Mit Nobelpreisgewinner stimmt per se etwas nicht. Scheint so zumindest. Würde man mir einen anbieten, ich weiss nicht ob ich ihn annehmen würde. Wahrscheinlich schon, denn mit einer Million könnte ich meinen Traumsurfurlaub auf Hawaii realisiern. Oder den Snowboardurlaub in Colorado. Aber wohl würde ich mich dabei nicht fühlen, schliesslich haben ihn Yassir Arafat und Kofi Annan schon erhalten.
Als Jimmy Carter der Preis zugesprochen wurde, machte die Jury deutlich, dass dies als ein »Tritt ins Bein« von George W. Bush interpretiert werden sollte. Unter anderem wurde Carter dafür gepriesen, den keine-Atomwaffen-Pakt mit Nordkorea geschlossen zu haben und somit friedlich durch Diplomatie einen Konflikt gelöst zu haben. Nur ein paar Wochen später wurde bekannt, dass Nordkorea diesen Pakt systematisch brach.
Dieses Jahr wurde Elfriede Jelinek - eine Frau, gefüllt mit Selbstverachtung - die Ehre zuteil. Ganz zufällig nachdem sie im Jahr zuvor Bambiland schrieb. Das Buch wird als »kreischender Angriff« auf die USA gewertet. Sie schreibt unter anderem über die »männlich-martialische Kriegsindustrie, die durch die Berichterstattung zum Wartainment, zu einer Art neuem Disneyland für TV-Junkies geworden ist« und wie »der patriotische Enthusiasmus zu Geisteskrankheit verkommt«.
Eine Stufe weiter ging Mairead Corrigan Maguire. Die Irin erhielt den Nobelpreis für Frieden im Jahre 1977 für die Gründung des »Northern Ireland Peace Movement«. Ein weiterer atemberaubender Erfolg einer Preisträgerin. Alfred wird sich im Grabe umdrehen. Heute war sie in Jerusalem um dem Verräter des israelischen Atomwaffenprogrammes, Mordechai Vanunu, ihre Unterstützung für seinen Kampf um Weihnachten ausserhalb Israels zu zusagen. Dies wäre wirklich halb so wild, nur leider machte sie den Mund öffentlich auf: »Wenn ich über nukleare Waffen nachdenke, ich war im Konzentrationslager in Auschwitz [Sie hat es besucht]. Nukleare Waffen sind nichts als perfektionisierte Gaskammern, … und als ein Volk welches weiss was Gaskammern sind, wie könnt ihr überhaupt daran denken perfektionierte Gaskammern zu bauen?« fragte sie.
Ich bezweifle ernsthaft, dass sie über Atomwaffen nachgedacht hat, denn sonst hätte sie gemerkt, dass diese nicht automatisch 6 Millionen Juden vergasen und dass sie ganz nebenbei Israel von einer Invasion durch die Nachbarländer bewahren. Genau darum denken sie daran, deshalb baut Israel diese Waffen. Vielleicht weil eine Atombombe eben keine Kammer ist, sondern wie der Name es schon vermuten lässt, eine Bombe.
Dass die Israel-Nazi-Vergleiche schon so weit reichen, zeigt wie langsam, aber sicher das alte Ressentiment gegen die Juden wieder auflebt. Jahrehunderte des Hasses lassen sich nicht mit einem einzigen Holocaust wegradieren, zumal dieser noch einen Judenstaat zufolge hatte. Nicht nur die Deutschen können den Juden Auschwitz nicht verzeihen, die ganze Welt bringt es nicht über’s Herz. Das schöne am jetzigen Zustand ist, dass man Israel zusammenstauchen kann, sei es noch so irrational, und man nicht mit dem Finger auf den bösen Juden zeigen muss. Diese Art des versteckten Judenhasses ist aber auch auf dem Rückgang, denn man traut sich immer zu sagen, dass die Juden »zu viel Einfluss« hätten und mit »üblen Tricks« arbeiten würden.
Der Niedergang des Nobelpreises schmerzt. Albert Einstein, Niels Bohr, Marie Curie, Lech Walensa, Martin Luther King Jr., Winston Churchill und viel andere riesige Persönlichkeiten und Genies. Was denken sie davon?