Standpunkt Jon Stewarts. Was er in seiner Show zur Unterhaltung sagt, verwenden unsere Medien mit vollem Ernst. In der Sendung nach Bushs Inauguration zählte er wie viele Male Bush das Wort Freedom und wie viele Male er das Wort Liberty verwendete. Europas blinde Beobachter taten dies auch und erblickten sofort religiösen Fundamentalismus und Cowboy-Mentalität darin. Jon Stewart hingegen kommentierte das Resultat, als hätte es sich um ein Basketball-Spiel gehandelt: Er erkannte die Bemühungen von Liberty an, musste aber dennoch einen klaren Sieg für Freedom feststellen.

Doch zurück zur vorgestrigen Sendung: Seymour Hersh ist ein selbsterklärter Bush-Feind. Ein feines Detail, das oft bei der europäischen Berichterstattung über seine Berichte untergeht. Nun kam er also in die Daily Show und redete über die angeblichen Pläne des Pentagons für einen Angriff auf den Iran. Und ich will’s mal vorwegnehmen: Es war als würde man einen europäischen Politiker hören.

Was dem Star-Reporter am meisten miesfiel und miesfällt war Amerikas Unwillen bei den Verhandlungen der Europäer. Es ist immer wieder erstaunlich, wie ein Mann der Pläne einer Regierung zum Angriff eines anderen Landes herausbekommt, aber einfachste Dinge wie dem Denken der Mullahs und der Europäer nicht folgen kann. Die Europäer sind nur Werkzeuge der Mullahs: Am 14. November verkündeten sie voller Stolz, dass die Verhandlungen ein erfolgreiches Ende gehabt hätten. Aber schon zwei Wochen zuvor erklärte der Chef der Frauenhasser, dass ein endgültiger Stopp der Anreicherung nicht in Frage käme und am selben Tag, dem 14., erklärten die Mullahs, dass sie »fast alle« Aktivitäten einstellen wollten. »We’re doing nothing,« sagst du, Seymour, in Anspielung auf die Negotiationen der Europäer, aber das ist doch das einzig Vernünftige. Was aber sollen die Amerikaner in diesem russischem Roulette denn tun? Was hätten sie überhaupt tun können, wenn die Mullahs der Meinung sind, dass der Ami der grösste aller möglichen Satans ist? Die Europäer haben doch nichts getan: Der Iran baut weiter an der Bombe und unsere Leuchten geben ihnen ein Handels- und Kooperationsabkommen oben drauf. Nichtstun, lieber Seymour, ist immer besser als europäisches Tun.

Wenn die iranische Bevölkerung in einem Punkt einig ist, dann im folgenden: Sie können die Mullahs selbst stürzen, der Westen muss nur endlich aufhören ebenjene zu unterstützen. Die Europäer tun aber genau dies, während die Amerikaner nicht so redewillig sind.

Darauf kam Hersh auch. Also halbwegs. Er sprach davon, verstand es aber irgendiwe nicht ganz. Seiner Meinung nach würden die USA nämlich militärische Einrichtungen bomben, um dem iranischen Volk so etwas wie ein Signal nach dem Motto ihr seid nicht alleine zu senden, welches den Rest dann selbst erledigen würde. Das ist genau was der iranische Widerstand fordert, auch wenn dieser sich zum Teil gegen militärische Aktionen stellt, würde er sicherlich nichts gegen präzise Angriffe auf militärische und mullahsche Einrichtungen einzuwenden haben. Auch ist es sehr unwahrscheinlich, dass das iranische Volk für die möglichen Propagandabilder der Mullahs fallen würde. Ein solcher »Militärschlag« könnte der berühmte Zünglein an der Waage sein.

Der Journalist widersprach damit dem Kriegsgebrüll unserer Medien, aus welchem man doch leicht den Eindruck gewinnt, dass die Amerikaner dort mitsamt McDonald’s und Starbucks einmarschieren werden. Aber die Realität war ja immer ziemlich weit von unserer Wahrnehmung entfernt. Eine gross angelegte Invasion ist schlicht und ergreifend von den Kapazitäten her unmöglich und deshalb haben die Mullahs eine relativ grosse Klappe, den Volksfaktor ganz vergessend.

Ein solch kleiner, aber präziser chirurgischer Eingriff ins Privatleben der Mullahs würde auch genau der Devise Bushs entsprechen: »When you stand for your liberty, we will stand with you.«

Täterumverteilung

Die geplante Resolution des Europaparlaments zum 60. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz hat in Polen Irritationen ausgelöst.
[…]
Eine britische liberale Abgeordnete wiederum löste mit dem Begriff “Todeslager in Polen” scharfen Protest der Polen aus, hieß es.

Die Polen wieder, man glaubt es gar nicht. Erst klauen sie den Deutschen alle Autos und jetzt hätten sie fast noch den Holocaust mitgenommen.

»Todeslager in Polen«, »polnische Lager«. Wirklich, mehr Fingerspitzengefühl kann man von der EU nicht verlangen. Der nächste Schritt wäre systematisch das Wort Auschwitz mit der polnischen Bezeichnung für den Ort, Oswiencim, zu ersetzen. Noch besser wäre natürlich, daraus einen jüdisch klingenden Namen zu machen. Etwas wie Tel Oswiencim zum Beispiel.

Denn die Deutschen sind drei Generation später ziemlich ausgelaugt von der ewigen Assoziation mit dem grössten Massenmord der Geschichte, das muss man doch verstehen. Was liegt da näher, als 60 Jahre später den endgültigen Schlussstrich zu ziehen und nur noch auf den Ausführungsort hinzuweisen, anstatt sich die Mühe zu machen, die Täter zu erwähnen?

Millionen von Polen starben in den Lagern. In Polen. Tatsächlich, Todeslager in Polen. Was regen die sich auf? Siehst du Polen, das hast du davon, wenn du deine Allierten selbst aussuchst und sich nicht ohne Überlegen der Achse des Friedens anschliesst.

Dienstag, 25. Januar 2005

10′000

Die nächste magische Marke ist erreicht! 10′000 einzelne Besucher (1 Besuch pro Tag pro Besucher) wurde gestern erreicht! Und ich kann mir nicht helfen, auch wenn’s keine Riesenzahl ist, ich bin stolz drauf, echt! Als Höhepunkt meines Bloggerlebens dürfte die Veröffentlichung meines Artikels über die Wahlen im Irak gelten. Wieder etwas, worauf ich stolz bin…

Anscheinend scheint einigen Leuten mein Schreiben zu gefallen. Auch das macht stolz (ich verspreche, das ist das letze Mal)! Florian Schwab (De Facto) schenkte mir Bushs Bibel The Case For Democracy: The Power Of Freedom To Overcome Tyranny And Terror geschrieben von Natan Sharansky. Henry aus Deutschland schickte mir Thin Lizzys Live And Dangerous! Danke!

Dann hätte ich eine Bitte: Meinem Amazon.de-Wunschzettel zufolge wurde mir drei weitere Bücher geschenkt, nur ist bis heute keines angekommen. Amazon.de besteht darauf, das dies unter keinen Umständen ein technischer Fehler sein kann, also sind diese Bücher für mich bestellt worden. Auf Grund des Datenschutzes dürfen sie aber nichts machen und meinten, ich solle die vermeintlichen Schenker bitten, Amazon.de zu kontaktieren. Wer mir also etwas geschenkt hat, möge bitte sich mit Amazon.de in Verbindung setzen.

Mein Wunschzettel existiert übrigens immer noch…

Ich kann nur noch einmal erwähnen, dass ich mich über jegliche Rückmeldung, sei es über die Kommentare oder die folgenden Möglichkeiten freue:
Also, zu erst die Kontaktmöglichkeiten:

  • MSN: lord_php@hotmail.com
  • ICQ: 60814240
  • Yahoo: americaninfidel2605
  • Mail: keleko@gmail.com

Also, auf die nächsten 10′000! Oder 100′000!

Jungfrauen im Sonderangebot?

23 Terrorverdächtige im US-Militärgefängnis Guantanamo haben im Jahr 2003 innerhalb weniger Tage versucht, sich in ihren Zellen zu erhängen

Nice try, aber wird Allah für solche Helden wirklich 1656 Jungfrauen locker machen? Zumal 21 von ihnen der US-Armee nach sich nur »Selbstverletzungen« zugefügt haben… Notgeil?

Ausserdem, in den Tod werfen ist im Koran verboten. Tststs…

No Oscar for Mickey

(Via Little Green Footballs)

Michael Moore’s gamble to hold his hit film “Fahrenheit 9/11″ out of the documentary category - to boost its best-picture prospects - backfired. The movie was shut out across the board.

Geht doch, Hollywood!

Eiserne Konsequenz der Mullahs

In the Islamic Republic of Iran, gay male sex still carries the death penalty and lesbians are lashed, but hundreds of people are having their gender changed legally, bolstered by the blessings of members of the ruling Shiite clergy.

“Approval of gender changes doesn’t mean approval of homosexuality. We’re against homosexuality,” says Mohammed Mahdi Kariminia, a cleric in the holy city of Qom and one of Iran’s foremost proponents of using hormones and surgery to change sex. “But we have said that if homosexuals want to change their gender, this way is open to them.”

Montag, 24. Januar 2005

Wo ist Al-Spiegel II?

Eine relativ wichtige Erklärung der Koalition der drei grossen schiitischen Parteien haben alle deutschsprachigen Medien bis auf Netzeitung verpasst (Mehr zu den Wahlen im Irak findet sich in meinem Beitrag von gestern).

Die Allianz der schiitischen Parteien in Irak hat sich darauf geeinigt, keine religiösen Führer in die Regierung zu wählen. Einen Gottesstaat wollen sie auch im Fall eines Wahlsiegs nicht errichten.

Als Hauptgründe für diese Entscheidung werden die Ablehnung einer religiösen Regierung durch die irakische Bevölkerung, durch die Kurden und selbstverständlich durch die Amerikaner. Selbst Teheran soll, laut dem Artikel, vor der Einberufung von Klerikern in die Regierung gewarnt haben.

Der Artikel der Netzeitung ist im Prinzip nur eine Abschrift des Artikels der New York Times. Grundsätzlich ist der Spiegel immer der Erste, wenn es darum geht der New York Times einen Artikel abzutippen, aber diesmal scheint der Artikel nicht so ganz ins Weltbild der deutschen Pravda zu passen, wird doch weder über Guantanamo noch über Abu Ghraib philosophiert, sondern ein säkularer Irak angekündigt.

Und was schreibt der aktuelle Spiegel? »Irak: Die schwarzen Turbane vor dem Wahlsieg«. Deppen!

Das erinnert an ihre Coverstory »Falle Afghanistan: Amerikas heilloser Bombenkrieg und das Gespenst von Vietnam«, welche just am Tag, an dem die Amerikaner mit der Nordallianz in Kabul einmarschierten, veröffentlicht wurde.

Ja, für einen gepflegten Griff ins Klo sind sie immer gut, unsere Freunde von der Pravda.

Das erklärt vieles

IT IS official: the French are a nation of depressed pessimists, wracked with self-doubt and unable to see a positive future.

*SCNR*

Wo ist Al-Spiegel?

In letzter Zeit überschlug sich der CIA mit Hiobsbotschaften aus dem Irak. Die Realität widersprach den Berichten, aber die Europäischen Medien nahmen die Reporte des im Wandel stehenden Geheimdienstes mit offenen Händen auf und küssten diesem geradezu die Füsse. Plötzlich war es egal, dass man noch vor zwei Jahren sich am Boden vor Lachen kugelte als der CIA behauptete, der Irak habe Massenvernichtungswaffen, denn wenn einem ein Bericht passt, spielt das Gerede von gestern ja auch keine Rolle mehr.

Nun veröffentliche der CIA einen Bericht, der wohl nicht zu schnell in unseren Ländern zu lesen sein wird: Die EU steht vor ihrem Ende!

THE CIA has predicted that the European Union will break-up within 15 years unless it radically reforms its ailing welfare systems.

The report by the intelligence agency, which forecasts how the world will look in 2020, warns that Europe could be dragged into economic decline by its ageing population. It also predicts the end of Nato and post-1945 military alliances.

In a devastating indictment of EU economic prospects, the report warns: “The current EU welfare state is unsustainable and the lack of any economic revitalisation could lead to the splintering or, at worst, disintegration of the EU, undermining its ambitions to play a heavyweight international role.”

It adds that the EU’s economic growth rate is dragged down by Germany and its restrictive labour laws. Reforms there - and in France and Italy to lesser extents - remain key to whether the EU as a whole can break out of its “slow-growth pattern”.

[…]

The report says: “Either European countries adapt their workforces, reform their social welfare, education and tax systems, and accommodate growing immigrant populations [chiefly from Muslim countries] or they face a period of protracted economic stasis.”

As a result of the increased immigration needed, the report predicts that Europe’s Muslim population is set to increase from around 13% today to between 22% and 37% of the population by 2025, potentially triggering tensions.

The report predicts that America’s relationships with Europe will be “dramatically altered” over the next 15 years, in a move away from post-Second World War institutions. Nato could disappear and be replaced by increased EU action.

“The EU, rather than Nato, will increasingly become the primary institution for Europe, and the role Europeans shape for themselves on the world stage is most likely to be projected through it,” the report adds. “Whether the EU will develop an army is an open question.”

[…]

The economies of other developing countries, such as Brazil, could surpass all but the largest European countries by 2020.

Was für Aussichten… Vielleicht hat man deshalb den Riesenjet konstruiert: Für die Flucht! Anderseits dürfte dies die endgültige Niederlage des unhaltbaren Sozialstaates sein und damit der endgültige Abschied von den Experiment Marx.

Die Europäer müssen ebenso mit der rasant wachsenden muslimischen »Minderheit« fertig werden. Während dieser bericht von bis zu 37 Prozent der Gesamtbevölkerung im Jahre 2025 muslimisch sieht, spricht der anerkannteste Islamwissenschaftler Bernard Lewis von einer muslimischen Mehrheit am Ende diese Jahrhunderts. Dies ist zwar eine Herausforderung, aber kein Grund zur Panik wie sie von einigen verbreitet wird. Man muss nur zusehen, dass man diese - wie auch alle anderen Menschen aus anderen Kulturen - integriert und nicht durch eine »Laissez Faire«-Mentalität in die berühmt berüchtigten »Parallelgesellschaften« treibt.

Also Europa, bevor du die Welt rettest, rette dich selbst!

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