Too Cool for Internet Explorer

Donnerstag, 30. September 2004

Eine Woche Ferien

Ich lasse euch für eine Woche alleine mit der bösen Medienwelt und dem, wie Dragutin es so schön formulierte, EUtopia. Ich wünsche euch viel Glück, zerbrecht euch nicht gross den Kopf. Denkt einfach daran, dass ich irgendwo in Kroatien am Sonnen mit meiner Freundin bin…

Wenn ihr Lust habt, könnt ihr die Kommentare zu diesem Post missbrauchen, um Ausfälle der hiesigen Medien festzuhalten.

Seid lieb, auch zu Sozialisten… Man hört sich am 9. Oktober wieder!

Mittwoch, 29. September 2004

Frankreich am Ziel seiner Träume

Menschen trinken Rotwein auf der Champs-Elysee, Café lattes gibt es ausnahmsweise »to go« und zu jeder Baguette gibt es ein Beret umsonst dazu. In Deutschland trägt man Trauerflor, die Menschen sind bedrückt und essen ihr Sauerkraut alleine vor ExplosivTV. Was ist passiert? Terroristen haben der Pariser Regierung eine gute Haltung im Irak bescheinigt, die Deutsche aber nicht erwähnt.

In der veröffentlichten Nachricht hieß es: “Die Islamische Armee im Irak schätzt die positiven Schritte (Frankreichs) in Bezug auf das irakische Volk, trotz seiner leidvollen Geschichte und wir hoffen, dass dies der Beginn einer neuen Ära des Verständnisses ist…”

Arabische Beobachter gehen davon aus, dass sich die “positiven Schritte” auf die jüngsten Äußerungen des französischen Außenministers Michel Barnier beziehen. Dieser hatte gesagt, dass bei einer internationalen Irak-Konferenz auch Vertreter des bewaffneten Widerstands nicht fehlen dürften. Die Islamische Armee im Irak hatte sich zur Entführung der beiden Franzosen Georges Malbrunot und Christian Chesnot am 20. August bekannt. Sie hatte zunächst die Abschaffung des Kopftuchverbots an französischen Schulen gefordert.

Okay, ihr Frösche, ihr werdet von Terroristen und Diktaturen angehimmelt und von freien Demokratien kritisiert. Zur Hölle nochmal, fällt euch nicht etwas auf?

Schlaue Iraner, dumme Europäer

Die Europäer haben an Moore links und rechts Preise verteilt, verehren ihn als Gott des kleinen Mannes während sie ihn dabei steinreich machen. Die Iraner hingenen unterstützen zu 70% Demokratie im Iran, wollen ihr Land von den Kinderfickern befreien und verachten Michel Moore’s Propagandastreifen. Übrigens ganz wie die Iraker!

After 25 years of living in a virtual concentration camp, Iranians have become exceedingly socio-politically savvy. Moore’s anti-American propaganda did not attract anywhere near as many viewers as the Mullahs had hoped for. Tehran’s despots had hoped the film would challenge the Iranian people’s favourable notion of President Bush and promote John Kerry.

But Iranians are too smart.

A group of 12 university students, for example, composed of both men and women who had seen the film, collectively wrote me and signed an e-mail which said: “Wow, this guy complains that Bush lied once. What would this windbag do if he lived here where our president lies to us once an hour

Another comment was: “This guy gets to publicly accuse Bush of lying and becomes famous and adored worldwide. We, here, complain about some decrepit and inconsequential government lackey and we not only go to prison but some of us get death sentences. He ought to thank his lucky stars he lives in a country where he’s allowed and even encouraged to be this obnoxious…”

Someone else quipped: “If he thinks that the U.S. is so bad, he’s welcome to trade places with us…since he’s so forgiving of brutal Middle Eastern dictators!”

Another young man said: “They are showing this film to erase from our minds the idea of America being the great liberator; maybe Americans themselves don’t appreciate what they have but we sure do!”

Another comment was: “Outside such pathetic ideological schemes, Moore’s fixation to reprimand and castigate his own society is so great that he is BLIND to the fact that our ancient land and society cannot be regarded and dealt with in the same fashion; therefore he has fallen pray to the Mullahs for whom he is nothing more than a tool to discard when his mission for them is completed.”

Sag ich’s doch, solange nicht zuviel extremistischer Islam in den Köpfen der Leute dort ist, sind sie wesentlich schlauer und freundlicher als Europäer die immer noch auf ihrer Welle der Überheblichkeit aus dem 17. Jahrhundert reiten!

Free Iran!

Dienstag, 28. September 2004

Kinder ficken? Auch Europa hat nichts gross dagegen!

Da bringt Arni wieder einmal ein mehr als vernünftiges Gesetz durch und stuft Opfer im Gegensatz zu Europa höher als Täter ein, und die Europäer haben nichs bessers zu tun, als es in Stücke zu reissen, aber zuerst einmal zum Gesetz.

Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat am Freitag ein Gesetz unterzeichnet, das erlaubt, persönliche Informationen über verurteilte Sexualstraftäter künftig im Internet zu veröffentlichen. Das neue Gesetz betrifft Personen, die wegen sexueller Gewalttaten oder Belästigung von Kindern verurteilt wurden. Ins Netz sollen unter anderem Name, Foto und gegenwärtige Adresse der Straftäter gestellt werden.

Kalifornien folgt damit dem Beispiel zahlreicher anderer US-Bundesstaaten, die teilweise schon seit mehreren Jahren persönliche Informationen über Sexualstraftäter öffentlich machen. In einigen Städten der USA warnen sogar Schilder vor den Häusern verurteilter Sexualstraftäter die Bevölkerung vor angeblichen oder möglichen Gefahren.

Etwas falsches daran zu entdecken ist eigentlich einem Nicht-Europäer mit einem IQ höher als ein Butterbrot unmöglich. Einem Europäer schon! Hier ‘mal ein paar Auszüge aus den Kommentaren zum Arikel…

*blutrausch*
…und ausserdem wüssten wir, wo wir die Schweine finden können.
Oh, wäre das schön
*Axtzück*

Ich seh schon die “Kinderschützer” des Forums mit mobiler Streckbank
durch die Strassen fahren, immer auf der Suche nach entsprechenden
Warnschildern um ihren eigenen perversen Phantasien nachgehen zu
können

Mal abgesehen davon, dass dieser Feierabendintellektuelle diese Impression der Verteidiger des Gesetzes hätte sparen können, da dieses weit von der Realität liegt, sollte er ‘mal darüber nachdenken, wieviele Pädophile ermordet worden sind? Come on, wir sind hier nicht bei den Wilden, Mord aus Rache gibt’s im Nahen Osten, nicht bei uns!

loko0408 schrieb am 28. September 2004 10:40

> Überlegt Euch das mal: von 5 Pädophilen wird einer wieder Sex mit
> einem Kind machen.
>
> Wer ist dafür, ihm diese Gelegenheit zu geben?

niemand - aber du musst uns sagen, welcher von den 5 es ist - denn
wir wollen nämlich nicht 4 unschuldige bestrafen…

Alles klar, 4 von 5 Kinderfickern sind unschuldig, weil sie es nur einmal tun. Wie mit Heroin, die erste Dosis ist umsonst…

Bitte auch die Daten von korrupten Politikern, veruntreuenden Firmenchefs, Anlagebetrügern, Waffenhändlern, Steuerflüchtlingen,
Lobbyisten und sonstigen Volksschädlingen veröffentlichen.
Wenn sich solche schleimigen Typen an mich oder meine Familie
ranmachen, dann will ich auch vorgewarnt sein!

Ach ja, ein Steuerflüchtling ist eine genau gleich grosse Bedrohung für nicht-verteidigungsfähige Kinder wie ein pervers Schwein, das mit ihnen ficken will… Lesen diese weisen Idioten eigentlich das was sie schreiben?

Ein wenig Off-Topic ist ein Landsmann Arnold’s

Die Frage meine ich allerdings durchaus ernst. Denn wenn einer eine
Frau anmacht dann kann er ja schon verklagt werden wegen sexueller
Belaestigung. Wenn er sie nicht anmacht dann muss er halt Single
bleiben, aber so wie das klingt liegt es eigentlich rein in der
Willkuer der Frau ob du das ueberlebst. Wenn du das Glueck hast und
ihr gefaellst dann darfst du ran und wenn du ihr nicht gefaellst dann
kannst du schon mal deinen Anwalt anrufen.

Jetzt weiss man aber, dass es drüben weniger Singles gibt als hier. Wie machen die das bloss?
Aber gut, vielleicht ist dieser Österreichische Spack nie in der Gesellschaft gewesen und weiss nicht, dass Beziehungen auch anders als mit einem »Hey du, ich will dich vögeln« in der Disko anfangen können.
Und hey, wie geht das eigentlich in Arabischen Ländern? Weiss man da überhaupt im voraus, was man nun für die paar Kamele bekommt?

Ein Helvet mit interessanten Websites meint wieder das Amerikanische Rechtssystem zu verstehen

Oralsex in der Ehe = Knast

Kein Witz, das ist Realität, zumindest in einigen US-
Bundesstaaten.

Auf die Idee, dass ein Gesetz, welches uralt ist nicht angewendet werden kann im Amerikanischen System, kommt er natürlich nicht.

Mit einem, der Darwin seine Evolutiontheorie überdenken lassn würde, geht der Anti-Amerikanismus durch

Der Beweis - Amerikanismus ist eine Krankheit und Ansteckend

Man muss nur zuviel Kontakt mit infizierten Personen haben und
schwups hat man ne weiche Birne.

Ich schlgae vor Amerikaner nicht mehr ausreisen zu lassen (ach nee,
denen gehört ja die Welt)….

Na gut, dann sollen die kleine Glocken um den Hals tragen, damit man
sie hört und schnell wegrennen kann.

Oder vielleicht ein Armband mit einem Davidstern ‘drauf? Schau mal in den Keller, vielleicht sind noch welche über…

Einen Lichtblick habe ich doch noch gefunden

Es ist bezeichnend, dass sich dieses Thema hier so aufbauscht.
Jeder der heute seine Schulden nicht bezahlen kann und in ein
Insolvenzverfahren gerät, wird hier in Deutschland
“veröffentlicht”(Tageszeitung, Bundesanzeiger), mit vollem Namen und
voller Anschrift, für jeden einsehbar. Klar, da geht es ja auch um
Geld, ist ja deswegen auch wichtig und keiner stösst sich dran. Und
schliesslich ist es Gesetz.
Über eine öffentliche Datenbank von verurteilten Sexualstraftätern
regt sich aber jeder auf. Wo bleiben da nur die Persönlichkeitsrechte
der armen fehlgeleiteten Menschen? Wo ist da die Chance, solche Leute
wieder zu integrieren, sie zu nützlichen und beliebten Mitgliedern
der Gesellschaft zu machen?
Statt dessen werden sie gnadenlos zur Schau gestellt wie Monstren auf
einem Jahrmarkt des 19. Jahrhunderts, damit sich das Volk daran
ergötzen möge.

Grausame Welt….

Danke Mann, ich dachte schon, Intelligenz wäre tatsächlich schon aus Europa abgehauen.

Gibts eigentlich auch Gutes über Arnold zu berichten ?

Yepp, nicht dass es auch nur jemanden in Europa kratzen würde, aber dennoch!

Es gab schon mal nen Österreicher, der was an der Waffel hatte….

Die Deutschen bei ihrer Lieblingsbeschäftigung »Hitler überall sehen«. Denn wenn es noch andere Hitler anderswo gibt, dann sind die Deutschen ja nicht die Einzigen die auf so einen Helden in Strumpfhosen hereinfielen.

Willkommen im dunklen Mittelalter

Fahre ‘mal nach Saudi Arabien, mein Freund…

Wieviele unschuldige Eltern wurden schon zu Unrecht
des sexuellen Missbrauchs an ihren eigenen Kindern
beschuldigt?

Erzähl, du scheinst es zu wissen…

Ich stelle hiermit eines in aller Deutlichkeit klar: Der
Kindesmißbrauch ist ein scheußliches Verbrechen und solche Menschen
(ja, das sind immer noch Menschen!), die so eine Tat begehen, gehören
mit aller Härte des Gesetzes bestraft und ggf. bis an das Lebensende
konsequent weggesperrt, falls sie sich nicht mehr therapieren lassen.

Was ich aber kategorisch ablehne, ist die Todesstrafe, also staatlich
Sanktionierte Mord, für die Täter. Denn 1. macht man die Tat nicht
ungeschehen, das Opfer nicht mehr lebendig im Falle eines
Sexualmordes und 2. wirkt die Todesstrafe nicht ein Jota abschreckend
auf solche Triebtäter.

Und wie kommt die Todesstrafe jetzt hierhin? Deutsche, lesen und Fantasie…

Ich habe oft über das deutsche Grundgesetz geflucht, aber wenigstens
in diesem Punkt scheint der Grundrechtsschutz zu wirken - womöglich
deshalb, weil bei uns die Justiz - im Gegensatz zu den USA -
undemokratisch ist und damit nicht dem Druck des Pöbels unterworfen.

Ja, ist schon verwerflich, dass die Justiz im Interesse des Volkes arbeitet! Aber hey, dieses Argument könnte man wiederverwenden wenn wieder ‘mal so ein Idiot in intellektuellem Gewand anrennt und behaupt, Bush mache Politik nach dem Gusto der Grossunternehmen. Ja was denn nun, soll er sich etwa nach dem »Pöbel« richten?

Angenommen, es ist nun bekannt, daß bei Adresse X in dem Ort Y ein
Sexualstraftäter wohnt. Die Art des Verbrechens: “Kinder unsittlich
berührt” (ja, es gibt noch andere Sexualstraftaten als ficken und in
den Fluß werfen). Aufgrund des Gesetzes ist das nun allgemein
bekannt.

Nun geschieht ausgerechnet im Ort Y ein Sexualverbrechen. Was wird
passieren? Nun, der Bewohner bei Adresse X sollte sich
schnellstmöglich verpissen, denn innerhalb von zwei bis drei Tagen
wird ein Mob sabbernder Eltern vorbeikommen, ihn ficken und in den
Fluß werfen, auch wenn er es gar nicht war.

Was meint dieser Lunatiker? Wie auch immer, irgendwie sind von den anderen Staaten keine Fälle von »Mob[s] sabbernder Eltern« bekannt… Und irgendwie schon ungehört von den Alten, einfach sich sorgen um ihren Kinder zu machen!

es lebe die Lynchjustiz!
damit stellen die sich selbst ein armutszeugnis aus! das sind
methoden aus dem finstersten mittelalter.

Es wird langweilig… Echt! Gelyncht wurde - zum letzten Mal! - keiner und wird auch keiner wegen diesem Gesetz. Das zeigen die anderen Bundessataaten. Hingegen dürfte sich ein potentieller Kinderficker das Ganze ‘mal doppelt überlegen. Denn mit dem Wissen, nur 2 Jahre in einer Pyschoanstalt mit Gleichgesinnten zu sitzen, fickt’s sich leichter.

Woher nehmen diese Leute ihre Fantasien? Was rauchen die? Ich würd’s auch gern ‘mal versuchen, echt!

Montag, 27. September 2004

Ami, casse-toi!

Barnier, das Französische Pendant zu »not convinced«-Saddam-Liebhaber Fischer, verlangt einen Abzug der Soldaten Satans. Auf alle Fälle beweist er für einen Franzosen ziemlich viel Scharfsinn:

Im Irak herrsche derzeit „Chaos und allgemeine Unsicherheit”.

Jetzt ohne Scheiss, Monsieur, sind Sie sicher? Wie wäre es ‘mal mit nachdenken wer dieses Chaos verursacht? Die Amerikaner mit der Ausbildung von Irakischen Sicherheitskräften, Finanzierung von Schulen, Kraftwerken und fliessendem Wasser? Das ignoriert der Mann aus dem Land welches einmal sich für die Grande Nation halten durfte. Scheint so, meint er doch

Die Frage des Abzugs der ausländischen Soldaten stelle sich „von selbst”.

Natürlich, die Amis müssen da unbedingt weg. Schliesslich versuchen sie eine Demokratie gegen eine Islamistische Diktatur durchzusetzen und sowas geht nun wirklich nicht an! Nein, wir dürfen wie es Ulrich Wickert einmal so schön ausgedrückt hat, »dem Islam [in diesem Falle den Isalmischen Extremisten im Irak] nicht den westlichen Materialismus aufzwingen«. Sollen sie doch weiter Frauen prügeln, Kinder ficken und so oft wie möglich Menschenrechte mit den Füssen treten.

Es müsse gelingen, aus dem „Teufelskreis der Gewalt” auszubrechen.

Ich peil das irgendwie nicht ganz. Welcher Teufelkreis? Da wird alles was nach Westen aussieht geköpft, alles was den Irak demokratisch machen will weggebombt! Das ist eine One-Way-Street, nicht ein Kreis. Aber fahrt ‘mal nach Frankreich, dann werdet ihr sehen wie geil sie die Kreise finden und dass Einbahnstrassen getrost ignoriert werden können.

Selbst den Tagungsort hat Barnier schon ausgemacht: „Der einzig mögliche Ort ist New York, die Vereinten Nationen”, sagte Barnier. Bei der Konferenz müßten die benachbarten Staaten sowie alle politischen Kräfte Iraks, „einschließlich derjenigen, die sich für den bewaffneten Widerstand entschieden haben”, vertreten sein.

Eigentlich disqualifiziert er sich ja schon damit, dass er das Ganze von den UN leiten lassen will, aber dann meint er tatsächlich, man solle auch den sogenannten Widerstand miteinbeziehen. Und eigentlich unterstütze ich nun mit seinem Vorschlag, denn ein Bild von Franzosen und Terroristen an einem Tisch dürfte wohl das Prädikat »priceless« verdienen. Aber zurück zur Realität: Die Terroristen verhandeln nicht, entweder man macht es so wie sie es wollen, oder es wird eben gemordet. It’s so easy! Aber hey, Freund Barnier, flieg in den Irak, verhandle ein wenig, mach ‘mal…

Ein Artikel (auf englisch) vertritt auch die Meinung, dass die Amerikaner unter keinen Umständen abziehen dürfen! Ja aber gut, er ist keine Baguette, als kann er unmöglich Recht haben…

Der Selbsthass der Intellektuellen

SPIEGEL: Mister Allen, sehen Sie Ihren Präsidenten George W. Bush als komische oder als tragische Figur?

Allen: Bush selbst ist ziemlich komisch. Wenn man ihn reden hört, muss man oft laut loslachen. Sollte er aber wiedergewählt werden, dann gibt’s eine Tragödie.

Da haben wir die erste Eigenschaft des Homo Intellektuelus: Er verallgemeinert nicht, denkt differenziert.

SPIEGEL: Warum haben Sie als Chronist von Manhattan den 11. September bisher nicht in Ihre Filme einbezogen?

Allen: Ich finde einfach politische Themen nicht profund genug, um mich damit als Künstler auseinander zu setzen.

Das ist es, politische Themen sind nicht profund genug. Sein letzter Streifen (zweifelsohne sehr gut!), Anything Else, »analysiert« Beziehungen in der das Mädchen keinen Sex mit ihrem Freund haben kann, aber mit anderen und deshalb ihren Freund ermutigt mit anderen Frauen zu schlafen. Ja gut, wenn ich es mir recht überlege ist es sogar wahnsinnig profund…

2001 brachten einige Fanatiker Amerikaner um, und jetzt bringen Amerikaner ein paar Iraker um.

Ergo, die Amerikaner sind Fanatiker und bringen aus Spass an dem Tode Iraker um. Ganz fein gelöst, Herr Allen! Ganz im Stile des Prototypen des Intellektuellen: Amerika als Wurzel allen Übels!

Politik ist auf die Jahrtausende gesehen eine zu flüchtige Angelegenheit, zu unbedeutend, denn alles wiederholt sich. Aber als Bürger gehe ich natürlich wählen.

Good for you! Politik ist also unbedeutend, während nun absurde Beziehungen den Sinn des Lebens darstellen. Es ist mir eine Freude, euch eine weitere Spezies vorzustellen: Den intellektuellen Künstler!

SPIEGEL: Lassen sich die Wähler denn von prominenten Künstlern beeinflussen?

Allen: Wenn Showbusiness-Leute im amerikanischen Wahlkampf Stellung beziehen, scheint das nicht viel zu helfen. In Europa haben die Menschen wohl mehr Hochachtung vor den Künstlern.

Ja was machst du denn noch da drüben bei den Verblödeten, Woody? Mag sein, dass Europa mehr Hochachtung vor Künstlern hat. Wo hat es Europa nun hingebracht? Zu 2 Weltkriegen, zu 2 der menschenverachtendesten politischen Systemen, zu bankrotten Sozialstaaten und zur Erkenntnis, dass der 11. September »ein Ereignis [ist], das man in einer Unfallstatistik des Landes gar nicht wahrnehmen würde« (Peter Sloterdijk). Vielleicht sollten sich Künstler auf das beschränken, was sie wirklich können: Kunst!

Wenn sich in den USA dagegen Autoren wie Norman Mailer oder Philip Roth äußern, nehmen nur die Leute das zur Kenntnis, die schon immer deren Ansichten teilten. Davon kommt keine einzige frische Stimme.

Könnte dies an der Scheisse liegen, die diese Knalltüten erarbeiten? Die womöglich niemand wirklich versteht?

SPIEGEL: Auch Argumente - wie die Kriegslüge oder die Schulden aufhäufende Wirtschaftspolitik - zählen da nicht?

Allen: Wer für Bush ist, der will von guten Gründen gegen ihn nichts wissen. “Macht nichts, ich weiß schon”, sagen seine Anhänger, “aber ich mag ihn halt.” Dabei bleibt’s. Ich persönlich mag halt Kerry.

Wir haben es langsam verstanden! Wer für Bush ist, ist zwingenderweise blöd. Beeindruckend wie man in einem Satz, die grössere Hälfte der eigenen Landsleute kritisieren kann.

Wenn ich mich auf Wahlveranstaltungen einmische, heißt es: “Na ja, der Woody Allen ist eben ein typischer New Yorker Intellektueller.” Über das verrückte Hollywood-Völkchen lachen die Wähler der Republikaner nur.

Angesichts Lunatiker wie Sheryl Crow, die behaupten »Krieg ist nie eine Lösung um Probleme zu lösen. Der beste Weg Probleme zu lösen ist keine Feinde zu haben«, Janeane Garofalo die meint »der Welt ging es besser, als die Sovientunion noch exisitierte«, Danny Glover der glaubt in Bush einen Rassisten erkannt zu haben und Robin Williams welcher überzeugt ist, Bush sei ein Diktator, ja angesichts dieser Leute ist die Amerikanische Abneigung für politische Ansicht die aus Hollywood kommen, durchaus verständlich!

SPIEGEL: Halten Sie es also für wirkungslos, wenn jemand wie Michael Moore einen Dokumentarfilm mit starker politischer Botschaft dreht?

Allen: Moore hat mit “Fahrenheit 9/11″ eine sehr erfolgreiche und gute Dokumentation abgeliefert. Aber das Problem war, dass nur die den Streifen liebten, die wie er empfinden. Ich zum Beispiel. Aber auch Moore gelang es nicht, die Gegenseite zu beeinflussen. Das hat man mit Hilfe von Meinungsumfragen ausgetestet. Hoffnungsloser Fall.

Und schliesslich das i-Tüpfelchen eines jeden Intellektuellen nach dem Motto »Ich hab die ganze Weisheit dieser Welt aufgefressen aber keiner glaubt’s mir«! Kann es sein, dass Moore einfach auf einem Niveau arbeitet, dass nur die PACE-Terriristenunterstützer anspricht, weil es mit Hilfe von verdrehten Fakten und simplen Lügen ihr Weltbild unterstreicht?

Also Woody (und alle anderen Intellektuellen), die Amis haben TV und eine freie Medienlandschaft (welche eher contra- als pro-Bush ist), blöd sind sie entgegen eueren Behaupten eben doch nicht und können selber entscheiden was gut für sie ist! Macht weiter Kunst, philosophiert bis euch die Birne explodiert, das könnt ihr, aber hört auf das Volk für blöd zu halten!

Und sie kümmern sich doch um die Umwelt…

Ein harter Schlag für Europa! Da unterzeichnen die Umweltvernichter kein Kyoto, aber tun ‘was um die Abgase unten zu halten. Um Himmels Willen! Wieso, warum, weshalb? Die ganze moralische Hoheit Europas weg? Auf einen Schlag?

California air regulators on Friday unanimously approved the world’s most ambitious rules to reduce the car emissions that contribute to global warming, a move that could bring sweeping changes to how the rest of the nation fights vehicle pollution.

The regulations are expected to cut exhaust emissions in cars and light trucks by 25 percent and in larger trucks and SUVs by 18 percent.

Also strenger als Europa. Welches Kyoto unterzeichnet hat!

Their approval by the California Air Resources Board came after nearly two full days of debate and discussion, during which the auto industry vigorously stated its opposition.

Hier fällt soeben der Europäische Soldat »Grosse Firmen regieren die USA«. R.I.P.

Die Auswirkungen auf die USA dürften auch klar sein: Niemand wird zwei verschiede Autos für die USA produzieren, sondern es wird ein Auto nach kalifornischen Standards geben für ganz Amerika, da Kalifornien der grösste Automarkt in Nordamerika ist!

Way to go, Arnold! Ist jemandem eigentlich aufgefallen, dass all die die sich über Arnie lustig gemacht haben, ganz schön still sind, seit er an der Macht ist, die besten Demokraten mit den besten Republikanern zusammenarbeiten lässt und es seitdem mit Kalifornien Berg auf geht?
Wo wir gerade bei auffallen sind: Warum wissen die Europäischen Medien nichts davon? Oder wollen sie es nicht wissen?

Sonntag, 26. September 2004

Strike!

Hamas-Sprecher Abu Bilal in Damaskus bestätigte den Tod von Isseddin Sobhi al-Scheich Khalil, 42, aus Gaza. Es war das erste Attentat gegen einen Hamas-Aktivisten in Syrien. Ein “Palästinensisches Informationszentrum” in Damaskus teilte mit, der Funktionär sei im Damaszener Stadtviertel Zahra durch eine Autobombe getötet worden. Offenbar explodierte der Sprengsatz, als Khalil sein Auto starten wollte.

Yeah!
Ausserdem ist es wunderbar, wie der Spiegel die Terroristen als eine politische Organisation hinstellt…

Die Hamas in den Palästinensergebieten erklärte umgehend, sie vermute den israelischen Geheimdienst hinter der Attacke. Wenige Minuten später bestätigte Israel die staatliche Todes-Mission. Zuerst hatten Behördenmitarbeiter der Nachrichtenagentur AP noch recht zynisch erklärt, der getötete Mann habe eben “ein gefährliches Leben” geführt.

Das ist also zynisch? Erstens einmal ist es die Wahrheit, zweites kann der gute Mann nichts dafür dass Europäer keinen schwarzen Humor verstehen und drittens war dies kein Mann, sondern ein Terrorist!

UPDATE: Syrien verdammt israelische Tötungsmission

“Dieser terroristische Akt ist eine schwerwiegende Entwicklung, für die Israel die Verantwortung übernimmt, während es damit seine Absicht betont, die Sicherheit und Stabilität in der Region zu erschüttern”, zitierte die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana Regierungskreise.

Da haben wir wieder die Philosophie der Irren dort unten: Unterdrücken und stabil halten! All zu lange wird dies aber zum Glück nicht mehr gut gehen, hat Bush doch angekündigt, nicht mehr im Namen der Stabilität auf Menschenrechte zu verzichten!

Next stop: Iran. Und unter Umständen sogar ganz ohne militärische Gewalt.

1,5 Millionen Tote? Echt?

Kurz vor dem Irak-Krieg, der Angriff der Amerikaner war nur noch eine Frage von Tagen, haderte Bagdads Vizepräsident Taha Jassin Ramadan mit den Zeitläuften und der politischen Weitsicht der westlichen Führungsmacht. “Warum bloß machen die Amerikaner das neben Syrien einzige laizistische Regime im Nahen Osten kaputt”, zeterte der Stellvertreter des Gewaltherrschers vor europäischen Besuchern in seinem pompösen Ministerratsgebäude am Tigris, “wenn Saddam Hussein fällt, dann kommt es hier zum Chaos und am Ende zum Triumph dieser verrückten Islamisten und Terroristen.”

Und dem widerspricht unser Lieblingsmagazin nicht einmal! Ein Flashback 60 Jahre zurück wird uns wohl auch zeigen, dass Nazi-Deutschland nicht ganz so schlimm war, schliesslich ging es der Bevölkerung - mit Ausnahme von ein paar Millionen - gut. Ist das vielleicht eine Art Vergangenheitsbewältigung nach dem Motto »Wir humanisieren uns den Adolf« (»Der Untergang« lässt grüssen)?

Und einen neuen Terminus für die menschenverachtenden Terroristen hat der Spiegel auch erfunden: »Terroristischer Widerstand«! Warum dieser »Widerstand« eben doch nicht siegen sollte und gar nicht einmal legitimer Widerstand ist, zeigt sich hier.

Madonna vs. Cat Stevens, USA vs. Ägypten

Wir erinnern uns, welche Entrüstung durch Europa ging, als Cat Stevens nicht in die USA gelassen wurde. Nun, Ägypten will Madonna nicht ins Land lassen, und keine Sau scherts!

Members of Egypt’s parliament have demanded Madonna, who has not requested entry into Egypt or announced any plans to visit the country, be barred from entering Egyptian soil. The parliament directed Egyptian embassies abroad to deny any visa requests from Madonna.

The demand comes after Madonna, aka Esther, visited the Jewish state last week making daily headline news with midnight trips to a Jewish cemetery, a quick drive by past the Wailing Wall, and even the arrest of her security detail.

The Material Girl praised Israel during her trip and urged people to visit the country.

Und das ist ihr Verbrechen. Sie mag Israel! So, Spiegel und die anderen Moralapostel, wo seid ihr wenn man euch ‘mal brauchen würde?

Wie die UNO und Multilateralismus töten

Grundsätzlich ist es ein wenig schwer, Europäern an Hand von Amerikanischen Medien beizubringen, dass die UNO ein Verein von Killern ist bei welchem Demokratien mit Diktaturen gleichgesetzt werden, weil diese doch »gleichgeschaltet« sind. Zumindest seit dem Rathergate, dürfte eine pro-Bush-Gleichschaltung ausgeschlossen sein. Nun hat aber die New York Times, die linke Bastion der Amerikanischen Medienwelt und von Intelektuellen in Europa gerne als die vernünftige Stimme Amerikas herangezogene Zeitung, die Wahrheit schwarz auf weiss gedruckt. Shit happens, Europe!

Die Massaker in Sudan sind ein Beweis für die Unfähigkeit der UNO, das zu sein, wofür sie stehen wollen. Während also in Afrika Menschen im Minutentakt umgebracht werden und im Sekundentakt von ihren Domizilen vertrieben werden, muss der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika also höchstpersönlich darauf hinweisen, dass im Sudan ein Genozid stattfindet. Die Europäer sind durch die Geschichte gekennzeichnet, über den Tod von 50′000 Menschen können sie nur müde lächeln und für die Araber ist es defenitiv kein Genozid, sondern ein Jihad.

Die Amerikaner, wie brave Schüler Europas schienen sie hinter die Ohren geschrieben zu haben, was man ihnen nach der Irak-Krise eingehämmert hat: Internationales Recht, UNO! Die kurzzeitigen Überlegungen US-Truppen dorthinzuschicken werden ganz schnell verworfen, denn auch wenn man Zehntausende von Menschenleben retten würde, wäre man selbstverständlich in erster Linie nur fürs Öl dagewesen. Also versucht man irgendwelche Sanktionen und Resolutionen durchzudrücken. Diese scheitern an den Russen und den Chinesen die ihre Interessen ganz wo anders haben - beim Öl. Als man schlussendlich eine Resolution durchbringt, droht diese nur eine »Erwägung« von Sanktionen irgendwann ‘mal an.

In der Zwischnzeit gab es das übliche Programm: Leere Drohungen, die Situation wurde als »komplex« und »Besorgnis erregend« bezeichnet und man lobte die Sudanesischen Repräsentanten, dass die Massenmorde nun langsamer voran gehen. Gleichzeit lobte man das multilaterale Vorgehen und die internationalen Allianzen.

Ja, und im Sudan wird weitergemordet und vergewaltigt.

Danke UNO!

Es sind nur ein paar ganz seltene Extremisten

Viewers were unmoved. In a phone poll 93% supported the kidnappings.

Uhm ja, jetzt defninieren wir noch ganz schnell was »ganz selten« ist, und schon haben wir Europas Weltbild gerade gerückt.

Also, solange die Tat von einem Islamisten ausgefüht wird und das Opfer einer von diesen behämmerten Unterstützern der Amerikansichen Ungläbigen ist, ist die Tat grundsätzlich gutzuheissen. Da dies aber mit unseren moralischen Vorstellungen nicht ganz in Ordnung geht, schieben wir es auf eine Minderheit die in Wahrheit ein grosse Mehrheit ist. Was auch immer passiert, der Islam ist eine Religion des Friedens! Und wenn ein geistesgestörter Amerikanischer Soldat, einen Gefangenen misshandelt, tun dies zwingenderweise auch alle anderen Amerikanischen Soldaten. Das ist »ganz selten« und »ganz oft«.

Europas Druckmittel

This week’s issue of the newsmagazine Der Spiegel, due out on Monday, said the German government was considering calling off Schroeder’s trip to Tripoli unless Libya swiftly pays the first part of the 35 million dollars (29 million euros) it promised to hand over by September 9.

Scheisse Alder… Machen die Deutschen krass Druck, oder wa?

Samstag, 25. September 2004

Tortur!

In Haiti mussten Uno-Friedenstruppen zum Schutz von Lebensmittellagern in der Stadt Gonaives Tränengas gegen Opfer der Flutkatastrophe einsetzen. Die Soldaten schossen auch in die Luft, um verzweifelte und hungernde Menschen in der von “Jeanne” besonders betroffenen Stadt im Nordwesten des Karibikstaates zu vertreiben.

Tränengas gegen Unschuldige? UNO, ich bitte euch!!! Wo ist amnesty international?!?

Trotz einer internationalen Hilfsaktion hatten tausende Menschen am Samstag zum Teil seit einer Woche kaum noch etwas zu essen und kein sauberes Trinkwasser bekommen.

So sind sie, unsere UNO-Freunde. Kriegen wirklich nichts auf die Reihe…

Spiegels fiktiver Streit

Der stellvertretende US-Außenminister Richard Armitage forderte vor dem US-Kongress, die Wahlen müssten offen für alle Bürger sein. Vor Journalisten bekräftigte er: “Wir wollen sie unbedingt in allen Teilen Iraks abhalten.” Damit widersprach Armitage dem Chef des Pentagons, Donald Rumsfeld. Der Verteidigungsminister hatte gesagt, in Teilen des Irak könne möglicherweise nicht gewählt werden.

Hat er das? Ich glaube nicht, liebe Tatsachenverdreher! Er hat bloss gesagt, dass man sich vorstellen könnte in Teilen Iraks keine Wahlen abzuhalten, falls die Gewalt zu gross würde. Irgendwie entwischte dem Spiegel, der Gewalt-Teil. Und ausserdem, was soll denn die Hypokrisie? Ich glaube jeder kann sich vorstellen, was beim Spiegel abginge, wenn Rumsfeld gesagt hätte, dass ganz Irak wählen soll, und man deshalb die Wahlen bis irgendwann verschiebt. Na?

Übrigens, von Streit kann sicherlich nicht mehr geredet. Rumsfeld hat heute gesagt, dass selbstverständlich jeder Iraker die möglichkeit zu wählen haben müsste und bestätigte noch einmal, dass alles getan wird, damit alle Iraker wählen können. Was wiederrum seinen Äusserungen vom Donnerstag nicht wiederspricht, da diese rein hypothetisch waren…

Aber zwischen Hypthesen und harten Fakten ist beim Spiegel nicht viel Spielraum bzw. wird es oft verwechselt…

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