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Sonntag, 31. Oktober 2004

Studien die keine sind [Update]

Eine komplett nichtssagende Studie wird wieder zum Schlagzeilenmachen verwendet. Diesmal ist’s fast wie Weihnachten für die Europäischen Medien, denn die Studie kommt aus den USA (Michael Moore-Syndrom). Während die deutschsprachigen Medien sich noch ziemlich ruhig verhielten, figurierte die Umfrage auf der Titelseite der täglichen Le Monde (oder wie No-Parasan richtig titelte, Al-Jazeera sur Seine), einer der auflagestärksten, wenn nicht der auflagestärksten, täglich erscheinenden Zeitung im Froschland. Deutschland sollte sich aber nicht hängen lassen, N-TV ging schon einmal voraus:

Als Folge des Irak-Krieges sind einer Studie zufolge seit März vergangenen Jahres schätzungsweise 100.000 Zivilisten umgekommen. […]

Das Risiko eines gewaltsamen Todes ist demnach im Irak seit dem Krieg 58 Mal höher als zur Zeit des Regimes von Präsident Saddam Hussein.

Das stimmt so schlicht und ergreifend nicht. Fred Kaplan erklärt auf Slate wieso. In der Studie steht nämlich folgendes: »We estimate there were 98,000 extra deaths (95% CI 8000-194 000) during the post-war period.« Dies heisst nun, dass sie 98′000 Tote schätzen, diese Schätzung aber komplett aus der Luft gegriffen ist, denn die »95% CI« heissen nichts anderes als eine Fehlerquote von 95% und damit ist von 8′000 bis zu 194′000 Toten alles drin. »Es ist keine Schätzung, sondern ein Dart-Board« meint Fred Kaplan im Slate-Artikel und hat sicherlich Recht. Weiter schreibt er, wenn er behaupten würde, Bush würde mit 4 bis 96 prozentiger Sicherheit wiedergewählt werden, dann würde ihn niemand (logischerweise) Ernst nehmen. Warum sollte man also diese Studie ernst nehmen?
Es ist nun klar, dass solche Schätzungen in einem Nach Kriegs-Irak nur sehr schwer zu etablieren sind. Man kann deshalb nicht die Wissenschaftler angreifen, absichtlich die Studie verfälscht zu haben, sehr wohl aber für den Hype drum herum. Gilbert Burnham, einer der Ko-Autoren, sagte der International Herald Tribune, dass die Schätzung mit den 100′000 Toten nur eine Konservative wäre, in der Studie liest man aber wie schon erwähnt, dass alles zwischen 8′000 und 194′000 »richtig« wäre und es keine Anhaltspunkte gäbe, wo die tatsächliche Zahl läge.

Die ausgewählten 988 Haushalte waren auch alles andere als zufällig, da diese auf 33 Zonen verteilt waren, aber das Team nicht zu allen durchdrängen konnte und auf andere Zonen ausweichen musste oder in Zonen nicht genüg Leute zum interviewen fand und wieder auf andere Zonen ausweichen musste.
Beth Osborne Daponte, Senoir an der Yale University für soziales und politische Studien, sagte, dass es zu dieser Zeit eines Konfliktes unmöglich ist, glaubhafte Studien über die Anzahl von Toten zu erstellen.

Die Zahl wurde aus dem Vergleich der Sterblichkeitsrate vor und nach dem Krieg gezogen. Und hier ist auch der grösste Kritikpunkt der »Studie«. Die vor dem Krieg-Sterblichkeitsrate wird auf niedrige 5 Promille gesetzt was relativ unwahrscheinlich ist, denn zur Zeit des Golf-Krieges von 1991 war sie bei 6,8 und danach gingen sie - obwohl etwas unklar - eindeutig nach oben. Wenn die Nach Kriegs-Rate also tatsächlich bei 7,9 liegt, ist sie aller Wahrscheinlichkeit nach nichts wesentlich anders als die Vor Kriegs-Rate.

Die Studie ist also komplett sinnlos, und dennoch stürzen sich alle Medien darauf. Es kann vieles sein, aber es ist wohl nicht auszuschliessen dass sie ihr Geschrei gegen die Invasion, ihre »Schätzungen« von hundertausenden von Toten und Millionen von Flüchtlingen, ihre Unterstützung des Diktators Saddam Hussein, also ihr unübersehbares Versagen zu kaschieren versuchen.

Dass Positives es nie in die Medien schafft, ist ein weiteres Argument für die These. Oder habt ihr etwas davon gelesen, dass 80′000 Kinder leben weil Saddam nicht mehr an der Macht ist, dass 75% der Iraker Demokratie wollen?
Oder von Voices of Iraq? Einem faszinierendem Projekt, welches im Irak 150 Videokameras verteilte und was dabei rauskam war für die Europäischen Medien wohl zu überraschend: Leben im Irak ist normal! Vielleicht nicht nach Westlichen Standards, aber wesentlich besser als unter dem blutrünstigem Regime Saddams: Kinder spielen, Jugendliche albern ‘rum und Jungs haben ungefähr genau so viel Erflog beim anbaggern von Irakerinnen wie die Terminator-ähnlichen Deutschen oder Schweizer in Diskos, welche versuchen heisse Südländerinnen anzumachen, bevor sie nach Thailand fahren und sich eine Frau kaufen. Leute sprechen von den Freudentänzen die sie tanzten als sie gehört haben, dass Saddam gefasst wurde und von den Freudenschüssen am Beginn des Prozesses gegen den Diktator. Ein anderes Video zeigt hingegen eine politische Diskussion in einer Familie (ein weiteres Dokument für Freiheit) deren Sohn auf die Frage, was er ‘mal werden möchte, »Amerikaner« antwortet!
Oder wurde in der Menge von anti-Amerikanischen Büchern ein Buch wie Hell Is Over, welche die Kurden sprechen lässt, entdeckt?

Dennoch gibt es Lichtblicke im anti-Amerikanischem Europa, nämlich Rumsfelds Neues Europa, Polen allen voran. Im Gegensatz zu Westeuropa würden dort über 40% für Bush stimmen, während nur knapp über 30% für Kerry sind. Es ist bezeichnend, dass ehemals kommunistische Länder, wesentlich pro-Amerikanischer sind, als solche die nur in guten Zeiten gelebt haben, nie für Brot anstehen mussten…

UPDATE: Es gibt da einige Helden, welche sich beschweren, dass Falluja nicht in die Statistik mitaufgenommen wurde. Diese Leute sollten sich vielleicht ‘mal fragen ob es denn wirklich richtig wäre aus einer Hochburg des isalmistischen Terrors auf das gesamte Land extrazupolieren? Oder sich gar fragen, ob nicht die Isalmofaschisten in Falluja für die Toten verantwortlich sind?
Es ist herrlich zu sehen wie diese Leute denken, die Augen verschliessen! Es ist Fakt, dass es keinerlei Hinweise darauf gibt (wenn ihr der Meinung seid, es gäbe welche, zeigt sie mir in der Studie), wo diese Zahl zwischen 8′000 und 194′000 anzusiedeln ist. Natürlich ist nicht jede Zahl in diesem Raum gleich wahrscheinlich, dennoch - ich wiederhole mich - gibt es rein gar nichts, was erlauben würde zu sagen, dass es rund 100′000 Tote gab. Es ist komplett aus der Luft gegriffen.
Ausserdem ignorieren diese »Kritiker« den wichtigsten Schwachpunkt der »Studie«: Die Unwahrscheinlichkeit der niederigen Sterblichkeitsrate vor dem Krieg.

Finale Finessen

Unmittelbar nach der Ausstrahlung der Videobotschaft Bin Ladens im arabischen Sender al Dschasira hatte Kerry dem Präsidenten schwere Versäumnisse bei der Jagd nach dem Qaida-Führer vorgeworfen. Es sei ein schwerer Fehler gewesen, dass Bush im Jahr 2002 die Jagd auf Bin Laden afghanischen Warlords überlassen habe.

Warum kann der Spiegel hierbei nicht erwähnen, dass Kerry Bushs Vorgehen 2001 und 2002 gut geheissen hat?

Aufgrund der Bedeutung der Abstimmungen in Ohio und Florida schickt der Filmemacher und Bush-Hasser Michael Moore Hunderte mit Kameras bewaffnete Beobachter in die Wahllokale der beiden Staaten. Dies sei eine Botschaft an diejenigen, die eine Stimmabgabe unterdrücken wollten, erklärte Moore am Samstag: “Einschüchterung der Wähler (…) wird nicht toleriert”. Insgesamt sollen sich 1.200 Helfer in den beiden so genannten “Swing States” aufstellen. Überwacht werden soll der Wahlprozess besonders in Gebieten mit einem hohen Anteil an Minderheiten.

Wählereinschüchterung? 1200 Moore-Leute werden also nur »überwachen«? Leute des Mannes der Fahrenheit 9/11, wie er selbst gesagt hat, nur gedreht hat um Leute zu beeinflussen werden nicht versuchen Einfluss zu nehmen? Wir werden sehen…

Noch einmal laut und deutlich, weil’s sonst in Europa niemand erfahren wird: 200 Seiten von bescheissenden Demokraten!

»Ich habe nichts gegen Juden, nur gegen Israel«-Mythos

Ihr kennt sicher die im Titel erwähnte Legende und sie ist verbreitet. Sehr weit verbreitet. Israel ist mittlerweile zum Objekt geworden, auf welches man seinen tief in der Geschichte verwurzelten Judenhass projektieren kann. Man beruft sich auf das Recht einen Staat zu kritisieren, rechnet aber mit dem vom eben jenem Staate repräsentierten Volk ab. Denn wenn es einem so am kritisieren von Staaten die Verbrechen begehen liegen würde, hätten wir dieselbe Anzahl von Demonstration für sagen wir einmal Frauenrechte in Saudi Arabien wie für den Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten. Dann hätten wir nicht eine UN-Organ welches sich um Palästinensische Flüchtlinge kümmert, und nur ein anderes welches sich um alle anderen Vertriebenen kümmert. Wir hätten vielleicht sogar ein Organ für Frauenrechte in Arabischen Staaten, wenn diese nicht unsere heilige Kuh wären.

Der eher gemässigte Islamwissenschaftler Eldad Beck hat sich in der Jüdischen mit dem Problem des Israelhasses befasst:

Ein paar Stunden nach den blutigen Terroranschlägen in Madrid, am 11. März 2004, sprach ich mit einem israelischen Freund, der in Spanien lebt. „Du wirst sehen“, sagte er mir am Ende des Gesprächs, „früher oder später werden wir, die Israelis, für diese Aktionen verantwortlich gemacht.“

Kaum zwei Wochen danach erschien in der „Financial Times Deutschland“ ein Kommentar vom Korrespondenten in Brüssel, in dem man u. a. lesen konnte: „Der Respekt vor den Opfern des Holocaust hat es uns verboten, Israels Regierungen mit denselben Maßstäben zu messen wie andere westliche Regierungen … Wir haben die Siedlungs- und Besatzungspolitik der israelischen Regierungen toleriert und die Palästinenser den Preis dafür zahlen lassen. Das hat in der arabischen und muslimischen Welt einen Hass groß werden lassen, der am 11. September 2001 und am 11. März 2004 auf uns zurückgeschlagen hat.“

Die Financial Times Deutschland hat ja so Recht. Nie, nie, nie haben wir Israel kritisiert und immer, immer, immer die Palästinenser für den Konflikt verantwortlich gemacht. Unser Hass auf das arme Volk ging sogar so weit, dass wir dem Terroristen an der Spitze des Volkes sogar den Nobelpreis vergaben!

Mein israelischer Freund in Spanien ist kein Prophet. Aber er konnte genauso wie viele andere Israelis beobachten, wie seit Beginn der zweiten Intifada die europäische Haltung gegenüber Israel vergiftet und wie Israel systematisch diabolisiert und für alle Probleme der Menschheit verantwortlich gemacht wird. Denn die Meinung der „Financial Times“ ist im heutigen Europa sehr verbreitet. Israel hat den „traditionellen“ Platz der Juden als „Wurzel aller Bosheiten“ eingenommen.

Aber nicht doch, wir sind intellektuell gereift, wir würden nie und nimmer ein Volk pauschal hassen. Wir doch nicht! Die Deutschen schon gar nicht!

Die Beziehungen zwischen Europa und Israel haben einen historischen Tiefpunkt erreicht. Um diese Krise zu erklären, muss man sich die Geschichte in Erinnerung rufen.
Die Geschichte beginnt lange vor dem Zweiten Weltkrieg – in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als das Heilige Land Teil des ottomanischen Reiches war. Es war eine Zeit, in der kaum jemand im Nahen Osten das Wort „Palästina“ kannte und in der Jerusalem eine verlassene Stadt war, die in Ruinen und Schmutz lag.

Der Terminus „Palästina“ ist eine Erfindung der Europäer, als sie ihr Interesse für die Region entwickelten: Anstelle von Bibelbegriffen suchte man einen Namen, der von den Römern gebraucht wurde – Palästina. In dem Bestreben, die Identifikation der Juden mit dem Land Israel abzuschwächen, verwiesen die Römer auf die Philister – eine nicht mehr existierende Bevölkerungsgruppe, die in früheren Zeiten in der Gegend des heutigen Gazastreifens gelebt hatte.

Die heutigen Palästinenser haben natürlich nichts mit den Philistern zu tun, obwohl Arafat es ab und zu behauptet. Die Palästinenser waren auch nicht die ersten Christen – wie die erfundene palästinensische nationale Mythologie meint. Jesus war kein „Palästinenser“, sondern ein Jude. Aber komischerweise sind alle diese falschen Mythen über die „Verwurzelung“ der Palästinenser im Lande Israel in Europa als historische Wahrheit akzeptiert. Wie bequem ist es, auf Basis dieser Lügen den Vergleich zwischen den von den Juden „gequälten“ Palästinensern und Jesus zu ziehen.
Auf Arabisch erscheint der übersetzte national-politische Terminus „Falastin“ nur im 20. Jahrhundert: Auf der Pariser Friedenskonferenz von 1919 ist von „Palästina als Teil des arabischen Syriens“ die Rede, der Abgeordnete des Obersten Arabischen Komitees der UNO sagte 1947 vor der Vollversammlung, dass Palästina Teil der Provinz Syriens war, und sogar Ahmad Shuqeiri, der spätere Vorsitzende der PLO, sagte vor dem Sicherheitsrat: „Jeder weiß, dass Palästina nichts anderes ist als das südliche Syrien.“

Ein bisschen Geschichtsunterricht, welchen man so nicht in unseren Geschichtsbüchern wiederfindet… Desweitern, warum mögen die Arabischen Länder die Palästinenser eigentlich nicht? Warm fällt es den Palästinensern (und Europäern) nicht auf, dass sie von den anderen Arabischen Staaten zum Juden hassen benutzt werden?

Die Juden waren die Einzigen, die sich für „Palästina“ interessierten, und bekamen dafür Unterstützung von den Briten. Aber sofort, nachdem die Briten das Land erobert hatten, begann der Wandel in ihrer Position: Die erste Teilung „Palästinas“ gab den Arabern 80 Prozent des Territoriums des Mandats über das Land Palästina (heutiges Jordanien). Wenn die Palästinenser sich heute beschweren, dass die Juden 80 Prozent vom „historischen Palästina“ kontrollieren, stellt sich die Frage, von welchem „historischen Palästina“ sie überhaupt sprechen?

Zudem sprechen die Palästinenser ja desöftern von ihrem »heiligen Land«. Geht ‘mal nachschauen wie viele Male Jerusalem im Koran erwähnt wird, und wie viele Male im Alten Testament… Kleiner Tipp (und viele andere interessante Zahlen!).

Gegenüber dem Verbrechen des Holocaust gab es nach dem 2. Weltkrieg keine andere Alternative, als endlich den Juden eine nationale Heimat zu geben. Man hat aber in Europa nie wirklich die Tatsache akzeptiert, dass die Juden in ihrem Staat souverän sein könnten. Die Juden wurden nicht nur von den Moslems traditionell geduldet. Auch die Christen sind daran gewöhnt, die Juden als Vasallen oder Diener zu betrachten. Sobald Israel begann, seine eigenen Interessen wahrzunehmen und zu verteidigen (ohne Rücksicht darauf, was die Europäer dazu zu sagen hatten) wurde die Beziehung der Europäer zu Israel problematischer.

Und so entdeckten die Europäer die „Causa Palästina“. Der Slogan „Juden nach Palästina“ hat sich zum Slogan „Juden aus Palästina“ gewandelt. Der Kampf um die Legitimität Israels fing an. Niemand in Europa fragt sich, wo liegt das Existenzrecht Saudi- Arabiens, Libanons, Kuweits, Jordaniens oder sogar Palästinas. Man debattiert aber gern und offen über die Frage, ob Israel – als „künstlicher“ Staat in dieser Region – das Recht zu existieren hat oder nicht. Und man beschuldigt Israel, dass es den „Respekt vor dem Holocaust“ für politische Zwecke missbraucht. So wird das Opfer zum Täter.

Und wieder muht die heilige Kuh…

Viele Europäer haben das Gefühl, dass man Israel den Juden als moralische Entschädigung geschenkt hat. Und wie jedes Geschenk könnte man Israel „zurücknehmen“, wenn sich die „Kinder“ Israels nicht gut verhalten. Der Grund dafür ist einerseits purer Kolonialismus und anderseits der Wille, seine eigene Vergangenheit zu reinigen. Ich behaupte nicht, dass alles was Israel macht gut ist. Heute kann man auch nicht die Existenz einer neuen palästinensischen nationalen Identität verleugnen, die das Existenzrecht Israels bedroht. Israel ist keine imperialistische Macht, die nur an der Unterdrückung der Palästinenser interessiert ist. Israel befindet sich mitten in einem blutigen Krieg, der entscheidend für seine Zukunft ist.

Das ist auch ganz kurios. Deshalb, meine Europäischen Brüder, eine Klarstellung: Nur weil wir während Jahrhunderten aus Spass an der Verbreitung des christlichen Glaubens Länder besetzt haben, Völker ausgerottet haben (nicht nur die Indianer übrigens!) und viele andere Schweinereien begangen haben, heisst dies noch lange nicht, dass Israel Palästina jüdisch machen will! Sie wollen nur in ein Café gehen, ohne in die Luft gejagt zu werden. Ist das so schwer zu begreifen?

Anstatt Verständnis für diese schwere Situation aufzubringen, diskutiert man in Europa, wo genau die Grenzen der Kritik an Israel liegen. Aber, seit wann darf man in Europa, sogar in Deutschland, Israel nicht kritisieren?

In Wahrheit handelt es sich um das Recht Europas, sich in Angelegenheiten Israels einzumischen. Wenn alle Fraktionen des Bundestags sich erlauben, einen Unterstützungsantrag über die sehr umstrittene Genfer Initiative zu befürworten, ist es eine inakzeptable Intervention in die internen Affären Israels. Eine Grenze ist hier überschritten. Schlimmer ist die Finanzierung von israelischen Parteien und politischen Organisationen durch deutsche und europäische Stiftungen und Ministerien. Der deutsche und europäische Kolonialismus ist wieder da. Dass nur Europäer ihre unausgewogene Kritik äußern, ist nicht zielführend. Sie sollen auch zuhören, was die Israelis zu sagen haben, und das als legitim akzeptieren.

Hier ist doch das Problem! Die kritisieren, jammern und nörgeln immer am falschen Akteur. Jeder Schritt Israels oder der USA wird in Zeitlupe beobachtet, während die Arabischen Staaten ungestört Kinder ficken, Frauen verprügeln und ihr Volk tyrannisieren. Es wird zugehört, wenn die Mullahs in Teheran behaupten, Atomforschung nur zu friedlichen Zwecken zu betreiben (schliesslich sind sie die Friedlichsten aller Pazifisten), Israel hingegen wird für den Besitz absolut notwendiger Selbstverteidigungsatomwaffen in der Luft zerrissen genauso wie die Amerikaner die Inkarnation des Teufels sind weil sie nukleare Technologie für wiederum absolut notwendige Bunkerbrecher verwenden. Oder weiss jemand in Europa wie die Amerikaner diese Bunkerbrecher erklären? Oder die Israelis die Atomwaffen? Eine Rolle würde es sowieso nicht spielen, die Rationalität ist schon lange abhanden gekommen…

Samstag, 30. Oktober 2004

Reaktionen auf das neue al-Qaida-Tape

In einer ersten Reaktion auf das Video sagte US-Präsident George W. Bush am Freitagabend, das amerikanische Volk werde sich “nicht einschüchtern und beeinflussen lassen”. Darin stimme sicher auch der demokratische Präsidentschaftsbewerber John Kerry mit ihm überein. “Wir befinden uns im Krieg mit dem Terrorismus und wir werden erfolgreich sein”, sagte Bush, der sich auf Wahlkampftour im US-Bundesstaat Ohio befand. Auch Kerry verwies in seiner ersten Stellungnahme zu dem Video auf die Einigkeit der USA. Er kritisierte jedoch, dass die US-Truppen im Jahr 2002 die Suche nach Bin Laden in Afghanistan örtlichen Gruppen überlassen hätten, statt Eliteeinheiten einzusetzen. Er werde als Präsident den Kampf gegen die Terroristen erfolgreicher als die jetzige Regierung führen und “Amerika sicherer machen”, so Kerry.

Einerseits haben wir also Präsident Bush, der sagt dass sich das Amerikanische Volk nicht einschüchtern lassen wird, und anderseits Kerry, der Bush wieder vorwirft Bin Laden falsch gejagt zu haben, obwohl er 2001 und 2002 ausdrücklich gesagt hat dass Bush richtig handelt bei der Jagd auf Bin Laden.

Zwar behaupte der jetzige Präsident George W. Bush, die Al-Qaida-Anhänger hassten die Freiheit. Doch das Gegenteil sei der Fall: “Wir wollen Freiheit für unsere (islamische) Nation”, sagte Bin Laden.

Wie wäre es, bei dieser Gelegenheit darauf hinzuweisen wie zum Beispiel Frauen in Onkel Bin Ladens Umfeld gekleidet sind? Sonst glaubt’s noch einer…

Dann bezog er sich auf die Präsidentschaftswahlen in den USA am kommenden Dienstag. Er sprach das amerikanische Volk direkt an: “Eure Sicherheit liegt nicht in den Händen von Bush, Kerry oder al-Qaida, sondern in Euren eigenen Händen.” Um weitere Katastrophen zu vermeiden, dürfe man den Zorn der Araber nicht provozieren.

Man erinnere sich: Es haben »God bless America«-scheiende Amerikaner 4 Maschinen entführt und diese ins Isalmische WTC und Pentagon krachen lassen.

Nebenbei sei angemerkt, dass Kerry im Rahmen dieser Aussagen erwähnt hat, dass er mit Terroristen nicht diskutieren will, sondern sie »jagen und töten« will. Ob Yassir jetzt vom Krankenbett aus sein Endorsement zurückzieht?

Freitag, 29. Oktober 2004

Realität bringt SPON in Schwierigkeiten

Das dubiose Verschwinden von 380 Tonnen Sprengstoff aus einem Waffenlager im Irak ist zum wichtigsten Thema im US-Wahlkampf geworden. Herausforderer John Kerry wirft Präsident George W. Bush Versagen vor. Das Weiße Haus ist nun weiter in der Defensive: Ein Video zeigt US-Soldaten noch nach dem Sturz von Saddam Hussein in dem Depot.

Das ist also etwas, was das weisse Haus in Schwierigkeiten bringen würde? Also ganz langsam, ein Video zeigt, dass US-Soldaten im Lager waren. Das heisst dass sie das Lager unter Kontrolle hatten? Und dann haben sie sich das Ganze unter der Nase wegkarren lassen. Ein paar hundert Tonnen an den ignoranten US-Soldaten einfach vorbeigeschmuggelt. Ganz schön schlau, die Sprengstoffwegschlepper…

Nun aber zur Realität: Fox News berichtet von einem Offizier der dritten Infranterie (diejenige die Bagdad »gestürmt« hat), der nun hochoffiziell im Pentagan - vor der versammelten Presse - ausgesagt hat, dass eben seine Division 250 Tonnen von Sprengstoff entfernt hat.

Und noch ein ein Argument…

Als ob es noch mehr Argumente gegen einen Beitritt der Türkei bräuchte, erschien heute eine Studie, welcher zufolge die Türkei einen glorreichen Platz 113 auf dem Weltpressefreiheitsindex belegt. Immerhin rangiert sie damit vor Bastionen der Freiheit wie China, Iran oder Saudi Arabien.

Alle Länder der EU sind in den Top 40 anzufinden.

Frankreichs privater Terrorist

Frankreich hat sich stets für die Interessen der Palästinenser eingesetzt, und Staatschef Jacques Chirac hat den Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat immer unterstützt

Wunderbar lieber Jaqui! Eine ernstgemeinte Frage: Warum würde ein Präsident einer Europäischen Demokratie einen Mann unterstützen, der in den 70ern Flugzeuge entführte, der das Attentat auf das Israelische Team in München anno ‘72 mitorganisierte, der Anschläge auf Diplomaten mitorgansierte, der heute Terroristen (Al-Aqsa ist ein Bestandteil der Fatah) sponsert welche die einzige Demokratie im Nahen Osten vernichten wollen, der in Ägypten geboren wurde, aber sich als Palästinänser ausgibt?

Bush-Hass verstaatlich

Übersetzt aus dem Englischen von mir:

Europäische Medien schicken Korrespondenten in die USA um sich in die Amerikanische Psyche zu vertiefen.

“Wir wollen verstehen warum immer noch so viele Menschen für Bush sind; es ist eine Art von Geheimnis für uns,” sagte Peter Frey, Berlin-ZDF-Chef. “Wir fragen das Amerikanische Volk, ‘Warum stimmt ihr für Bush?’ Wir verstehen nicht, warum er immer noch so viel Unterstützung hat.”

Diese Scheissamis, wollen einfach die Meinung der Europäer nicht in die Realität umsetzen…

Donnerstag, 28. Oktober 2004

Ignoranz überrascht, nicht der Oktober (Update II)

Die Medien haben die Story um die angeblich verschwundenen 400 Tonnen Sprengstoff ausgeschlachtet, wie sie sonst nur Verspecher von Bush ausschlachten. Die Fakten - wie konnte es auch anders sein - ignorierend stürzt sich Georg Mascolo von SPON auf die Story und spricht von einer klaren »October Surprise« gegen Bush. Und verpasst dabei, dass die Story sich immer mehr gegen Kerry wendet.

ABC News berichtet dass die IAEA höchstpersönlich im Januar vor dem Krieg von 3 Tonnen auf eben diesem Areal sprach. Doch ein wenig weniger als die reisserischen 400 Tonnen der modernen Propagandastaffel.
Die Washington Times hingegen weiss von Russischen Spezialtruppen die alle Irakische Verbindungen zu Russland zu vertuschen versuchten und diese Waffen in Syrien untergebracht haben. Die Information stammt von John A. Shaw, dem Unterstaatssekretär für Internationale Technologie Sicherheit.

Aber mal angenommen die 400 Tonnen-Story würde stimmen. Überlegen wir für eine Sekunde: 400 Tonnen? Das sind ungefähr 400 Kombis. Ich stelle mir gerade vor wie eine Kolonne von hochexplosiven 400 Audi A4 Kombis sich aus dem Staube macht, während die doofen Amis sich nur denken »We brought freedom, they gotta drive as much as they want!« Eine Schwinerei dass dies keiner gefilmt hat!
Gut, ihr werdet mir sagen, die sind nicht blöd (können sie doch Menschen umbringen), die packen den Stoff in Laster. Dazu bräuchte man also ungefähr 80 Laster, schliesslich ist es Sprengstoff und nicht Kebab-Fleisch! Mal abgesehen von all dem Material welches benötigt wird um den Sprengstoff zu verladen, von den professionellen Fahrer (es ist kein Kebab-Fleisch, im Ernst!) braucht man diese 80 Laster zuerst einmal… Und wieder, ungefähr gleich komisch wie weiter oben gestaltet sich die Szene: 80 Laster machen einen Abgang, oder ein Laster fährt 80-mal hin und zurück während die Amis ihre Hamburger fressen und sich denken, wie schön es doch ist, dass die Iraker von ihrer neuen Freiheit profitieren!

Irgendwo klemmt ‘was…

UPDATE: In der New York Sun sagt Charles Duefler, dass die UNO vor 9 Jahren die IAEA aufgefordert hatte, diesen Sprengstoff zu entfernen.

UPDATE II: Ein weiteres »October Surpirse« wäre vielleicht, die Verbindung zwischen Kerry und Hanoi, wenn es irgend jemanden auch nur annährend interessieren würde, tut’s aber nicht weil es nicht gegen Bush geht! Inzwischen ist schon das dritte Dokument aufgetaucht, welches diese Verbindung bestätigt.

Heile mich!

Der schwer kranke Palästinenserpräsident Jassir Arafat soll zur Behandlung nach Paris geflogen werden. Das teilte das Ärzteteam in Ramallah im Westjordanland mit.

Es gibt Gerüchte, welchen zufolge Osama Bin Laden an Nierenbeschwerden leidet. Das wäre doch eine Gelegenheit für Deutschland einzuspringen. Nicht dass sie wieder neidisch werden müssen, wenn Terroristen den Franzosen wieder eine gute Haltung bescheinigen

Mittwoch, 27. Oktober 2004

Der unverhüllte Hass

Die USA ein Schurkenstaat? George W. Bush ein Warlord? Der italienische Philosoph Giorgio Agamben sieht Amerikas “Krieg gegen das Böse” als Symbol für eine erschreckende Entwicklung: Der Ausnahmezustand wird zum Alltag. Die Demokratie wandelt sich zur zivilen Diktatur.

Ein ganz weiser Mensch äussert sich also wiedermal zu Amerika. Ganz sanft. Wieder einmal. Schauen wir uns doch ‘mal im Detail an, was er so anzubieten hat.

Seither regiert in Washington ein Warlord, der im “Krieg gegen das Böse” erklärtermaßen “alte Regeln” nicht mehr gelten lässt.

Neue Bedrohung, neue Regeln? Agambens Problem ist wohl seine Nostalgie: Unter Mussolini, da haben wir noch wie echte Männer gekämpft und dann zusammen Weisswein gesoffen!

Im Namen der Nationalen Sicherheit genießt der US-Präsident - nach Lesart seiner Juristen - uneingeschränkte Macht.

Huh?

Zivile Diktatur oder Militärdemokratie? Die Grenzen zwischen den Systemen von Bush und Putin, so scheint es, verschwimmen.

Bush besetzt ja auch Länder und will sie nicht wählen lassen…

Verbindlich bleibt für die Bush-Regierung daher nur, was nationalen Interessen dient, und dafür beansprucht sie die alleinige Definitionsmacht.

Oh ja, Demokratie im Nahen Osten ist ausschliesslich im nationalen Interesse der USA.

Als oberster Kriegsherr entscheidet also der Präsident, dass die Gefangenen in Guantánamo Bay und in Abu Ghuraib rechtlos sind.

Sind die Gefangenen in Abu Ghuraib wirklich rechtlos? Woher stammt dies?
Und diejenigen die in Guantánamo Bay Rechte zugesprochen bekamen, kämpfen wieder in Afghanistan. Vielleicht sollte man sie direkt dort behalten.

Aber anders als der britische Premier empfinden es Kritiker gerade in Europa als dramatisch, wie Demokratie und Rechtsstaat teilweise ausgemustert werden. Sie sind alarmiert über den fundamentalen Wandel.

Es ist schon dramatisch wenn vorblidliche Demokratien und Rechtsstaate wie Afghanistan oder der Irak einfach ausgemustert werden. Tatsächlich ein fundamentaler Wandel!

Lange nicht mehr ist ein amerikanischer Präsident in weiten Teilen der Welt so zum Feindbild geworden.

1. Doch, Ronald Reagan. Vielleicht sind aber 16 Jahre nicht eine lange Zeit.
2. Es ist immer die Schuld der vergewaltigten Frau, nie des Vergewaltigers.

Sollte Bush wiedergewählt werden, verkündet der deutsche Regisseur Wim Wenders, der so manchen Film über das Land seiner frühen Begeisterung gedreht hat, “habe ich da nichts mehr verloren”.

Geh mit Gott, aber geh! Wirst dich hier wie im Paradies fühlen, Wim!

Er eröffnet eine düstere Sicht auf die westliche Gesellschaft.

Mit den Prioritäten haben es die Europäer nie so wirklich gehabt. Also, der Westen ist düster, der Nahe Osten hingegen prügelt nur Frauen.

Zwischen Demokratie und Totalitarismus besteht “innerste Solidarität”. Nazismus und Faschismus bleiben “bedrohlich aktuell”. Die Demokratie ist im “Niedergang” begriffen.

Deshalb nannten sich die Nazis ja aoch Nationalsozialisten und nicht Nationaldemokraten. Aber gut, vielleicht weiss der weise Mann besser als die Nazis selbst, was diese wirklich wollten.
Die Demokratie ist vielleicht in Europa in einem Niedergang zu einem Mischmasch aus Demokratie und Kommunismus, aber auf globaler Ebene vermehren sich Demokratie im Vergleich zu Diktaturen doch wie Kanninchen. Aber was interessieren einen Philosophen schon Fakten?

Bushs “military order” aber macht die Gefangenen in Guantánamo zu “juristisch nicht benennbaren Wesen”, so Agamben. Sie hätten, wie die Juden im KZ, “jede rechtliche Identität verloren”.

Ja, ich hatte es fast vergessen, der einzige Grund warum sie noch leben ist, weil die Amis zu doof sind um gute Gasöfen herzustellen. Oder weil sie hart arbeiten.

Der radikale Kritiker schätzt die zuweilen abstrus anmutenden Vergleiche mit dem Nazi-Regime, aber nur, um staatliche “Strukturen” der Gegenwart zu erhellen, nicht, um das Bush-Regime als wieder erstandenen NS-Staat zu entlarven.

Natürlich nicht…

Denn Guantánamo ist nicht nur der Opfer wegen zum unvorhersehbaren Paradefall einer modernen Version des Ausnahmezustands geworden

Opfer? Die knapp 3000 waren Opfer! Die zu Tode verprügelten Frauen in Iranischen Gefängnissen sind Opfer! Das hier sind Terroristen!

Der nackte Häftling an der Hundeleine erinnert fatal an schaurige Bilder von KZ-Insassen, die im Lagerjargon “Muselmanen” hießen. Gedemütigt waren sie “nicht mehr Teil der Menschenwelt”, so Agamben, und “nicht mehr in der Lage, zwischen dem Biss der Kälte und der Grausamkeit der SS zu unterscheiden”.

Nur falls es einer nicht mitbekommen hat: Hier wird ein Haufen nackter Menschen verursacht durch ein paar Psychopaten mit einem der schlimmsten Verbrecherregime gleichgetsellt. Mir gehen langsam die Worte aus, da hilft keine Ironie, kein Zynismus.

“Im Herzen des Rechtsstaats”, konstatiert er bitterböse, sind nicht die Werte des antiken Athen lebendig, “sondern Auschwitz”.

Yeah, ein Auschwitz wollen wir wieder. Aber diesmal bringen wir’s zu Ende und nehmen die Amis gleich mit!

Agamben versteht sie als didaktischen Griff, um “Strukturen” bloß zu legen, so auch, wenn er das NS-System als “Doppelstaat” beschreibt und Parallelen andeutet. Die Weimarer Verfassung wurde nie ganz außer Kraft gesetzt, stellt er fest. Sie blieb 12 Jahre lang als staatliche Hülle erhalten. Aber “der Führer” herrschte in einem Ausnahmezustand, gestützt auf seine nationalsozialistische Partei.

Uhm, Hitler hat sich zum Führer wählen lassen und danach alle anderen Partei eliminiert. Wann genau hat Bush folgendes unternommen?

Dass Philosophen ziemlich viel kluges, aber zumindest genau soviel absurde Scheisse schreiben ist klar. Wesentlich schlimmer ist es, dass SPON einem solchem offensichtlichen Spinner eine Bühne bietet und zu allem Überfluss, der Autor des Artikels die Position des »Denkers« unterstützt. Journalistenverband, wo bist du, wenn man dich braucht?

Überparteilichkeit

Irgendwie kommt man schon ins denken, wenn die Bild der einzige pro-Bush-Akteur in der Deutschen Medienszene ist (von der Weltwoche ‘mal abgesehen, aber die ist nicht wirklich mainstream). Warum ist die einzige nicht Bush-hetzende Stimme ein Tittenblatt? Warum ist der Rest sich einig, dass Bush weg muss? Der Deutsche Journalistenverband hat eine Antwort: Man muss »überparteiisch« sein!

Der Deutsche Journalistenverband hat sich heute gegen die Wahlempfehlungen des deutschen Massenblatts ausgesprochen. Verbands-Pressesprecher Hendrik Zörner mahnte an, dass Journalisten “überparteilich” sein sollten. Dies gelte auch für die “Bild”-Zeitung. Gegenüber SPIEGEL ONLINE gab Zörner außerdem zu bedenken, dass in Deutschland 200.000 wahlberechtigte US-Amerikaner leben. Die Vorgehensweise der “Bild” könnte unter Umständen zu einer “Beeinflussung” des Wahlverhaltens führen.

Das wäre aber wirklich schlimm, wenn die Amerikaner gegen alle Medienstimmen den wählen, den sie wählen wollen! Ist niemandem aufgefallen, dass die Berichterstattung über Bush und Kerry vielleicht doch nicht so neutral ist und Amerikaner in Europa sich mittlerweile in Restaurants für ihren Präsidenten entschuldigen müssen und hoch und heilig versprechen sollen, dass die Kerry wählen werden?

Also, Überparteilichkeit ist, wenn die Medien das schreiben, was sie schreiben sollen.

Die Empfehlung der Bild nachlesen könnt ihr hier, dennoch halte ich meine für überzeugender!

Europa, du sitzst im Glashaus!

Nicht nur ein digitalisiertes Foto, auch einen Fingerabdruck muß künftig jeder Bürger der Europäischen Union (EU) abgeben, der einen neuen Reisepaß beantragt.

Aber die Amis dürfen keine Fingerabdrücke nehmen, wenn die grossen, noblen Europäer hinfahren, was?

Und selbstverständlich würde man eine solche Massnahme nicht selbst ergreifen, man macht es nur weil es der böse Ami macht.

Grund für den schnellen Beschluß der Innenminister und die zumindest für EU-Verhältnisse vergleichsweise knappen Übergangsfristen: Die USA verlangen vom 26. Oktober 2005 an für die Einreise ohne Visum mindestens eines dieser biometrischen Merkmale in Reisepässen.

Sie versauen auch alles, die verfluchten Orweller von der anderen Seite des Atlantiks…

Who made who?

Ohne Kommentare…

ZDFheute

Der Rückzug Israels aus dem Gazastreifen könne “ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer friedlichen Lösung des Nahost-Konfliktes” sein. Er müsse aber im Rahmen des internationalen Friedensplans stattfinden und nicht damit einhergehen, dass Israel seine Siedlungen im Westjordanland verstärkt, betonte [amtierende EU-Ratsvorsitzende] Bot.

Tages Anzeiger:

Scharons eigentliches Ziel sei es aber, die jüdischen Siedlungen und die israelische Kontrolle im Westjordanland zu verstärken, sagte [Hamas-Sprecher] Masri. Israel wolle den Gazastreifen «vollständig abriegeln und im Westjordanland frei verfahren».

Dienstag, 26. Oktober 2004

Let There Be Bush!

Es scheint schwer in Mode zu sein Wahlempfehlungen abzugeben und dem will ich nicht nachstehen. Dass der Spiegel diese wohl nicht in sein Online-Angebot aufnimmt ist zwar unwahrscheinlich, aber verständlich ist sie doch so Überraschend wie die Empfehlungen der Washington Post oder der New York Times. Im Gegensatz zu den Amerikanischen Zeitungen versuchte ich die Wahl aus einem Europäischen bzw. Weltlichen Standpunkt zu sehen und nicht von einem Amerikanischem aus und bin zu folgendem Schluss gekommen: »Bush for America, Bush for the World!«

Es mag sein, dass George W. Bush viele Amerikaner innenpolitisch enttäuscht hat genauso wie er so ziemlich ganz Europa und grössere Teile der Welt gegen sich aufgebracht hat. Es wäre jedoch fatal zu übersehen, warum dies geschehen ist: Bush ist entschlossen! Die Innenpolitik überlasse ich den Amerikanischen Kommentatoren, aussenpolitisch hat eben diese Entschlossenheit zum Hass auf seine Person geführt. Zum ersten Mal hat ein Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Menschenrecht vor Völkerrecht gestellt, Diktatoren klar gemacht dass sie eben keine Recht haben und nach seiner Pfeife tanzen müssen. Spätestens seit dem Fall Saddams haben die Schnukernstaaten verstanden, dass mit dem Westen eben doch nicht zu spassen ist - wie bisher. Gaddafi wurde vollständig kalt gestellt, Saudi Arabien jagt Terroristen und die Labertaschen aus Teheran waren auch schon einmal lauter.

George W. Bush wird beschuldigt zu sein ein Idealist zu sein. Und genau das ist er, ein Idealist für Freiheit! Er glaubt (wenn auch zeitweise zu stark), dass Freiheit und Demokratie alle Formen von Extremismus und Terrorismus ausrotten können und hat sich deshalb auf die Fahre geschrieben den Nahen Osten zu demokratisieren. Ein nobles Vorgehen welches noch nie unterfangen wurde, doch die erfolgreichen Wahlen in Afghanistan geben ihm Recht. Ja, so paradox es auch ist, die Gewalt im Irak gibt ihm sogar Recht: Die Islamofaschisten haben gemerkt, dass jemand an der Macht ist, der nicht nur redet, sondern auch zur Tat schreiet auch wenn er sich so den Hass der Terroristenversteher der UNO und der Europäischen Moralisten zuzieht. Sie fühlen sich offensichtlich in ihrer Existenz bedroht und verlagern jetzt all ihre Kraft in den Irak um einen letzten Sieg in einer Schlacht die sie nur verlieren können zu erreichen. George W. Bush hat die Diplomatie der leeren Worte durch die Diplomatie der vollen Worte ersetzt. Er sucht mit Gewalt drohend Lösungen, werden diese nicht gefunden bietet er nicht wie bis dato andere an, sondern legt seine Lösung mit Gewalt an. Dies heisst nun nicht, dass er unwillig ist seine Lösungen zu überdenken und stur bombardiert, sondern nur, dass er nicht bereit ist mit Diktaturen zu verhandeln. Der schlimmste Fehler, den die Welt bis Bush begangen hat, war der Glaube mit Verbrechern negotieren zu können. Wohin dies führt, zeigen »Verhandlungen« über das Vorgehen der Arabischen Herrenmenschen im Sudan.

Zu all dem kommt, dass Kerry keine Alternative ist. Er ist eine Bedrohung! Er würde eine Rückkehr in die Zeit des endlosen Verhandelns mit Diktaturen und Friedensmächten wie China bedeuten. Eine Rückkehr in die Zeit wo die Bestochenen der UNO wieder Einfluss auf Amerikanische Aussenpolitik hätten. Eine Organisation welche mehr Verbrecherregime als Demokratie beherbergt dürfte eigentlich keinen Einfluss auf die Welt haben, aber als allerletztes auf die Aussenpolitik der einzigen Supermacht.
George W. Bushs schützende Hand erlaubte es Israel seinen lebenssichernden Schutzzaun zu bauen und Terroristenführer auszuschalten, während die Welt für weiteres Vergiessen von jüdischem Blut war. John Kerry hingegen, so erklärte einer seiner Ausspolitikberater, wird mehr Druck auf Israel ausüben und nannte die einzige Demokratie des Nahen Ostens in einem Atemzug mit Saudi Arabien und Syrien. Israel ist von feindlichen Staaten umgeben. Es gibt keinen Grund Druck auf es auszuüben, im Gegenteil: Man muss es unterstützen! Bushs Israelfreundlichkeit sollte nicht mit seiner Religion (zudem hat er ja klipp und klar gesagt, dass er zwar oft beten würde, sein Glaube aber keinen Einfluss auf seine Politik hat!) erklärt werden, sondern mit seiner Liebe zur Demokratie! Die Aussage von Kerrys Berater verleiht Charles Krauthammers leicht paranoider Prophezeiung, Kerry werde Israel opfern, ganz viel Realismus.

Zudem hat Kerry ein Faible für sozialistische Regime. Ein besonders Plätzchen hat das Rote aus Vietnam. Was oft übersehen wird, sind Kerrys Anti-Kriegsaktivitäten. Sie werden natürlich nicht übersehen, sondern nur ein Teil, ein wichtiger: Aus seinen Reden strozt nicht nur eine tiefe, verständliche Ablehnung des Vietnam-Krieges, sondern gleichzeitig auch eine Verteidigung der kommunistischen Ideen der Hanoi. Als sich 1991 die ganze Welt einig war, in Kambodscha Wahlen durchzuführen, stimmte Kerry im US-Senat für eine Durchsetzung der Wahlen mithelfe von ehemaligen Khmer Rouge Hun Sen. Was würde ein solcher Mann im Falle einer ernsthaften Bedrohung durch Nordkorea tun? Sich für den Vietnam-Krieg entschuldigen?

Kerry ist ein Mann, der glaubt dass der Krieg gegen Terror sich wie ein Kampf gegen Kriminelle kämpfen lasse. George W. Bush hingegen glaubt der Krieg sein ein globaler Kampf gegen eine uns vernichtenwollende Kultur. Der Texaner hat Recht, die Bedrohung ist real und er ist der einzige Mann der dieser Herausforderung gewachsen ist. Also, die Bibel und AC/DC-zitierend: Let There Be Bush!

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