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Dienstag, 23. November 2004

Der Kampf für das Gute III

Bei aller Opfergeilheit wurde im Kampf um Fallujah etwas essentielles vergessen: Der Feind! Auf die ungefähr 50 Toten der US-Armee und der Irakischen Streitkräfte kamen über 1200 tote Fanatiker. Das in einer Häuserschlacht und zwar einer, welche die UNO schon längst »untersuchen« müsste, wenn sie nicht so… Ja, was ist sie denn genau? Auf alle Fälle sollten sie den Helden der Europäischen Medienlandschaft, die »Widerstandskämpfer« (oder auf gut nichtmediadeutsch: Terroristen) die Leviten lesen. Denn ihr Krieg war so heilig, dass die die Körper ihrer toten Kameraden mit Sprengstoff füllten und Moscheen als Waffenlager brauchten.

Viel schlimmer war, was sie in 8 Monaten mit der Stadt angerichtet hatten. Es war eine pure Terrorherrschaft ganz im Stile der Taliban. Verkäufer hatten drei Tage um ihre Marktbuden vor der Stadtbiblothek zu entfernen. Sonst drohte der Tod. Frauen mussten sich von Kopf bis Fuss verhüllen. Sonst drohte der Tod. Leere Drohungen waren es nicht. Man fand eine nichtverschleierte Frau, in den Armen eines Mannes, beide durch Kopfschüsse ermordet. Man sah besser nicht leicht verdächtig aus. Sonst drohte der Tod. Auch Musik durfte nicht mehr gehört werden. Sonst drohte der Tod. Für Alkohol drohte ebenfalls der Tod. Wie auch für westliche Videos.

Ein Mann, verwundet durch Amerikanische Kugeln war war wütend auf die Amerikaner. Nicht weil sie kamen, sondern weil sie 8 Monate zu spät kamen! Ein andere beklagt die Bombardements, nicht ohne sofort hinzufügen, dass er dennoch glücklich ist, dass diese getan wurden, da die Mujahidin die Stadt »erstickt« haben.

Noch etwas findet keine Erwähnung. Es heisst, die Mission sei missglückt, da die Fanatiker (minus 1200) entkommen konnten. Dabei wird vergessen, dass ihr Operationszentrum Fallujah war und sie alles zurücklassen mussten. Es wurden PCs welche zur Erstellung von Hasstriaden dienten gefunden. Die Folter- und Ermordungskeller wurden gefunden. Die im Zarqawi-Headquater gefunden PCs enthielten auch alles nötige - und wurden auch dazu verwendet - das Hassan-Video zu verbreiten. Das Tape war übrigens selbst Al-Jazeera zu brutal und das will schon etwas heissen.

Die Befreiung geschah übrigens zum ersten Mal mit grösserer Beteiligung der Irakischen Truppen, die sehr viel Lob von den US-Kommandeuren ernteten. Speziell wenn es darum ging nichtirakische Kämpfer zu identifizieren, Häuser von Terroristen zu durchsuchen, im Aufspüren von Waffenverstecken und dem Nachschub der humanitären Hilfe.
Aber auf Lorbeeren werden sich die beiden Armeen jetzt nicht ausruhen. Sie sind schon dabei, einen weiteren, wenn auch viel kleineren, »Hot Spot« südlich Bagdads auszulöschen, der auch von Geiselnahmen und Autoentführungen geplagt wird. Nicht verwunderlich, denn dort sitzen die alten Saddam-Kämpfer, und die haben noch eine Rechnung offen. Doch auch dies wird wohl ähnlich schnell wie Fallujah fallen, sind diese Kämpfer ja schneller als ihre Unterhosen aus Bagdad geflüchtet als die Amerikaner vor den Toren Bagdads standen…

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