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Sonntag, 26. September 2004

Wie die UNO und Multilateralismus töten

Grundsätzlich ist es ein wenig schwer, Europäern an Hand von Amerikanischen Medien beizubringen, dass die UNO ein Verein von Killern ist bei welchem Demokratien mit Diktaturen gleichgesetzt werden, weil diese doch »gleichgeschaltet« sind. Zumindest seit dem Rathergate, dürfte eine pro-Bush-Gleichschaltung ausgeschlossen sein. Nun hat aber die New York Times, die linke Bastion der Amerikanischen Medienwelt und von Intelektuellen in Europa gerne als die vernünftige Stimme Amerikas herangezogene Zeitung, die Wahrheit schwarz auf weiss gedruckt. Shit happens, Europe!

Die Massaker in Sudan sind ein Beweis für die Unfähigkeit der UNO, das zu sein, wofür sie stehen wollen. Während also in Afrika Menschen im Minutentakt umgebracht werden und im Sekundentakt von ihren Domizilen vertrieben werden, muss der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika also höchstpersönlich darauf hinweisen, dass im Sudan ein Genozid stattfindet. Die Europäer sind durch die Geschichte gekennzeichnet, über den Tod von 50′000 Menschen können sie nur müde lächeln und für die Araber ist es defenitiv kein Genozid, sondern ein Jihad.

Die Amerikaner, wie brave Schüler Europas schienen sie hinter die Ohren geschrieben zu haben, was man ihnen nach der Irak-Krise eingehämmert hat: Internationales Recht, UNO! Die kurzzeitigen Überlegungen US-Truppen dorthinzuschicken werden ganz schnell verworfen, denn auch wenn man Zehntausende von Menschenleben retten würde, wäre man selbstverständlich in erster Linie nur fürs Öl dagewesen. Also versucht man irgendwelche Sanktionen und Resolutionen durchzudrücken. Diese scheitern an den Russen und den Chinesen die ihre Interessen ganz wo anders haben - beim Öl. Als man schlussendlich eine Resolution durchbringt, droht diese nur eine »Erwägung« von Sanktionen irgendwann ‘mal an.

In der Zwischnzeit gab es das übliche Programm: Leere Drohungen, die Situation wurde als »komplex« und »Besorgnis erregend« bezeichnet und man lobte die Sudanesischen Repräsentanten, dass die Massenmorde nun langsamer voran gehen. Gleichzeit lobte man das multilaterale Vorgehen und die internationalen Allianzen.

Ja, und im Sudan wird weitergemordet und vergewaltigt.

Danke UNO!

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