Donnerstag, 16. September 2004
Democracy in Iraq? Not in our name!
Wir alle erinnern uns noch an diese mutigen Helden Europas welche vor dem 20. März nach Baghdad um mit ihren fetten Ärschern den noch Fettern der Speerspitze der Menschheit, Saddam Hussein, zu beschützen. Nun, diese Robin Hoods sind ja bekanntlich noch vor Kriegsbeginn mit vollgeschissenen Hosen nach Hause gekommen und würden nicht mal in ihren wildesten Fantasmen von vorgetäuschter Menschenliebe zurück in den Irak gehen um Irakische Leben zu retten. Aber es ist nur zu verständlich: Es will doch keiner zu sehen wie ihm die eigenen Eier um die Ohren fliegen…
Dass diese Hitler in PACE-Fahnen im Grunde einfach eine Abneigung gegen Demokratie haben und in Saddam (und der Arabischen Welt wohl auch) wohl so etwas wie den letzten Kämpfer des richtigen Systems sahen ist ungefähr so erstaunlich wie ein Hund der gegen einen Baum pisst. Dass die Arabische »Elite«, sprich die Reichen, grösstenteils Extremisten sind und ihnen eine Demokratie, nämlich die in Israel, schon ziemlich übel aufstösst weshalb diese kurzerhand ausländische Terroristen einfliegen um eine Weitere zu verhindern, hat wohl auch diesselbe Orginalität wie eine schwarzweisse Kuh in den Schweizer Bergen. Schliesslich gilt es ja ein normales, nicht-religiöses Leben für Mohammed al-Normalo und eine Gleichstellung von Ateghe Normalabi mit Männern zu verhindern. Ja, ihr Iraker, wollt ihr denn keine 72 Jungfrauen? Warum denn nicht? Warum liebt ihr das Leben und nicht den Tod?
Ghazi al Jawar, irakischer Übergangspräsident, wird nicht müde den Europäern zu erklären, dass »die Irakische Bevölkerung und die Irakische Regierung auf der gleichen Seite stehen, und nur einzelne Gruppen versuchen den politischen Porzess zu untergehen und Chaos zu stiften«. Wie jetzt? Heisst dies die Iraker verabscheuen keine Demokratie? Oh nein, der Präsident ist ja nur eine Marionette der Amerikaner.
Man mag sich fragen was der gute Mann eigentlich in Europa macht? Weiss der nicht die die Europäer eigentlich so drauf sind, oder profitiert er von der Gelegenheit um ein wenig Tourismus zu betreiben? Was immer er auch macht, versucht er die Europäer nebenbei zu überzeugen, dass es doch vielleicht nicht ganz falsch ist, im Irak mitzuhelfen. So meinte er, die NATO könnte doch grosszügigerweise mithelfen die Sicherheitslage zu stabilisieren. Wo denkt er denn hin? Die NATO hat ja Hilfe zugesagt. Und sie setzt sie atemberaubend um: Ganze 40 Mann sind in Baghdad um mitzuhelfen die vorerst 55′000 von 80′000 Männern des Irakischen Sicherheitdienstes auszubilden. Und da besitzt dieser Ghazi die Frechheit zu behaupten der Irak bräuchte »viel mehr um sichere Wahlen im Iraq ohne ein Klima der Einschüchterung durchzuführen«. Jesus Christus, was für ein Utopist!
Es ist ja nicht so, als wäre die NATO eine Bande von Neinsagern und Idioten. Aber sie ist nicht unweit davon. Allen voran steht – selbstverständlich – die Grande Nation. Die Frösche also. Liebe Franzosen, als allererstes möchte ich euch für eure Croissants & Café lattes danken, diese möchte ich wirklich nicht missen. Aber sagt, was ist es mit euch? Was habt ihr denn gegen freie Wahlen? Ich meine, ihr könnt euren Louis XIV gerne wieder haben. Wollt ihr eine zweite Revolution, dieses Mal um das Königreich wiederherzustellen? Dann macht, und ich verspreche euch ich werde euch in eurem Vorhaben (genauso wie ich jedem anderen Volk Europas zu seiner Monarchie, zu seinem Sozialismus oder was auch immer mein Ja gebe. Ihr habt’s nicht anders verdient!) unterstützen und zwar unter einer Bedingung: Lasst andere Völker so leben wie sie wollen, und wenn ihr dies nicht unterstützt, dann verhindert es wenigstens nicht!
Dann ist noch EU’s Javier Solana. Diese grosse Klappe hat wiederholt, dass die EU, »bereit ist, den Irak finanziell zu unterstützen und die Polizei auszubilden.« Davor steht aber ein Hinderniss: Bei der aktuellen Sicherheitslage wollen die feigen Europäer nicht helfen. Was der alte Kontinent so auffährt ist zum heulen komisch, wenn es nicht so brutal traurig wäre. Aber gut, dann kommen die Europäer halt später ‘mal und zeigen den Irakern wie man politisch korrekt ist und wie man Amerikaner hasst und dabei intellektuell erscheint!
Eine Bemerkung sollte jeder Europäer gut in Erinnerung behalten: »Iraqi people are looking at you [EU, NATO]«. Und das ist auch gut so! Sogar wunderbar! Wenn dann einmal gewählt wurde, die Iraqi sich von den Terroristen befreien werden und die erste Arabische, florierende Demokratie sein werden, werden die Europäer blöd aus der Wäsche gucken und wohl von ihrem hohen, moralischem Ross runterkommen müssen… Aber damit es nicht soweit kommt, arbeiten die Europäer ja schon an allen Fronten!
